Der Weg zurück zum Mond kostet. Dass seit 1972 kein Mensch mehr den Mond betreten hat, liegt vor allem am Geld. Im Kalten Krieg hatten die USA ihr Ziel erreicht und den Mond als erste betreten. Nun wendet sich die Wissenschaft erneut dem Kosmos zu. Die Kosten für einen Flug zum Mond oder zum Mars spielen hierbei eine entscheidende Rolle.

Das sind die Kosten für einen Flug zum Mond und zum Mars

Während Fliegen auf der Erde durch Easyjet und Co. immer günstiger wird, spielen die Kosten für Flüge zum Mond, Mars und anderen extraterrestrischen Orten in einer ganz anderen Liga. Wir zeigen dir die hypothetischen und realen Kosten übersichtlich auf – vom Raketenstart bis zum Landeanflug auf dem Mars. So viel kostet die Weltraumerforschung.

#1 Der Raketenstart

Kosten: rund 10.000 US-Dollar pro Pfund an Last

Einfach nur den Orbit zu verlassen, kostet die NASA und andere Weltraumorganisationen enorm viel. Vor allem, wenn sie pro Pfund Last an Bord einer Rakete 10.000 US-Dollar bezahlen. Kein Wunder, dass NASA-Astronaut:innen nur 1,5 Pfund (0,5 kg) erlaubt ist.

#2 Einmal ins Weltall und zurück

Kosten: circa 1,56 Milliarden US-Dollar pro Mission

Nach dem Apollo-Programm folgte schließlich das U.S. Shuttle Programm. Dabei ging es darum, Raumschiffe ins All und wieder zurück zur Erde zu schicken, weiterhin mit dem Ziel, so viel wie möglich dort draußen zu erforschen. Fun Fact: Als das Programm erstmal 1972 verkündet wurde, war das Ziel, Kosten zu reduzieren, damit Weltraumflüge künftig einmal pro Woche für „nur“ 20 Millionen Dollar stattfinden könnten.

Es kam anders. Unter anderem deswegen, weil die 134 Missionen mit je 1,5 Milliarden Dollar Kosten die Schätzungen doch weit überstiegen. Immerhin waren das 75 mal mehr Kosten als ursprünglich angenommen.

Und es sind genau solche Kosten, warum bisher ein Flug zum Mond oder gar zum Mars bisher unmöglich ist. Wie Statista zeigt, wird das Budget der NASA jährlich um weniger als zwei Milliarden Dollar aufgestockt. Für vollumfängliche, bemannte Missionen ist das noch zu wenig und reicht gerade einmal, um die laufenden Kosten für Forschung und die derzeitigen Missionen zu tragen.

#3 Weltraumflug, wenn du kein:e Astronaut:in bist

Kosten: 52 Millionen US-Dollar

Die einfachste Möglichkeit ins Weltall zu fliegen, ist die, Astronaut:in zu werden. Ein schwieriger Berufsweg, nur die wenigstens schaffen es ihren Traum zu verwirklichen. Um zum Beispiel als Astronaut:in bei der europäischen Raumfahrtagentur ESA anzufangen, müssen neben den gesundheitlichen und psychischen Fähigkeiten auch die kognitiven Leistungen gut bis sehr gut sein.

Doch es formieren sich neben der NASA und Co. immer mehr Privatunternehmen wie SpaceX, die den Weltraumtourismus vorantreiben wollen. Selbst Menschen die nie zuvor in einem Raumanzug saßen, haben somit die Möglichkeit für einen kurzen Moment ins All zu reisen. Das hat natürlich seine Kosten.

Und in naher Zukunft wird die NASA bei den Shuttles, die zur Versorgung der ISS eingesetzt werden, nicht alle Plätze mit ihrem eigenen Personal besetzen. Das bedeutet: Da ist noch was für dich als Nicht-Astronaut:innen frei. Der Ticketpreis? Nun, wie Travelbook berichtet, ist der Preis selbst für Multimillionäre sehr teuer. Die von SpaceX 2021 beförderte „Inspiration4“-Mission brachte 4 Tourist:innen ins All. Jede:r Einzeln:er kaufte ein Ticket für rund 50 Millionen Dollar.

