Ein japanisches Unternehmen hat für 2019 die sogenannte „Shooting Star Challenge“ angekündigt – den ersten Testlauf für seine selbsterzeugten Sternschnuppen. Ein am Mittwoch gestartete, firmeneigene Satellit soll dann direkt über der Setouchi-Region in der Präfektur Hiroshima stehen und für den künstlichen Meteoritenschauer sorgen.

Ein Satellit hilft dem künstlichen Sternschnuppenregen

Am Mittwoch 19:30 Uhr (EST) ist ein Satellit des japanischen Unternehmens Astro Live Experiences oder auch ALE Co. Ltd. ins All gestartet. Er ist an Bord der Epsilon Rocket der japanischen Raumfahrtbehörde und soll den Sternschnuppenschauer im Jahr 2020 überhaupt erst ermöglichen. 2019 soll ein erster Testlauf stattfinden. Im Folgenden erklären wir dir, wie das mit den künstlichen Sternschnuppen funktioniert.

Wie funktioniert das mit den künstlichen Sternschnuppen?

Da es sich bei den Sternschnuppen nur um millimeter- bis zentimetergroßen Weltraumschmutz handelt, der in der Erdatmosphäre verglüht, schafft ALE die Nachahmung des Phänomens ganz simpel – durch die Verbrennung speziell angefertigter Pellets in einem vorgesehenen Bereich des Himmels.

Wichtig ist dabei vor allem das Material, damit die Kügelchen so hell verbrennen, dass sie auch aus 100 Kilometern Höhe noch sichtbar sind. Je nach Kundenbedarf sollen Brenndauer und Farbe wählbar sein.

Himmelsspektakel aus Technik und Natur
Himmelsspektakel aus Technik und Natur
Hamburg1/Funke Marke NRW/Hyperraum.TV

Jede Sternschnuppe 10 Sekunden

Für die bevorstehende „Shooting Star Challenge“ wird der Satellit von ALE etwa 500 Kilometer über Australien im Orbit platziert. Ausgehend von dieser Position entlädt er die Pellets in Richtung Japan, die anschließend rund 16 Minuten brauchen, um auf eine Höhe von 60 Kilometern über Setouchi zu fallen. Dort beginnen sie, zu verbrennen. Für das menschliche Auge sollen sie jeweils sogar ganze zehn Sekunden lang sichtbar sein.

Der Satellit selbst soll 300 bis 400 der künstlichen Sternschnuppen umfassen können und etwa ein Jahr in der Erdumlaufbahn verbringen. Neben den pyrotechnischen Effekten, soll er aber auch dazu dienen, wichtige Daten über die Physik in der oberen Atmosphäre zu sammeln.

Unterstützt wird das Projekt unter anderem von renommierten japanischen Universitäten, wie der Tohoku Universität und der Tokyo Metropolitan Universität.

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Künstliche Sternschnuppen kosten Millionen

Billig wird ein solches Lichtspektakel jedoch nicht. Spekulationen gehen von einem Preis von rund 500 Millionen Yen, also rund 3,8 Millionen Euro, aus. Damit wären die künstlichen Sternschnuppen weniger für Einzelpersonen, sondern mehr für öffentliche Events denkbar, wie beispielsweise die Olympischen Spiele in Tokyo 2020.

ALE Co. Ltd. ist eine japanische Firma, die 2011 gegründet wurde und heute etwa 20 Forscher beschäftigt. ALE-CEO Reina Okajima, 32-jährige Mutter und Doktorin der Astronomie, hatte die Idee von den eigenen Sternschnuppen als sie ihre Eltern während des Leoniden-Meteoritenschauers in Tottori besuchte.

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