Im Jahr 2025 sollen erstmals nach mehr als 50 Jahren wieder Menschen den Mond betreten. Die NASA möchte dort eine Mondbasis bauen. Diese benötigt Strom, damit die Astronaut:innen versorgt werden können. Darum arbeitet die US-Raumfahrtbehörde an einem Energiekonzept und startete jetzt einen Aufruf.

NASAs Ausschreibung: Das steht drin

„Die Erforschung von Mond und Mars erfordert die Kraft der menschlichen Vorstellungskraft und Vision. Es braucht auch die Kraft der Elektrizität, um Wissenschaft und Technologie zum Leben zu erwecken, wenn Astronaut:innen landen und auf der Oberfläche bleiben“, heißt es in der Ausschreibung der NASA. Die Raumfahrtbehörde ist überzeugt davon, dass der Schlüssel für die zukünftige Erforschung des Weltraums in der Energie liegt.

Die NASA bittet darum, dass sich Unternehmen mit der Raumfahrtagentur in Verbindung setzen, die eine Idee für ein System in der Energiegewinnung durch Kernspaltung auf dem Mond haben. Konkret heißt es, dass die NASA ein Atomkraftwerk auf dem Mond bauen möchte.

Bis zum Ende des Jahrzehnts soll eine Energiequelle gefunden werden, die unabhängig von der Sonne ist. So sollen die Astronautinnen und Astronauten bei künftigen Missionen mit Strom versorgt werden.

Idee ist nicht neu

Das Projekt schreibt die NASA gemeinsam mit dem Idaho National Laboratory aus. Das ist eine Forschungseinrichtung des Department of Energy des amerikanischen Energieministeriums. Steve Johnson, der Direktor der Abteilung für Weltraumnuklear- und Isotopentechnologien, erklärte bereits vor wenigen Monaten, dass sie „wirklich bestrebt [sind], die Innovation der kommerziellen Nuklearindustrie auf den Tisch zu bringen, um mit der NASA und der Luft- und Raumfahrtindustrie zusammenzuarbeiten und vorhandene Technologien zu nutzen.“ Die Idee, ein Kernkraftwerk auf dem Mond zu errichten ist also nicht neu. Mehr noch: Gelingt das, könnte der gleiche Vorgang bei einer NASA-Marsmission wiederholt werden.

Doch wie soll ein Kernreaktor dort gebaut werden? Gar nicht. Das System würde auf der Erde gebaut und auf den Mond geschickt werden. Daher darf es beispielsweise nicht schwerer als 6.000 Kilogramm sein.

Die Ausschreibung der NASA läuft noch bis Mitte Februar 2022. Innerhalb der nächsten zehn Jahren soll das System dann für eine Demonstration auf dem Mond einsatzbereit sein.

Quellen: NASA, Spiegel, eigene Recherche

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