Eine Studie an Menschen, durch die die Wirksamkeit eines potenziellen Coronavirus-Medikamentes getestet werden sollte, wurde abgebrochen, weil bisher bereits elf Patienten dabei ums Leben gekommen sind.

Mögliches Coronavirus-Medikament: Das ist passiert

Während weltweit Forschungen zu einem Impfstoff gegen Covid-19 erfolgen, werden parallel Mittel untersucht, die bereits gegen andere Krankheiten eingesetzt werden, aber auch als Coronavirus-Medikament helfen könnten. Im Fokus einer brasilianischen Studie stand dazu das bekannte Malaria-Medikament Resochin, das den Wirkstoff Chloroquin und das Derivat Hydroxychloroquin beinhaltet.

Beide dienen seit Jahrzehnten der Behandlung und Prävention von Malaria und sollten nun auch zur Verwendung als Coronavirus-Medikament überprüft werden. Grundlage waren vorangehende Erkenntnisse, Chloroquin könnte die Vermehrung von Coronaviren hemmen. Analysen mit geringen Fallzahlen hätten zu den Annahme geführt, Chloroquin habe das Potenzial als Coronavirus-Medikament antiviral eingesetzt werden zu können.

Studien am Menschen trotz Bedenken

Wie Deutsche Welle berichtet, seien trotz einiger Bedenken auch wegen möglicher Nebenwirkungen des Wirkstoffs vielerorts klinische Tests erfolgt, von denen eine Studie in Brasilien nun zu tragischen Todesfällen geführt hatte.

In alles Fällen seien die Patienten an tödlichen Herzrhythmusstörungen (Arrhythmien) oder Herzmuskelschäden verstorben. Grund war die zu hohe Dosierung bei der Behandlung von Covid-19-Patienten mit dem vermeintlichen Coronavirus-Medikament.

Insgesamt haben 81 Personen an der Studie teilgenommen, die nun eingestellt wurde. Ursprünglich sollten es bis zu 440 Patienten sein. Während einem Teil der Probanden fünf Tage lang zweimal täglich eine Dosis in Höhe von 450 Milligramm Chloroquin verabreicht wurde, bekam eine andere Gruppe mehr als 600 Milligram des vermeintlichen Coronavirus-Medikamentes über einen Zeitraum von 10 Tagen verschrieben.

Elf Tote nach sechs Tagen

Innerhalb von zwei bis drei Tagen bemerkten die behandelnden Ärzte starke Herzrhythmusstörungen bei den Patienten der zweiten Gruppe. Am sechsten Tag der Studie verstarben elf von ihnen daran.

Dass Chloroquin und Hydro­xychloroquin in entsprechender Anwendung gut verträglich und sicher sind, ist seit Jahrzehnten bekannt. Ebenso aber, dass extrem hohe Dosen, falsche Medikation oder bestimmte Personengruppen zu Nebenwirkungen und Risiken führen können. Untersucht werden soll nun, ob bei der klinischen Studie zum vermeintlichen Coronavirus-Medikament in Brasilien fahrlässig gehandelt wurde.

In Coronavirus-Impfstoffe wird derweil große Hoffnung gesetzt. Ein Mittel soll den Covid-19-Erreger in nur 48 Stunden töten. Auch ein Wirkstoff, den es schon hundert Jahre gibt, soll gegen Corona helfen können.

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