Noch länger wird die Menschheit wohl mit den Auswirkungen und Folgen des Coronavirus konfrontiert sein. Doch seit Monaten forschen Ärzte und Wissenschaftler weltweit, um eine Coronavirus-Impfung zu entwickeln, die uns Schutz bietet. Bei einem universellen Schutz gegen das Virus könnten die bereits gewonnenen Erkenntnisse über Sars-1-Virus helfen.

Universale Coronavirus-Impfung: Der Weg dorthin

Eine allgemeine Coronavirus-Impfung könnte möglich sein, wenn wir folgenden Tatsachen bedenken: Wir wissen bereits, dass sich das neue Coronavirus Sars-CoV-2 mithilfe der krönchenartigen Spike-Proteinen an unsere Zellen bindet (daher kommt auch der Name des Virus zustande). Bisher dachten Forscher, dass unser Immunsystem Antikörper produziert, die an diese Proteine andocken und sie damit deaktiviert. Doch Wissenschaftler entdeckten nun, dass es einen bestimmten Antikörper gibt, der an einer ungerwarteten Stelle des Spike-Proteins andockt.

Dieser Antikörper hat seinen Ursprung in einem Patienten, der mit dem Sars-1-Virus infiziert war. Dieses ist eng mit dem Coronavirus Covid-19 verwandt. Da diese ungewöhnliche Bindungsstelle des Antikörper jedoch bei allen Coronaviren relativ gleich zu bleiben scheint, gehen die Forscher davon aus, dass wir damit eine Chance auf eine universale Coronavirus-Impfung haben könnten.

Diese Erkenntnis ist neu. Denn die bisherigen Studien zum Spike-Protein ergaben nämlich, dass Medikamente und Impfstoffe der eng verwandten Viren Sars und Mers nicht gegen das neue Coronavirus wirken können, da ihre Bindungsstellen nicht identisch sind. Offenbar besitzt Covid-19 aber doch eine Stelle, die dem alten Sars-Virus ähnlich ist, was dieser spezielle Antikörper, der CR3022 genannt wird, zeigt. Diese Erkenntnis erhöht daher die Chance auf eine allgemeine Coronavirus-Impfung.

Das sagen Tests zur universalen Coronavirus-Impfung

Erste Tests belegen, dass der Antikörper CR3022 eine Infektion mit dem alten Sars-Virus verhindert. In-Vitro-Versuche – also Experimente, die in einer kontrollierten künstlichen Umgebung wie einem Reagenzglas oder der Petrischale durchgeführt werden – ergaben jedoch, dass CR3022 bei dem neuen Coronavirus keine vergleichbare Wirkung zeigt. Das stellten Meng Yuan und seine Kollegen in der am 3. April 2020 veröffentlichten Studie fest.

Die Forscher erklären aber auch, dass das bei vielen Viren und Antikörper, die in vitro getestet werden, der Fall ist. „Beispiele von Antikörpern, die in vitro keine Neutralisationsaktivität zeigen, aber dennoch in vivo schützen, gibt es für das Influenzavirus, das Herpesvirus, das Cytomegalievirus und auch das Denguevirus“, so die Wissenschaftler.

Deswegen ist eine universelle Coronavirus-Impfung möglich

Trotz der vorgestellten Tests halten es Forscher daher für möglich, dass der Antikörper CR3022 bei einer Infektion mit Sars-CoV2 zumindest vorübergehend schützen könnte. Da die Entdeckung außerdem beinhaltet, dass sich ein Teil des Spike-Proteins des neuen Coronavirus kaum von dem Spike-Proteins des alten Virus unterscheidet, gibt es hier Hoffnung, eine universale Coronavirus-Impfung entwickeln zu können.

Die Forscher erklären nämlich: „Zwar ist eine solche universellere Coronavirus-Vakzine im Moment nicht das dringlichste Ziel, aber es ist für künftige Arbeiten durchaus lohnend.“

Auch in dieser Hinsicht gibt es zur Abwechslung auch gute Nachrichten beim Coronavirus-Thema. Dennoch warnt ein WHO-Experte davor, dass ein Coronavirus-Impfstoff nie entwickelt werden könnte.

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