Science 

Chinas Gen-Babies könnten durch CRISPR intellektuell überlegen sein

Die weltweit ersten genetisch optimierten Babys aus China sind da

Wenn es stimmt, ist es eine Weltsensation, die ebenso faszinierend wie moralisch diskutabel ist: In China wurden die ersten genetisch optimierten Babys geboren.
Di, 27.11.2018, 13.07 Uhr

Die weltweit ersten genetisch optimierten Babys aus China sind da

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Die Genmanipulationen an Babys in China sorgten weltweit für Schlagzeilen. Nun vermuten Forscher, dass die Manipulationen auch Einfluss auf die Gehirne der Zwillinge gehabt haben.

Die Hirne zweier im vergangenen Jahr in China geborenen Mädchen könnten durch die Genmanipulationen auf eine Weise verändert worden sein, die die Wahrnehmung und das Gedächtnis verbessert haben, vermuten Wissenschaftler. Man geht gegenwärtig davon aus, dass die Zwillinge deutlich intelligenter werden könnten, als es im Normalfall der Fall gewesen wäre.

Video: Was ist CRISPR?

Genmanipulation sollte Zwillinge immun gegen HIV machen

Die Zwillinge, die auf die Namen Lulu und Nana hören, sorgen bereits seit ihrer Geburt für Schlagzeilen. Denn bevor die Mädchen überhaupt das Licht der Welt erblickten, nahm ein chinesischer Forscher Änderungen an ihren Genen vor. Sein Ziel: Die Babys immun gegen HIV zu machen, das Virus also, das für AIDS verantwortlich ist. Aus dem Genom der eigentlich völlig gesund geborenen Zwillinge wurde zu diesem Zweck das Gen CCR5 gelöscht.

Dem Gen selbst wurde durch Tests unter Laborbedingungen die Unterdrückung kognitiver Funktionen zugeschrieben. Reale Beobachtungen deuten zudem darauf hin, dass ein Fehlen von CCR5 mit höherer intelligenter Leistung einhergeht. Neue Studien zeigen, dass die Entnahme des Gens nicht nur Mäuse intelligenter macht – auch die Gehirne von Schlaganfallpatienten erholten sich dadurch besser und schneller als gewöhnlich.

Sorgt Genveränderung für verändertes Gedächtnis?

"Die Antwort ist wahrscheinlich 'Ja', es hat ihr Gehirn beeinflusst", sagt auch Alcino J. Silva, Neurobiologe an der University of California. Er vermutet, dass die Genveränderungen dafür sorgen könnten, dass sich die kognitiven Funktionen der Zwillinge verändern. Das Gedächtnis könnte dadurch verbessert worden sein, da das Gehirn durch die Mutationen in der Lage sei, neu Verknüpfungen herzustellen, wie MIT Technology Review berichtet.

He Jiankui, so der Name des Forschers, der die Veränderungen an den Mädchen vornahm, ist weltweit umstritten. In seinem Heimatland erwartet ihn Unerfreuliches: Die chinesiche Regierung droht ihm mit der Todesstrafe. Erst kürzlich kam heraus, dass sich auch die Universität Stanford in den Fall einschaltete und nun gegen sich selbst ermittelt.

Der Wissenschaftler soll gegenwärtig unter Hausarrest der chinesischen Regierung stehen und sein Urteil erwarten.

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