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Dieses bizarre Weltraum-Objekt ist eine Rarität

Je länger die Astronomen an dem bizzaren Objekt im Universum forschten, desto mehr Rätsel taten sich auf. (Symbolbild)
Je länger die Astronomen an dem bizzaren Objekt im Universum forschten, desto mehr Rätsel taten sich auf. (Symbolbild)
Foto: imago images/Science Photo Library
Der Kosmos ist voll von faszinierenden Dingen. Eins der ungewöhnlichsten Weltraumobjekte haben Forscher jedoch erst kürzlich entdeckt.

Das Universum ist riesig und daher auch voll mit kuriosen Phänomenen, die immer wieder neue Rätsel aufwerfen. Von Sternen mit Hochgeschwindigkeit, über riesige Wasserreservoirs bis hin zu lange unentdeckten Exoplaneten. Es scheint, als gäbe es nichts, was im Universum nicht existiert. Astronomen haben einen bizarren Stern entdeckt, der sich als eins der seltensten Weltraum-Objekte aller Zeit erweisen könnte. Denn: Die Forscher vermuten, dass nur fünf oder sechs solcher Objekte in der Galaxie existieren.

Das Universum steckt voller Überraschungen: Kurioser Stern entdeckt

Bei dem kuriosen Objekt, dass Forscher der Universität Bonn entdeckten, handelt es sich um einen Stern, den die Wissenschaftler J005311 tauften. J005311 befindet sich in der Konstellation Cassiopeia, die etwa 10.000 Lichtjahre von unserer Erde entfernt liegt. Doch was macht den Planeten so besonders?

Bei dem Objekt handelt es sich um einen hellen Stern, der von Gasnebel umgeben ist. Allerdings sendet er kein sichtbares Licht, sondern nur Infrarotstrahlung aus. Diese Kombination hat die Forscher stutzig gemacht.

Was hat es mit J005311 auf sich?

Das Bonner Forscherteam hoffte auf eine plausible Erklärung und stellte weitere Untersuchungen an. Doch die ließen J005311 nur noch kurioser erscheinen. Die Analyse des Spektrums der Strahlung, die von dem Stern und dem ihn umgebenden Nebel ausgeht, warf für die Wissenschaftler völlig neue Rätsel auf.

In der unmittelbaren Umgebung des Sterns konnten weder Wasserstoff, noch Helium nachgewiesen werden. Außerdem fanden die Forscher heraus, dass J005311 rund 40.000-mal heller ist als die Sonne. Dazu kommt, dass der Stern einen vergleichsweise starken Wind mit einer Geschwindigkeit von wahnsinnigen 16.000 km pro Sekunde produziert. Zum Vergleich: Die schnellsten Sternenwinde erreichen normalerweise eine Höchstgeschwindigkeit von 2.000 km pro Sekunde. Das laue Lüftchen, das von J005311 ausgeht, ist somit acht mal so schnell wie bei vergleichbaren Sternen.

Produkt zweier weißer Sterne?

Die Astronomen haben eine Erklärung für das bizarre Schauspiel: Sie gehen davon aus, dass J005311 das Produkt zweier Sterne ist, die längst tot waren, sich jedoch vereinigten und dann neu entzünden konnten.

Das Szenario soll wie folgt ausgesehen haben: Die beiden Sterne wurden sonnenähnlich geboren, haben dann über Jahre hinweg all ihren Wasserstoff und ihr Helium abgebrannt. Dadurch sind sie geschrumpft und schließlich zu sogenannten weißen Zwergen abgekühlt.

Bei weißen Zwergen handelt es sich um das Endstadium in der Entwicklung der meisten Sterne: Wasserstoff und Helium sind verbraucht und sie schrumpfen so stark, dass sich ihre Masse enorm verdichtet und für eine vergleichsweise hohe Oberflächentemperatur im Verhältnis zur Strahlung sorgt.

Dass es sich um verschmolzene, weiße Zwerge handelt erklärt also, den Mangel and Wasserstoff und Helium sowie die extreme Helligkeit durch Infrarot-Strahlung. Auch für die starken Winde haben die Wissenschaftler eine Erklärung: Sie gehen davon aus, dass verschmolzene weiße Zwerge über stark rotierende Magnetfelder verfügen. Diese Magnetfelder sollen wie eine Art Turbine arbeiten und somit den Wind beschleunigen.

Das All fasziniert Forscher, Bürger und mächtige Unternehmen.

Rechtzeitige Entdeckung: J005311 wird bald sterben

"Ein solches Ereignis ist äußerst selten", so Götz Gräfener, einer der Autoren der Studie. "Es gibt wahrscheinlich nicht mal ein halbes Dutzend solcher Objekte in der Milchstraße, und wir haben eines davon entdeckt.

Das Team geht davon aus, dass J005311 erst vor ein paar tausend Jahren entstanden ist und wahrscheinlich auch nur noch ebenso lange existieren wird – in der kosmischen Zeitrechnung ist das ein Wimpernschlag. Sobald die noch auf dem Planeten existierenden Elemente vollständig zu Eisen verschmolzen sind, wird J005311 unter seiner eigenen Schwerkraft zusammenbrechen.

Die Astronomen erwarten ein gewaltiges Spektakel: Das Ende von J005311 wird vermutlich von einer Supernovaexplosion begleitet sein. Zurück bleibt dann ein Neutronenstern.

Das Universum hält noch weitere Kuriositäten bereit

Vielleicht sollten Astronomen ihre Zeitrechnung noch einmal überdenken, denn: Das Universum ist eine Milliarde Jahre jünger als bisher angenommen. Unabhängig davon, wie lange er noch existiert ist J005311 eine der bizarrsten Erscheinungen im Universum. Diese fünf kuriosen Weltraumobjekte haben Forscher ebenfalls lange rätseln lassen.

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