Im Großraum München fielen erst kürzlich golfballgroße Hagelkörner vom Himmel. Die Eiskugeln beschädigten zahlreiche Häuser und Autos. Außerdem verletzte das Unwetter mehrere Menschen leicht. In seltenen Fällen können die Brocken sogar so groß werden wie Tennisbälle. Wie entsteht Hagel eines solchen Ausmaßes?

Gewaltige Eisbrocken: Wie entsteht Hagel?

Extrem große und rasant vom Himmel sausende Eisbrocken entstehen durch heftige Gewitter, sogenannte Superzellen. Wie darin der Hagel entsteht, ergibt sich bei Betrachtung der verschiedenen Bedingungen. Hier erklären wir es dir in einfachen Worten.

Die Rahmengegebenheiten für den Superhagel sind grob gesagt: Feuchte und warme Luft an der Erdoberfläche, kalte Luft in der Höhe sowie ein Auslöser für das Aufsteigen der Luft. Dieser Auslöser kann meteorologisch oder durch das Gelände bedingt sein. Hinzu kommen extreme Windbedingungen, die zu besonders starken Gewittern führen, das erklärt Welt der Physik vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Achterbahnfahrt in den Wolken

Die warme Luft steigt nach oben, wo sie abkühlt. Daraufhin bilden sich in der Luft kleine Tröpfchen. Diese wiederum vereinen sich, wachsen und kollidieren schließlich mit Kristallisationskernen, wo sie zu Eis gefrieren. Diese Kristallkerne bilden sich meistens aus einem Eiskristall, der aus dem oberen, eisigen Teil der Gewitterwolke in ein Aufwindgebiet hinabfällt. Durch den Aufwind wird der Eiskern gebremst.

Daraufhin beginnt in der Wolke sozusagen eine Achterbahnfahrt. Denn wechselnde Auf- und Abwinde wirbeln die Körnchen herauf und herunter. Dabei nehmen sie immer weiteres Wasser auf. Wird das Korn zu schwer oder der Aufwind schwächer, fällt es als Hagel auf den Boden.

Wenn der Aufwind jedoch besonders stark wird, kann er Hagelkörner lange tragen. Dadurch können die Eiskugeln immer größer werden. Sie schweben wenige Minuten bis circa eine halbe Stunde in der Wolke. Je nach Umfang können sie eine Fallgeschwindigkeit von mehr als 120 Kilometern pro Stunde gewinnen, in extremen Fällen sogar 200 Kilometer pro Stunde.

Deutscher Rekord im August 2013

Im August 2013 fielen Hagelkörner in Rekordgröße im Landkreis Reutlingen in Baden-Württemberg vom Himmel. Sie umfassten bis zu 14 Zentimeter und waren damit mehr als doppelt so groß wie die golfballgroßen Hagelkörner in München, die ein ungefähres Durchmesser von sechs Zentimetern hatten.

Fazit: Es geht noch größer und gefährlicher

In anderen Ländern, wie den USA, Indien oder Bangladesch, können die Eiskugeln noch größer werden. Das massivste Hagelkorn, das je dokumentiert wurde, umfasste ein Durchmesser von 20 Zentimetern. Nicht umsonst werden Superzellen gefürchtet, denn sie produzieren nicht nur gefährlichen Riesenhagel sondern auch Tornados. In Deutschland wird die Gefahr vor Tornados immer größer. Das solltest du tun, wenn ein Tornado kommt oder Hagel entsteht.

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