Dass es Wasser auf dem Mars gegeben haben muss, wird von vielen Astronom:innen bereits seit längerem vermutet. Nun glauben Wissenschaftler von der Northern Arizona University, dass es das kühle Nass in einer bestimmten Region gab.

Wasser auf dem Mars: Spuren führen in eine bestimmte Region

Vor über 4 Milliarden Jahren, so schätzen Wissenschaftler:innen, gab Wasser auf der Oberfläche des Roten Planeten. Oft dachte man hierbei, dass sich ganze Meere, Seen und Flüsse über den Mars erstreckten.

Dr. Ari Koeppel von der Northern Arizona University glaubt beweisen zu können, dass es Wasser an einer bestimmten Stelle gegeben haben muss. Alle Hinweise führen laut seiner Beobachtungen in die mit Kraterkesseln und Canyons durchsetze Region Arabia Terra. Sie liegt in den nördlichen Breiten des Planeten und ist etwa so groß wie Europa.

Hier finden sich außerdem Gebirgsbänder. Auf den Aufnahmen der NASA sieht es so aus, als bestehen diese Berge aus Sedimentgestein. Das ist laut Dr. Koeppel und seinen Kollegen ein eindeutiges Indiz dafür, dass einst Wasser auf dem Mars geflossen sein muss.

Arabia Terra
Diese Aufnahme von NASA´s Mars Reconnaissance Orbiter zeigt die Bergzüge der Region Arabia Terra, in der Wasser geflossen sein soll. Credit: imago / UPI Photo

Gestein liefert erste Beweise

Dr. Ari Koeppel glaubt zusammen mit seinen Assistenten Professor Christopher Edwards, Andrew Annex, Kevin Lewis und Gabriel Carrillo durch Wasser geformtes Gestein entdeckt zu haben. Es habe demnach aber nur sehr kurz Wasser auf dem Mars gegeben.

Grund hierfür sei die geringe Kohäsion des Marsbodens, also die Beschaffenheit der Oberfläche.

„Wir waren speziell daran interessiert, Gesteine auf der Marsoberfläche zu verwenden, um ein besseres Verständnis der vergangenen der Bedingungen vor drei bis vier Milliarden Jahren zu erhalten und ob es klimatische Bedingungen gegeben hat, die für Leben auf der Oberfläche geeignet waren.“

Dr. Ari Koeppel via phys.org

Dabei stellte sich für die Wissenschaftler die Frage, ob und wie lange es Wasser auf dem Mars gegeben haben könnte, dass sich nicht sofort verflüchtigt. Gesteinsschichten, die auf Satellitenaufnahmen so aussehen, als wären sie durch Wasser geschliffen worden, könnten ein trügerisches Bild der Frühphase des Planeten zeigen.

So habe man laut Koeppel die thermische Trägheit der Oberfläche untersucht. Die Oberflächentemperatur könne Aufschluss darüber liefern, wie gut Wasser „gehalten“ werden kann.

Wenn das Material locker ist, also nur als losen Sand- und Staubpartikel besteht, ist das ein Indiz für eine sich schnell abkühlende Umgebung. Felsgestein kann Wärme viel länger speichern und somit fließendes Wasser ermöglichen.

Wasser auf dem Mars anders als erwartet

Durch den Vergleich der Thermaldaten des Bodens und der Bodenerosion, gewannen die Astronomen Erkenntnisse über die Wassermenge auf dem Mars.

„Wir haben herausgefunden, dass die Ablagerungen viel weniger kohäsiv sind, als man zuvor gedachte. Das deutet darauf hin, dass die Umgebung nur für eine kurze Zeit Wasser hatte.“

Dr. Ari Koeppel via phys.org

Demnach seien auch die anscheinend festen Gesteinsketten, die auf Satellitenbilder zu sehen sind, nicht dafür geeignet gewesen, Wasser über lange Zeit auf der Marsoberfläche zu tragen. Dass es vor Milliarden Jahren Leben auf dem Mars gegeben haben könnte, kann somit zumindest angezweifelt werden.

Selbst wenn diese Erkenntnis für viele Mars-Fans enttäuschend sein muss, birgt der Planet dennoch viele Geheimnisse.

Quellen: phys.org, eigene Recherchen

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