Im April 2021 verkündete Max Hodak, Mitbegründer von Neuralink, es wäre durchaus möglich, einen Jurassic Park zu errichten. Als Kollege des Multimilliardärs und in diversen Branchen aktiven Unternehmers Elon Musk erhielt diese Aussage umso größere Aufmerksamkeit. Doch ist es überhaupt möglich, Dinosaurier wieder zum Leben zu erwecken? Und spielt der reichste Mensch der Welt dabei eine Rolle?

Jurassic Park: Was plant Elon Musk?

In den letzten paar Jahren hat Musk so manchen Markt für sich erobert. Zunächst waren die Elektroautos an der Reihe. Wenig später folgte die private Raumfahrt. Mittlerweile hat der Entrepreneur sogar ein Tunnelbohrunternehmen und plant darüber hinaus sein eigenes Getränk, das Giga Bier. Allzu abwegig scheint es also nicht, dass Elon Musk an einem realen Jurassic Park bauen könnte.

„Wir könnten Jurassic Park bauen, wenn wir es wollten. Es wären keine genetisch erschaffenen, echten Dinosaurier, sondern vielleicht 15 Jahre Zucht und Technik, um exotische neue Arten zu haben.“

Max Hodak (via Twitter)

Schon kurze Zeit nachdem Hodak diesen reißerischen Tweet abgesetzt hatte, löste sich der Spuk aber in Luft aus. Unterschiedlichen Medienberichten aus dieser Zeit zufolge hat Elon Musk die Behauptungen seines Kollegen dementiert. Beziehungsweise stellte er klar, dass weder er selbst noch eines seiner Unternehmen an einem solchen Projekt beteiligt seien. Nichtsdestotrotz stellt sich die Frage, ob es überhaupt umsetzbar wäre.

Können wir Dinosaurier klonen?

Bestimmt erinnerst du dich noch an Dolly. Mitte der 1990er-Jahre erblickte das Schaf als erstes aus einer ausdifferenzierten somatischen Zelle geklonte Säugetier das Licht der Welt. Heute steht das ausgestopfte Tier im Royal Museum of Scotland und Parade für das Klonen als Teil der Gentechnik.

Seitdem ist die Forschung weiter vorangeschritten – maßgeblich vorangetrieben durch den Paläontologen John Robert „Jack“ Horner. Er stand nicht nur Modell für Dr. Alan Grant (Sam Neill), eine der Hauptfiguren der „Jurassic Park“-Reihe, sondern fungierte mitunter als wissenschaftlicher Berater für die Film-Crew.

Im 1993 veröffentlichten ersten Teil der gefeierten Reihe eröffnete uns Steven Spielberg eine Welt ungeahnter Möglichkeiten. Mittels Dinosaurierblut, dass sich im Inneren von in Bernstein eingeschlossenen Mücken verbarg, hatten die Forscher:innen im Film die urzeitlichen Bestien zurück ins leben gebracht. In der Realität geht das aber nicht ganz so einfach.

Alte DNS birgt Probleme

Will man ein Tier, eine Pflanze oder ein anderes Lebewesen klonen, braucht man vor allem eines: intakte DNS. Je älter besagte DNS ist, desto schwieriger wird es auch, sie zu reproduzieren. Im Schnitt verliert ein Strang dieses notwendigen Bausteins circa alle 521 die Hälfte der auf ihm gespeicherten Informationen. Nun sind die letzten Dinosaurier aber vor etwa 60 Millionen Jahren ausgestorben. Was uns bleibt, ist ein verschwindend geringer Bruchteil dessen, was sie einst waren.

An dieser Stelle kommt Horner wieder ins Spiel. 2009 veröffentlichte der Paläontologe das Buch „Evolution rückwärts: Auf den Spuren des Dinosauriers im Huhn“. Darin beschreibt er mitunter die Möglichkeit, die evolutionäre Verbindung zwischen Vögeln und Dinosauriern nutzbar zu machen. Genetische Manipulation sollte Vögel typische Merkmale der Echsen ausbilden lassen – etwa einen längeren Schwanz, Zähne im Schnabel und Vordergliedmaßen mit drei Fingern. Merkmale wie diese ließen sich zuvor in frühen Stadien der Embryoentwicklung von Vögeln beobachten.

In Zusammenarbeit mit Genetiker:innen aus aller Welt arbeitet Horner dem Magazin Live Science zufolge seit jeher an der Umsetzung dieser Idee. Das Problem: „Echte“ Dinosaurier könnte man auf diese Weise nicht wieder zurückbringen. Ein Jurassic Park müsste also wohl oder übel auf genetisch veränderte Hühner zurückgreifen.

Quellen: „Evolution rückwärts: Auf den Spuren des Dinosauriers im Huhn“ (2010, Spektrum Akademischer Verlag); Live Science; Twitter/@max_hodak; eigene Recherche

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