Science 

13 Milliarden Jahre altes schwarzes Loch entdeckt

Der älteste Quasar der Welt stammt aus einer Zeit, "kurz" nach der Entstehung des Universums (hier: Illustration eines Quasars).
Der älteste Quasar der Welt stammt aus einer Zeit, "kurz" nach der Entstehung des Universums (hier: Illustration eines Quasars).
Foto: imago
Das Alter des massiven schwarzen Loches widerlegt bereits bestehende Theorien. Man erhofft sich nun neue Erkenntnisse zur Entstehung des Weltraums.

Forscher haben das bislang älteste supermassive schwarze Loch entdeckt und auf 13,1 Milliarden Jahre datiert. Mit seiner geschätzten Masse, die dem 800-Millionen-fachen der Sonne entspricht, ist es nicht nur eine riesige Erscheinung. Vielmehr stammt es aus einer Zeit, als das Universum selbst noch in seinen Kinderschuhen steckte und nur etwa fünf Prozent so groß war wie jetzt. Denn der Urknall wird auf 13,8 Milliarden Jahre vor unserer Zeit geschätzt.

Schwarzes Loch gehört zur Kategorie der Quasare

Dass es bereits in diesen Anfangszeiten des Universums derart massive schwarze Löcher gab, wirft einige wissenschaftliche Theorien über den Haufen. Bei dem jetzt entdeckten Objekt, das den klingenden Namen ULAS J1342+0928 bekam, soll es sich um einen sogenannten Quasar handeln. Dabei handelt es sich um eine Kombination aus einem schwarzen Loch, das von einer Scheibe leuchtender Materie umgeben ist und deshalb besonders leuchtkräftig ist. In derart extremer Entfernung sollen etwa nur 20 bis 100 Quasare existieren, sind Forscher überzeugt.

Was ist ein Quasar?

Quasare sollen helfen, das Universum zu verstehen

Dass ein derart massives schwarzes Loch bereits 690 Millionen Jahre nach der Entstehung des Universums existierte, ist für die Wissenschaft nur schwer erklärbar. Sie gingen bisher davon aus, dass die Zeitspanne für schwarze Löcher zu kurz ist, um eine derartige Riesen-Masse zu erreichen. Daher wollen die Forscher weitere derartige Quasare aus dieser Zeit entdecken, um daraus neue Erkenntnisse auf die Entstehungsprozesse unseres Universums zu bekommen.

Rückschlüsse auf Urknall erhofft

Unter anderem soll geklärt werden, wie das frühe Universum schließlich illuminiert wurde. Einige Theorien gehen von einigen riesigen Sternen aus, deren Licht für die Wandlungsprozesse und Stabilisierung des Universums verantwortlich waren. In jüngerer Zeit werden aber derartigen schwarzen Löchern und Quasaren mehr Beachtung geschenkt. Sie könnten der Schlüssel sein, um die Entstehungsprozesse nach dem Urknall besser erklären zu können.

Dieser Artikel erschien ursprünglich auf futurezone.at.

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