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Dank der NASA ist selbst die Venus bald nicht mehr vor Menschen sicher

Die NASA scheut sich nicht davor, Menschen zur Venus zu schicken.
Die NASA scheut sich nicht davor, Menschen zur Venus zu schicken.
Foto: imago/Science Photo Library
Können Menschen bis zur Venus fliegen? Geht es nach der NASA, lautet die Antwort eindeutig Ja. Erste Pläne werden gerade ausgearbeitet.

Die Venus ist als Ziel für die bemannte Raumfahrt bisher wenig in Erscheinung getreten. Das soll sich nun ändern. Zumindest, wenn es nach der amerikanischen Luft- und Raumfahrtbehörde NASA geht.

Menschen auf der Venus: NASA ignoriert die Umgebungsbedingungen

Bisherige Missionen zur Venus haben gezeigt, dass es sich bei dem Planeten weniger um ein für Menschen geeignetes Habitat, als um einen Ort unzumutbarer Temperaturen, zersetzender, giftiger Atmosphäre und zerstörerischen Drucks an der Oberfläche handelt:

  • Etwa 460 Grad Celsius auf der Planetenoberfläche
  • Karge, steinige Beschaffenheit
  • Vulkanische Erscheinungen
  • Ozeangroße Gebirgsregionen

Die NASA sieht The Conversation zufolge darin allerdings kein Problem, denn man arbeitet bereits an dem Konzept einer bemannten Mission zur Venus, genannt "High Altitude Venus Operational Concept" (HAVOC). Dass "Havoc" eigentlich Chaos bedeutet, ist bestenfalls nur ein Zufall.

Wie soll das Venus-Konzept ermöglicht werden?

Tatsächlich ist es nicht NASAs Plan, Menschen auf die Oberfläche der Venus zu befördern. Vielmehr sollen sie die dichte Atmosphäre, die überraschenderweise die erdähnlichste Region des Sonnensystems darstellt, als Ausgangsbasis für weitere Erkundungen nutzen.

In einer Höhe von 50 bis 60 Kilometern kommen Temperatur und Druck der oberen Venusatmosphäre durchaus den Bedingungen der unteren Erdatmosphäre gleich. Da die Venus darüber hinaus der Sonne deutlich näher ist, kann auch mehr Nutzen aus Solarenergie gezogen werden, um Strom zu erzeugen.

Geplante Phasen der Venus-Mission:

  • Phase 1: Erkundung durch ein 31 Meter langes Luftschiff. Hierbei sollen alle Technologien getestet werden, die bei einer bemannten Mission zum Einsatz kämen.
  • Phase 2: Astronauten umkreisen die Venus. Individuelle Komponenten sollen ferngesteuert zusammengesetzt werden. Sind alle Vorbereitungen abgeschlossen, beteiligt sich die Crew an der Montage größerer Bauteile.
  • Phase 3: Das Luftschiff begibt sich in die Atmosphäre der Venus und wird dort mit Luft gefüllt, damit sich die Crew für etwa dreißig Erdentage an Bord begeben kann.

Termin der Venus-Mission steht noch aus

Bisher gibt es kein offizielles Datum für den Start einer HAVOC-ähnlichen Mission. Der Langzeitplan muss zudem erst einmal durch erfolgreiche, kurze Testmissionen gestützt werden. Mit der gegenwärtigen Technologie ist das aber bereits möglich. Genutzt werden sollen dafür Luftschiffe, die für bestimmte Zeiträume in der Atmosphäre verbleiben können und dort um die Venus herumschweben.

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Materialien wie Teflon sowie verschiedene Kunststoffe, die eine hohe Resistenz gegen Säuregehalt besitzen, könnten für die Außenhülle der Luftschiffe genutzt werden. Theoretisch sollte es aufgrund der guten Bedingungen in der Venusatmosphäre sogar möglich sein, dass sich Passagiere auf eine Plattform außerhalb des Luftschiffs begeben. Nötig wären dazu nur die Versorgung mit Sauerstoff sowie ein Schutzanzug gegen chemische Gefahrenstoffe.

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