#4 Kosten für einen Flug zum Mond

Kosten: rund 140 Milliarden US-Dollar bis 1973

Die neun bemannten Apollo-Missionen geben einen guten Eindruck davon, wie teuer ein Flug zum Mond ist. Die US-Regierung gab 23,6 Milliarden US-Dollar für die bemannten Weltallflüge zwischen 1959 und 1973 aus. Verglichen mit dem Dollarkurs 1973 und der Inflationsrate wären das heute ungefähr 140 Milliarden Dollar oder pro Jahr neun Milliarden.

Das klingt im Verhältnis zu sonstigen Staatskosten nicht viel. Das würde 3,4 Prozent des gesamten US-Etats von 2018 ausmachen. Doch bedenkt man die Inflationsrate, würden das nach heutigen Maßstäben über eine Billion Dollar sein, die die USA für seine Apollo-Missionen ausgab. Und das betrifft nur die Kosten für einen Flug zum Mond. Somit hat die US-Regierung jährlich 68,9 Milliarden Dollar für die Apollo-Mission nach heutigem Wert ausgegeben.

Die Kosten für einen Flug zum Mars könnten weitaus höher ausfallen, schließlich wissen wir im Gegensatz zu einer geplanten Mondreise beim Mars nicht, wohin die Reise führt. Trotz modernster Technik wüssten wir nicht einmal, ob die Mission ein Erfolg und die Astronaut:innen lebend zurückkehren würden.

#5 Kosten für einen Flug zum Mars

Kosten: von 500.000 bis 828.000 US-Dollar

Der Mars ist in, vor allem seit Elon Musk die große Mars-Besiedlung plant. Nur 500.000 Dollar soll es kosten, zum Mars zu fliegen, das wäre verhältnismäßig günstig. Das überrascht, denn eine bemannte Mars-Mission wird etwa dieselbe historische Relevanz besitzen wie die erste Atlantiküberquerung.

Gemessen an der Mission, der InSight Mars Lander, die den roten Planeten 2018 erreicht hat, kostet ein Flug zum Mars 828 Millionen Dollar. Da ist die Musk-Variante deutlich lukrativer.

Der Optimismus Elon Musks leuchtet jedoch ein, wenn man die Kosten zum Mond und zum Mars mit der Nutzlast einer Rakete berechnet. Denn Musks Starship-Rakete ist die größte je gebaute Rakete der Menschheit. Sie überragt die berühmte Saturn-V-Rakete der Apollo-Missionen nur um wenige Meter, soll aber Platz für einhundert Tonnen Last bieten. Theoretisch würde das die Kosten für einen Flug zum Mond oder zum Mars drastisch senken.

Spannender wäre jedoch die Frage, wie eine bemannte Mission auf dem Mars finanzierbar bleibt. Eine solche Mission würde in der Regel mehrere Jahre dauern und somit könnten die Kosten für die Aufrechterhaltung einer Infrastruktur auf dem Mars gewaltige Ausmaße annehmen. Elon Musk nannte nur die Kosten für einen Hinflug und meint damit vermutlich nur die theoretische Kosten, um von A nach B zu gelangen. Die Instandhaltung einer Marsbasis hingegen könnte etwa so viel kosten wie die Bruttoinlandsprodukte mancher Länder – pro Mission.

Weltraumflüge: Bald eine reelle Gefahr?

Wie gut und wichtig die Raumfahrt ist, lässt sich zumindest aus Sicht der Forschung leicht erklären. Beim Thema Weltraumtourismus sieht es dabei aber schon ganz anders aus. Befürworter:innen der kommerzialisierten Raumfahrt sehen in Firmen wie SpaceX oder Blue Origin vor allem einen Innovationsschub für die bemannte Raumfahrt.

Die Konsequenzen liegen hierbei jedoch auf der Hand. Mehr Weltraum-Tourismus, oder mehr Missionen durch private Anbieter, führen automatisch zu mehr Weltraumschrott. Expert:innen sehen sogar die die Möglichkeit, dass die Erde durch herumfliegende Teile ehemaliger Missionen Ringe wie der Saturn bekommen könnte. So werden nicht nur die künftigen Kosten für Missionen zum Mars und zu Mond eine Herausforderung darstellen, sondern auch die Instandhaltung der Flugruten und die Beobachtung von Weltraumschrott.

Quellen: eigene Recherche, NASA.gov, Statista, Travelbook

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