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Meteorit aus fremdem Sonnensystem trifft auf die Erde – und keiner hat's bemerkt

Schon vor einigen Jahren könnte ein Meteorit eingeschlagen sein, der aus einem anderen Sonnensystem stammt.
Schon vor einigen Jahren könnte ein Meteorit eingeschlagen sein, der aus einem anderen Sonnensystem stammt.
Foto: iStock/Marharyta Marko
Noch bevor Wissenschaftler vom mysteriösen Weltraumobjekt Oumuamua in den Bann gezogen wurden, könnte ein interstellarer Meteorit auf der Erde eingeschlagen sein.

Seit 2017 sind Astronomen weltweit begeistert und verwundert zugleich, denn "Oumuamua" hat uns einen Besuch abgestattet. Das zigarrenförmige Objekt im All stammt aus einem anderen Sonnensystem und verhält sich äußerst merkwürdig. Noch spannender ist aber, dass auf der Erde anscheinend schon drei Jahre zuvor erstmalig ein interstellarer Meteorit eingeschlagen sein könnte.

Meteorit eingeschlagen: Das ist über den interstellaren Besuch bekannt

Eine neue Studie hat den potenziellen und unbemerkten Meteoriteneinschlag auf der Erde ans Licht gebracht. Eine Erkenntnis ist, dass uns Objekte aus anderen Sonnensystem häufiger besuchen könnten als angenommen. Damit wäre der Vorfall von 2014 womöglich auch nicht das erste Mal, dass auf unserem Planeten ein interstellarer Meteorit eingeschlagen ist. Das Spannende daran: Diese Objekte helfen, Leben von Stern zu Stern zu transportieren.

Professor Avi Loeb, einer der Autoren der Studie, erlangte bereits durch seine These Berühmtheit, dass Oumuamua eine Alien-Sonde sei. Gemeinsam mit dem leitenden Autor Amir Siraj hatte er nun einen Katalog untersucht, der durch US-amerikanischen Sensoren aufgezeichnete Meteoritenereignisse umfasst.

Die Forscher konzentrierten sich dabei ausschließlich auf die schnellsten Objekte. Besonders hohe Geschwindigkeiten sollen nämlich mangelnde Bindung durch die Gravitation der Sonne suggerieren und damit einen Ursprung außerhalb unseres Sonnensystems andeuten.

Interstellare Objekte sollen besser entdeckt werden

Loeb und Siraj identifizierten einen Meteor mit einem knappen Meter Durchmesser und einer Geschwindigkeit von rund 216.000 Kilometern pro Stunde, der am 8. Januar 2014 in einer Höhe von 18,7 Kilometern über der Manus-Insel im Norden von Papua-Neuguinea vermerkt wurde. Seine Dichte ließ vermuten, dass das Objekt während seiner Reise eine gravitationsbedingte Beschleunigung erfahren hatte.

Loeb sagte: "Wenn diese Meteore aus der bewohnbaren Zone eines Stern herauskatapultiert werden, könnten sie helfen, Leben von einem Planetensystem zu einem anderen zu transportieren."

Um besser auf den Ernstfall vorbereitet zu sein, falls ein Meteorit einzuschlagen droht, planen Astronomen in Zukunft ein Alarmsystem zu installieren. Dieses würde umfassen, dass sich Teleskope automatisch auf Meteore richten, die sich mit hoher Geschwindigkeit an der Erde vorbei bewegen.

Asteroiden und Meteoriten unter Beobachtung

Auch die NASA hat Flugkörper aus dem All im Blick und versucht zu verhindern, dass Objekte wie ein Meteorit einschlagen können. Erst kürzlich kam es zu einem Deal mit SpaceX, eine Rakete auf Asteroiden zu schießen, um deren Einschlag zu verhindern. Kein Wunder, dass Forscher weltweit bereits für den Asteroideneinschlag üben, der uns irgendwann zum Verhängnis werden könnte.

Eine reale Gefahr durch Asteroiden könnte uns übrigens am 9. September 2019 drohen. An diesem Tag besteht eine gewisse Wahrscheinlichkeit für einen Einschlag auf der Erde. Und selbst ein scheinbar harmloser Meteroitenschauer wie die Beta Tauriden sind in der Lage, Unheil zu bringen. Unter ihnen soll der Meterorit gewesen sein, der das mysteriöse Tunguska-Ereignis verursacht hat.

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