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Zu wenig Schlaf kann dich deine Karriere kosten – zumindest laut Forschung

Du solltest besser schlafen, es könnte dich sonst deinen Job kosten.
Du solltest besser schlafen, es könnte dich sonst deinen Job kosten.
Foto: imago/Panthermedia
Dass unausgewogenes Schlafverhalten nicht gut für dich ist, merkst du wahrscheinlich selbst. Aber wusstest du, dass sich fehlende Nachtruhe auch auf deine berufliche Zukunft auswirken kann?

Wenn du wenig geschlafen hast, merkst du recht schnell, wie nachteilig sich das auf deinen Körper auswirkt. Darunter leiden können dann natürlich auch dein soziales Leben und deine Beziehungen. Neu ist für dich aber vielleicht, dass dich zu wenig Nachtruhe auch im Beruf einiges kosten kann. Besser zu schlafen scheint in diesem Bereich Forschern zufolge also zumindest genauso wichtig sein.

Besser schlafen: Deshalb ist sonst dein Job gefährdet

Laut einer Studie, die mit 1.011 Teilnehmern vom Matratzenhersteller The Sleep Judge durchgeführt wurde, suchen sich Menschen, die mit ihrem Schlafverhalten unzufrieden sind, mit höherer Wahrscheinlichkeit einen neuen Job. Je länger sie sich müde fühlen, desto negativer reagieren sie beispielsweise auf ihre Vorgesetzten.

Ein Grund dafür kann sein, dass selbst ein geringes Level an Unzufriedenheit auf der Arbeit durch einen Mangel an Nachtruhe so verstärkt wird, dass deine Toleranzschwelle schnell überschritten ist. Dabei muss der fehlende Schlaf nicht einmal in Zusammenhang mit deinem Job stehen.

Auf der anderen Seite ist es auch möglich, dass du gefeuert wirst. Deutsche Unternehmen sollen immerhin gegenwärtig bis zu 55 Milliarden Dollar pro Jahr durch die geringere Produktivität schläfriger Angestellter einbüßen. Laut Prognose soll sich dieser Verlust bis 2030 auf rund 63 Milliarden Dollar erhöhen.

Ohne Schlaf kein richtiger Zugang zum Gehirn

Verwunderlich ist das nicht, denn Forbes zufolge sorgt Schlafmangel im beruflichen Umfeld nämlich dafür, dass nicht nur deine Laune und deine Fähigkeit zum Fokussieren beeinträchtigt werden, sondern auch dein Zugriff auf höhere Gehirnfunktionen. Besonders beeinträchtigt sind beispielsweise die Verarbeitung von Informationen, deine Problemlösungsfähigkeiten und kreative Denkprozesse. Dafür steigen dein Stresslevel und emotionale Sensibilität umso mehr.

Besonders unzufrieden mit ihrer Schlafmenge sind sind der Studie zufolge Angestellte in den folgenden Industrien:

  • Einzelhandel
  • Medizin und Gesundheitspflege
  • Kunst und Unterhaltung
  • Bildung

Am zufriedensten sind jene Befragten, die in den Bereichen Informationsdienste und Datenverarbeitung sowie der Technologie-Branche arbeiten. Diese wechseln allerdings auch am schnellsten den Job, sobald das Schlafverhalten als unbefriedigend eingestuft wird.

Schlafmangel hat viele Gesichter

Schlafdefizite äußern sich dabei auf unterschiedliche Art. Während die einen beispielsweise immer wieder aufwachen, passen die Schlafzeiten der anderen nicht zu ihrem biologischen Rhythmus. Das "verschobene Schlafphase-Syndrom" sorgt dagegen dafür, dass du sehr lange brauchst, um einzuschlafen und dadurch sogar noch anfälliger bist für generellen Schlafentzug.

Wie viel ist nötig, um besser schlafen zu können?

Um ausreichend Ruhe zu bekommen, sollen durchschnittlich sieben bis neun Stunden Schlaf nötig sein. Das Problem: Nicht jeder ist in der Lage, genau diesen Zeitraum abzudecken. Vielleicht gehörst du aber auch zu den Menschen, die weniger als fünf Stunden Schlaf benötigen.

Eine alternative Lösung dazu ist es, nicht die Länge, sondern die Qualität deines Schlafes zu steigern. Das kannst du beispielsweise durch folgende Maßnahmen erreichen:

  • Verzichte auf Schlafmittel wie Alkohol und Tabletten
  • Trink kein Koffein mehr nach dem Mittag
  • Vermeide blaues Licht, es hält dein Gehirn wach und kann fatale Folgen für deine Augen haben.
  • Wach immer zur selben Zeit auf.
  • Lern wie viel Schlaf du tatsächlich benötigst.
  • Eliminiere Unterbrechungen.
  • Versuch dich in Meditation.
  • Mach Mittagsschlaf, wann immer es möglich ist.

Schlaf ist nicht nur für den Körper wichtig

Bist du im Beruf eigentlich auf einem guten Weg und nur minimal unzufrieden, kann dir dein Schlafdefizit dennoch einen Strich durch die Rechnung machen. So sinkt nicht nur deine Toleranzgrenze, sondern auch deine Produktivität, da du dein Gehirn nicht in vollem Umfang nutzen kannst.

Resultat: Gehst du nicht von allein, wirst du Im schlimmsten Fall aufgrund schlechter Leistung gekündigt. Besser schlafen kann die Lösung dieses Problems sein. Dabei ist aber nicht nur die Länge deiner Nachtruhe wichtig, sondern auch deren Qualität. Mithilfe von Schlaf-Apps kannst du diese beispielsweise steigern. Das könnte dir am Ende deine Karriere retten.

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