Wer am Freitag den Start einer Falcon-9-Rakete von SpaceX im offiziellen Livestream verfolgt hat, wird sich wohl gewundert haben, warum die Live-Bilder plötzlich beendet wurden. Etwa neuen Minuten nach dem erfolgreichen Start und zwei Sekunden vor der zweiten Raketenstufe war die Übertragung aus dem Weltall zu Ende.

Abschaltung der Kameras

Der Kommentator des Livestream betonte, dass es sich dabei nicht um Fehler oder gar um einen Unfall handelt, sondern dass die Übertragung absichtlich eingestellt werden musste. Und zwar weil es die US-Behörde National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) so verlangt habe.

Die Kameras, die SpaceX an den Raketen anbringt, fallen unter Zuständigkeit der NOAA. Da die Behörde diese als Fernerkundungssysteme klassifiziert, muss vor jedem Start eine entsprechende Erlaubnis für eine Live-Übertragung eingeholt werden. Die Lizenz, die SpaceX für den Falcon-9-Start am Freitag erhalten hatte, verlangte die Abschaltung der Kameras beziehungsweise des Livestreams nach Stufe zwei.

Keine rationale Begründung

Eigentlich sollen die regulatorischen Bedingungen der NOAA, die eine Lizenz für Übertragungen aus dem Weltall verlangen, Privatpersonen daran hindern, ihre eigenen privaten Spionagesatelliten ins All zu schießen. Daher sei es unverständlich, warum die US-Behörde den SpaceX-Livestream derart streng reguliert, wie der Astrophysiker Jonathan McDowell auf Twitter schreibt. Es gäbe keine rationale Begründung, warum eine derartige Live-Übertragung die nationale Sicherheit gefährden könnte.

Zukünftig strengere Vorgehensweise

Der Space-Reporter Peter de Selding führt eine weitere mögliche Begründung für die Regulierung der NOAA an. Demnach könnte die Behörde beim Umgang mit SpaceX-Streams nun wesentlich strenger vorgehen, da es für die Live-Übertragung vom Tesla, der mit der Falcon-Heavy-Rakete ins All befördert wurde, keine entsprechende Zulassung gegeben hat.

— Jonathan McDowell (@planet4589) March 30, 2018

Zukünftig strengere Vorgehensweise

Der Space-Reporter Peter de Selding führt eine weitere mögliche Begründung für die Regulierung der NOAA an. Demnach könnte die Behörde beim Umgang mit SpaceX-Streams nun wesentlich strenger vorgehen, da es für die Live-Übertragung vom Tesla, der mit der Falcon-Heavy-Rakete ins All befördert wurde, keine entsprechende Zulassung gegeben hat.

Für den nächsten Raketenstart, der für morgen Montag ansteht, soll SpaceX jedenfalls über eine Lizenz verfügen, die eine Live-Übertragung in voller Länge erlaubt. Zu sehen gibt es eine Falcon 9, die mit einer Dragon-Raumkapsel Richtung ISS startet. An Bord sind 1,7 Tonnen Fracht. Der Booster bei diesem Start wurde bereits im August 2017 für eine Transportmission genutzt.

Dieser Artikel erschien zuerst bei futurezone.at.

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