Forscher machten jüngst eine wirklich sensationelle Entdeckung. Teile der Antarktis waren vor langer Zeit von einer grünen, artenreichen Natur bedeckt, die einem Regenwald nahekommt. Sogar die Antarktis-Temperatur, die vor Millionen von Jahren geherrscht haben soll, wirkt surreal hoch. Wie die Geologen darauf kommen, erfährst du hier.

Antarktis: Temperatur und Artenvielfalt glich der eines Regenwaldes

Vor Millionen von Jahren, genauer genommen in der Kreidezeit, soll die Antarktis wie wir sie heute kennen ein völlig anderes Naturspektakel aufgewiesen haben, als uns bislang bekannt war. Diese extrem unwirklich erscheinende Entdeckung machte jüngst ein Team aus Forschern, zu dem sich auch Geologen des Alfred-Wegener-Instituts (AWI) in Bremerhaven zählen dürfen.

Im Fachjournal Nature erklären die eifrigen Wissenschaftler, warum unsere heutige Vorstellung der Antarktis nichts mit dem zutun haben könnte, wie es in der Zeit der Dinosaurier wirklich gewesen sein soll. Die durchschnittliche Antarktis-Temperatur betrug demzufolge etwa zwölf Grad Celsius. Nur etwa 900 Kilometer entfernt vom Südpol soll ein prächtig grüner Regenwald gewachsen sein, in dem sogar Tiere gelebt haben könnten.

Seltsame Farbe von Bohrkern lieferte ersten Hinweis

Die Geologen untersuchten einen Bohrkern, der dem Grund des Amundensees westlich der Antarktis entsprungen war. „Uns fiel sofort die ungewöhnliche Farbe der Schicht auf, die aus einer Tiefe von 27 bis 30 Metern unter dem Meeresgrund stammte“, erklärt Geowissenschaftler Johann Klages. Dafür gab es nur eine logische Begründung: Die Schicht muss an Land und nicht im eisigen Meer entstanden sein.

Bei einer genaueren Untersuchung mit der Hilfe eines Computertomografen fand man anschließend ein verstricktes Netz aus Wurzeln, das einem Lehm- und Schlammboden entstammt. Sogar einzelne Zellstrukturen konnten die Forscher mühelos erkennen, ebenso wie Pollen und Sporen verschiedener Pflanzenarten wie zum Beispiel Farnen.

Wie der Regenwald in der Antarktis entstehen konnte

Natürlich ist die interessanteste Frage hierbei, wie es überhaupt passieren konnte, dass sich dermaßen weit südlich ein ganzer Regenwald in der Antarktis bilden konnte. Denn schon damals war es auf diesem Breitengrad ebenfalls ganze vier Monate lang stockdunkel. Wie konnten derartige Pflanzenstämme also übereben? Um dies herauszufinden, simulierten die Wissenschaftler Tests von modernen Pflanzen, die denen aus der Urzeit ähneln, und setzten sie verschiedenen klimatischen Bedingungen aus.

Das Ergebnis ließ die Forscher nicht schlecht staunen: In der Antarktis soll die jährliche Durchschnittstemperatur ganze zwei Grad wärmer gewesen sein, als wir sie heutzutage in Deutschland vorfinden. In den Sommermonaten betrug die Antarktis-Temperatur sogar sonnige 19 Grad und die ihrer Gewässer rund 20 Grad. Außerdem kam es zu erhöhten Niederschlagsmengen in der Kreidezeit, die sich mit den heutigen Werten in Wales vergleichen lassen, behaupten die Geologen.

Grundsätzliche Annahmen über das Klima müssen überdacht werden

Dies gilt laut den Forschern zumindest für die klimatischen Gegebenheiten, die wir in der mittleren Kreidezeit vorzufinden glaubten. Zwar ist bereits länger bekannt, dass der Meeresspiegel vor etwa 100 Millionen Jahren deutlich höher gelegen haben soll, als es heute der Fall ist. Dass die Oberflächentemperatur der tropischen Meere allerdings auch so nah am Südpol noch so warm gewesen sein soll, überrascht die Geologen dennoch. Ihnen zufolge könnte die Konzentration der Treibhausgase in der Atmosphäre schon damals höher gewesen sein, als sie bisher angenommen hatten.

Auch die NASA konnte jüngst einen erschreckenden Rekord der Antarktis-Temperatur vermessen, wenn auch dieser nicht für die Bildung eines neuen Regenwaldes am Südpol reichen dürfte. Über den Ursprung eines mysteriösen, gigantischen Objekts unterhalb der Antarktis sind sich die Wissenschaftler aus aller Welt jedoch weiterhin uneinig.

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