Menschen, die nah am Flughafen wohnen, kennen das Problem: Wenn ein Flugzeug nach dem anderen abhebt oder landet, entsteht zwangsläufig Lärm. Und dieser Lärm kann die Lebensqualität der Bewohner in der Umgebung des Airports stark einschränken. Grund genug also nach Lösungen zu suchen, die Lärmbelästigung zu beseitigen.

Testflüge über Kalifornien

Genau das hat nun die NASA getan, wie sie auf ihrer Homepage schreibt. Das Forschungszentrum der US-Bundesbehörde in Kalifornien hat eine Maschine des Typs Gulfstream III genutzt, um umfangreiche Testflüge über dem Gelände des Rogers Dry Lake durchzuführen. Um die Auswirkungen auf die Geräuschentwicklung der Gulfstream überprüfen zu können, ließ die NASA den Flieger in einer Höhe von rund 120 Metern über eine Anordnung von 185 Mikrofonen fliegen. Die Forscher konzentrierten sich dabei auf gleich drei Besonderheiten, die bei Starts und Landungen für ein erhöhtes Lärmaufkommen sorgen.

Zuerst schauten sich die Forscher der NASA das Fahrwerk der Maschine an. Sobald das Flugzeug nämlich startet oder landet, ist dieses ausgefahren und stört die Aerodynamik des Fliegers. Die Gehäuse, die die Reifen des Flugzeugs abdecken, sorgen zwar schon für einen besseren Luftstrom, sind aber bei weitem nicht perfekt. Um der Luft möglichst wenig Wiederstand zu bieten, nutzten die NASA-Forscher also Abdeckungen, die an der vorderen Seite mit winzigen Löchern versehen sind, um den Luftstrom zu verbessern und so die Geräuschentstehung zu minimieren.

„Flaps“ sorgen für den Auftrieb

Der nächste Bereich des Fliegers, auf den sich die Ingenieure fokussierten, betraf ebenfalls das Fahrwerk. Einmal ausgefahren, entstehen über diesem große Hohlräume. Auch dort strömt Wind ein und sorgt für Lärm. Montierte Winkel und ein Netz, sollen die Luft in andere Richtungen lenken und führten den Tests nach ebenso zu einer verminderten Lärmkulisse.

Die sogenannten „Flaps“ oder Auftriebshilfen, dienen dem besseren Auftrieb der Maschine. Sie sind an den Flügeln angebracht und werden genutzt, um in bestimmten Flugsituationen den Auftrieb zu vergrößern. Der Einsatz dieser „Flaps“ macht es Flugzeugen bereits bei geringeren Geschwindigkeiten möglich abzuheben, was vor allem den Start und die Landung vereinfacht. Aber auch sie sorgen in ausgeklapptem Zustand für Lärm. Um auch hier für einen besseren Luftstrom zu sorgen, nutzen die Forscher flexible „Flaps“, die im Gegensatz zu den herkömmlichen Auftriebshilfen ohne Lücken zwischen Flügel und „Flap“ montiert worden sind.

Lärm um 70 Prozent reduziert

Die Ergebnisse können sich sehen lassen, denn die verhältnismäßig einfachen Modifikationen sorgten für einen Rückgang des Lärmpegels um mehr als 70 Prozent.

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„Das Ziel der NASA war es, den Lärmpegel von Flugzeugen deutlich zu reduzieren, um die Lebensqualität der Menschen zu verbessern, die in der Nähe von Flughäfen wohnen“, so Mehdi Khorrami, einer der beteiligten Forscher. Ob und wann diese Änderungen jedoch auch von großen Flugzeugbauern wie Boeing oder Airbus umgesetzt werden, ist nicht bekannt.

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