Eine Flut an Eindrücken, Informationen und Erlerntem überrollt uns täglich. Manche Sachen speichern wir im Kurzzeitgedächtnis nur für wenige Sekunden ab, andere wiederum behalten wir über Jahre hinweg in unserem Langzeitgedächtnis. In unserem Arbeitsgedächtnis behalten wir nur Fakten, die wir für einen bestimmten Zeitraum benötigen. Doch wie formen sich eigentlich Erinnerungen?

Erinnerungen formen und der Prozess des Vergessens

Setzt man sich mit dem Formen von Erinnerungen auseinander, dann gehört es auch dazu sich anzusehen, wie wir Dinge vergessen. Dazu gehört es Amnesien zu untersuchen. Wie kommt es, dass man keine Erinnerungen mehr formen kann? Oder sogar etwas Neues dazulernen kann?

Amnesien sind oft Folgen von…

  • … einem Hirntrauma, beispielsweise durch eine Kopfverletzung.
  • … einem Schlaganfall.
  • … einem Hirntumor.
  • … chronischem Alkoholismus.
  • … weiteren Ursachen.

Erinnerungen formen sich unterschiedlich

Wissenschaftler unterscheiden unter anderem zwischen retrograder und anterograder Anmesie. Bei ersterer kann sich der Betroffene an nichts vor dem Trauma erinnern, bei letzterer können keine neuen Erinnerungen gespeichert werden.

Indem unterschiedliche Arten von Hirnschäden untersucht werden, versucht die Forschung Fortschritte zu machen, den Erinnerungsprozess nachzuvollziehen. Kurzzeit- und Langzeiterinnerungen sowie deklarative (bewusst wahrgenommene Informationen) und prozeduale Erinnerungen (unbewusst wahrgenommene Informationen) scheinen sich unterschiedlich zu bilden.

Verschiedene Hirnregionen sind am Erinnerungsprozess beteiligt

Zudem konnte man feststellen, dass Erinnerungen sich nicht in einem bestimmten Ort im Gehirn formen. Unterschiedliche Hirnregionen sind für die verschiedensten Erinnerungen zuständig.

  • Amygdala: Emotionale Reaktionen wie Angst
  • Striatum: Erlernte Fähigkeiten
  • Hippocampus: Entstehen, Speichern und Abrufen von deklarativen Erinnerungen
  • Temporallappen: Bildung und Abrufung von Erinnerungen

Der Erinnerungsprozess ist immer noch ein Rätsel

Forscher gehen davon aus, dass Erinnerungen in Neuronengruppen, sogenannten Zellverbänden, gespeichert werden. Sie verknüpfen Erinnerungen mit den Sinnen. Je öfters diese Neuronen aktiviert werden, desto stärker wird die Erinnerung. Doch wie genau dieser Prozess funktioniert, ist den Wissenschaftlern nicht bekannt.

Informationen im Kurzzeitgedächtnis können auch zur Langzeiterinnerung werden, wenn sie gestärkt werden. Dafür werden synaptische Verbindungen abgewandelt. So werden Erinnerungen stabilisiert.

Das Gedächtnis bleibt ein großes Geheimnis

Beim Abrufen von Erinnerungen kommunizieren verschiedene Hirnregionen miteinander. Die Großhirnrinde, die Informationsverarbeitung zuständig ist, die Region für die Verarbeitung von Sinneseindrücken und der mediale Teil des Temporrallappens. Eine neue Studie zeigt, dass im Moment des Erinnerns die Wellen der Nervenaktivität im medialen Temporallappen mit den Wellen in der Großhirnrinde synchronisieren.

Trotzdem ist das Gedächtnis für Wissenschaftler immer noch ein großes Geheimnis, wie der Artikel von National Geographic zeigt. Die Forschung im Bereich unserer Erinnerungen hilft vor allem in Bezug auf Behandlungen von psychischen Erkrankungen wie einer posttraumatischen Belastungsstörung.

Auch wenn es noch nicht ganz klar ist, wie wir unsere Erinnerungen formen, gehen Wissenschaftler davon aus, dass es in Zukunft keine Geheimnisse mehr geben könnte, da Forscher deine Erinnerungen vorhersagen könnten. Mit diesen fünf Tricks bringst du dein Gedächtnis übrigens auf Trab.

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