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Die 4 Reiter der Apokalypse: So dämonisch läuten sie das Ende der Welt ein

Die Reiter der Apokalypse stürzen die Welt ins Chaos, damit die Lebenden und die Toten gerichtet werden können (Gemälde von Viktor Vasnetsov, 1887)
Die Reiter der Apokalypse stürzen die Welt ins Chaos, damit die Lebenden und die Toten gerichtet werden können (Gemälde von Viktor Vasnetsov, 1887)
Foto: Von Wiktor Michailowitsch Wasnezow - http://lj.rossia.org/users/john_petrov/166993.html, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=2649874
Sie sind die Boten des nahenden Weltuntergangs: die apokalyptischen Reiter. Von der Bibel haben sie ihren Weg in die Annalen der Popkultur gefunden. Wir erklären, wie die vier unheimlichen Wesen das geschafft haben.

Nahezu jeder hat schon einmal von den unheimlichen Wesen gehört: den Reitern der Apokalypse. In ihrem Namen steckt schon das ganze Grauen: Sie sind die Vorboten des Weltuntergangs. Eigentlich biblischen Ursprungs sind sie heute ein fester Bestandteil der Popkultur geworden und haben regelmäßig öffentliche Auftritte, sei es in Mystery-Serien wie "Charmed" oder "Supernatural", als Bandname oder in Games wie "World of Warcraft". Doch was steckt hinter dem Mythos? Wir erklären es dir.

Reiter der Apokalypse: Ein Teil des Jüngsten Gerichts

Wer im Religionsunterricht gut aufgepasst hat, wird es wissen: Die Reiter der Apokalypse entspringen der Bibel. Es sind vier auf Pferden reitende, menschenähnliche Geschöpfe, die als Boten für die Menschheit dienen. Ihr Erscheinen kündigt das Ende der irdischen Existenz an, auch das Jüngste Gericht oder die Nacht ohne Morgen genannt.

Diese Endzeitvision gab es schon in der Antike und im Alten Testament. Dabei entscheidet ein Richter über den Verbleib jeder einzelnen auf Erden wandelnden Seele. Es geht um die Trennung der Gerechten von den Ungerechten und die Bestrafung Letzterer. Für die abrahamitischen Religionen ist dieses Gericht ein Gottesgericht, bei dem der wiedergekehrte Jesus Christus darüber entscheidet, welche Seelen in den Himmel auffahren dürfen und welche nicht.

Im apostolischen Glaubensbekenntnis, das Katholiken und Protestanten gemein ist, ist das verankert:

  • "er [Jesus Christus] sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten."

Wer sind die Reiter der Apokalypse?

Zum ersten Mal tauchten die Reiter der Apokalypse in der Offenbarung des Johannes auf, dem letzten Buch des Neuen Testaments. Es ist das einzige Buch des Neuen Testaments, das prophetisch ist, das also rein aus einer Vision besteht. Diese erlebt der Apostel Johannes selbst, der von einigen Quellen als mutmaßlicher Autor des Johannesevangeliums angesehenen wird. Seit dem Mittelalter wird seine Offenbarung in 22 Kapitel unterteilt, im sechsten kommen die Reiter vor.

  • In einem himmlischen Thronsaal (Sitz des Dreifaltigen Gottes) befindet sich ein Buch mit sieben Siegeln. Allein der Agnus Dei (Jesus Christus) darf es öffnen. In einigen Darstellungen dieses Buches sitzt deshalb ein Lamm auf dem Buch (Jesus steht sinnbildlich für das Lamm Gottes).
  • Wird Jesus es öffnen, wird die Apokalypse eingeleitet werden.
  • Jetzt kommen die Reiter der Apokalypse ins Spiel. Jesus wird vier der Siegel öffnen, eines für jeden Reiter. Dabei muss er jedes Mal "Komm!" ausrufen, damit sie ihre Pflicht auf Erden erfüllen können. Jeder Reiter steht für eine Plage der Menschheit.

Das sind die Reiter der Apokalypse:

  1. Der Reiter mit Pfeil und Bogen für Machtmissbrauch der Obrigkeit
  2. Der Reiter mit Schwert für Krieg
  3. Der Reiter mit Waage für Teuerung und Hungersnot
  4. Der Reiter für Tod und Pest
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Was machen die apokalyptischen Reiter?

"Und ihnen wurde die Macht gegeben über ein Viertel der Erde, Macht, zu töten durch Schwert, Hunger und Tod und durch die Tiere der Erde", heißt es über die Helfer Jesu, obwohl nicht ganz klar ist, ob sich dies auf alle oder nur den vierten Reiter und sein Gefolge bezieht. Die apokalyptischen Reiter haben klare Aufträge auf der endzeitlichen Erde zu erfüllen.

  1. Reiter mit Pfeil und Bogen: Er leitet die Apokalypse mit einem Krieg gegen die Obrigkeit ein. Von dem US-Evangelisten Billy Graham wird er auch als der Antichrist selbst interpretiert. Er sitzt auf einem weißen Pferd, das symbolisch für Sieg, Reinheit und Gerechtigkeit steht.
  2. Reiter mit Schwert: Er gilt als Schlächter der Massen. Er sitzt auf einem roten Pferd, "und dem, der darauf saß, ward gegeben, den Frieden zu nehmen von der Erde und dass sie sich untereinander erwürgten", heißt es in der Johannes-Offenbarung.
  3. Reiter mit Waage: Er bringt die Hungersnot über die Erde. Seine Waage versinnbildlicht, wie das "Brot", also das Essen unter der verbleibenden Menschheit verteilt wird. Er sitzt auf einem schwarzen Pferd und ist der einzige, dem in dem Text eine Stimme gegeben wird: "Und ich hörte eine Stimme unter den vier Tieren sagen: Ein Maß Weizen um einen Groschen und drei Maß Gerste um einen Groschen; und dem Öl und Wein tu kein Leid!"
  4. Reiter: Er macht der Erde endlich den Garaus, weil er den Tod bedeutet. Die Unterwelt, die Hölle, also der Teufel (Luzifer) und seine Dämonen, folgen ihm nach. Er sitzt auf einem aschfahlen Pferd. Traditionell wird er in der Kunst mit einer Sense dargestellt, Albrecht Dürer schließlich ersetzte diese durch einen Dreizack.

Die 4 Reiter der Apokalypse: Das Ende aller Zeiten

In der Offenbarung des Johannes, des prophetischsten Buches des Neuen Testaments, kommen die Reiter der Apokalypse auf die Erde hinab, um das Ende der Menschheit einzuleiten. Jeder von ihnen hat eine bestimmte Aufgabe zu erfüllen, im christlichen Kontext mit dem Ziel, Jesus Christus dabei zu helfen, die Lebenden und die Toten zu richten und die Gerechtigkeit wiederherzustellen.

Der Mythos einer Endzeit ist dabei nicht neu. Auch heute fasziniert er Millionen von Menschen, unabhängig davon, ob sie religiös sind oder nicht. Selbst ein MIT-Computer errechnete den Weltuntergang. Im Übrigen war der Weltuntergang auch im Jahr 536 n. Chr. nahe. Und heute könnte uns der Klimawandel den Weltuntergangs bereits 2050 bescheren.

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