Kein Tag im Jahr sorgt für so viel Angst wie „Freitag, der 13.“ Der Begriff hat sich längst etabliert als Symbol für drohendes Unheil und Gefahren. Zumindest dürfte selbst Menschen, die den Aberglaube nicht teilen, als erstes die negative Verknüpfung damit in den Sinn kommen. Tatsächlich steckt hinter der Angst ein banaler Auslöser, der kaum bekannt ist.

Freitag, der 13.: Laut Wissenschaft ein Tag wie jeder andere

Mit dem 13. August 2021 erleben wir den ersten und einzigen „Freitag, der 13.“ in diesem Jahr. Gefolgt wird er erst wieder 2022 von einem weiteren Tag im Mai. Und auch in den kommenden Jahren wird das Ereignis maximal zweimal jährlich auftreten. Einzige Ausnahme: 2026. Dann gibt es gleich drei gruselige Freitage.

  • Freitag, der 13. August 2021
  • Freitag, der 13. Mai 2022
  • Freitag, der 13. Januar 2023
  • Freitag, der 13. Oktober 2023
  • Freitag, der 13. September 2024
  • Freitag, der 13. Dezember 2024
  • Freitag, der 13. Juni 2025
  • Freitag, der 13. Februar 2026
  • Freitag, der 13. März 2026
  • Freitag, der 13. November 2026
  • Freitag, der 13. August 2027
  • Freitag, der 13. Oktober 2028
  • Freitag, der 13. April 2029
  • Freitag, der 13. Juli 2029

Dass auch im Jahr 2021 noch viele Menschen dem Aberglaube verfallen, Freitag, der 13. wäre ein Tag des Unheils, ist erstaunlich. Geht es nämlich rein nach wissenschaftlichen Maßstäben, gibt es keinerlei Nachweis dafür, dass sich dieser Tag von anderen Wochentagen unterscheidet. So ist die Wahrscheinlichkeit für außergewöhnliche Ereignisse zum Beispiel genauso hoch oder niedrig wie sonst auch.

Das Problem sind eher wir Menschen, wie der Parapsychologe Kenneth Drinkwater von der Manchester Metropolitan University in England erklärt: „Wir sind gegenwärtig tatsächlich sehr abergläubig, wenn nicht sogar mehr als früher. Und dennoch glauben wir, wir wären es nicht.“

Das ist der Erfinder hinter Freitag, dem 13.

Bedenkt man, wo der eigentliche Ursprung des besagten Tages liegt, scheint es noch unwirklicher, dass Freitag, der 13. auch heute noch für Ängste sorgt. Dahinter steckt nämlich der Roman „Friday, the Thirteenth“ des Schriftstellers Thomas W. Lawson, der 1907 veröffentlicht wurde.

Darin macht sich ein Broker den Aberglaube von Menschen zunutze, um eine Wall Street-Panik an jenem Freitag auszulösen. Ein markantes Zitat daraus lautet „Drei Uhr morgens wird Freitag, der 13., eine neue Bedeutung an der Wall Street haben“.

Während Thomas W. Lawson als der Erfinder des Schreckenstages angesehen werden kann, gibt es dennoch verschiedene Deutungsversuche des Aberglaubens. So sollen die Zahl 13 und der Freitag bereits als Unglückssymbole gelten. Eine Verknüpfung mit der Kreuzigung von Jesus Christus an einem Freitag oder dem wirtschaftlichen „schwarzen Freitag“ (black friday) sind nur zwei davon.

Eine gute Sache folgt immerhin aus Freitag, dem 13.

Die Wissenschaft zumindest ist sich einig: Freitag, der 13. ist ein Tag wie jeder andere. Dass Menschen sich dabei im Aberglaube verirren, hat allerdings dennoch einen Grund: „Es hilft Menschen, Angstzustände zu reduzieren“, so Neill Dagnall, ebenfalls Parapsychologe an der Manchester Metropolitan University.

Aberglaube diene in der Regel als Mechanismus, um Bestätigung einzuholen. Eine Erklärung dafür zu haben, warum etwas schief gelaufen ist, verhelfe Menschen zu dem Gefühl, die Kontrolle zu behalten, auch wenn dem keineswegs so ist. Psychologisch betrachtet, liegt hinter dem Glauben an Freitag, den 13. demnach nur das Bedürfnis, externe Dinge zu beeinflussen und sich von Unsicherheit und Ängsten zu befreien.

Noch etwas mehr Aberglaube gefällig? Forscher wollen das Rätsel des Bermuda-Dreiecks gelöst haben.

Quellen: LiveScience, eigene Recherche

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