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Leben im All: Ein überraschendes Phänomen verändert Astronauten für immer

Das Leben im All ist für Astronauten mit zahlreichen Strapazen verbunden, doch während anstrengender Weltraum-Missionen kommen sie in den Genuss eines magischen Phänomens.

Astronaut im All mit Blick auf die Erde
Nach Aufenthalten im Weltraum beschreiben Astronauten ein Phänomen

Zuletzt am 15. November 2020 sandte das private Raumfahrtunternehmen Space X eine bemannte Rakete zur Internationalen Raumstation ISS. Die erste solcher Missonen erfolgte am 30. Mai 2020. Damals an Bord: die NASA-Astronauten Bob Behnken and Doug Hurley, die kurz nach ihrer erfolgreichen Ankunft auf der ISS ein bereits bekanntes, magisches Gefühl, das der Flug und das Leben im All mit sich bringen, mit der Welt teilten. Ebendieses Phänomen gilt laut einer Studie sogar als eines der bedeutendsten Aspekte der Raumfahrt, denn es sei ausschlaggebend für die mentale Gesundheit von Astronauten.

Leben im All: Der Overview-Effekt eröffnet eine neuartige Perspektive

Zwar ist die Reise sowie das Leben im All mit zahlreichen Strapazen verbunden, doch der Ausblick lohnt sich definitiv – der Overview-Effekt, geprägt durch das gleichnamige Buch von Frank White aus dem Jahr 1987, bezeichnet das Phänomen, das Raumfahrer durchleben, wenn sie erstmalig unseren blauen Planeten aus dem Weltall erblicken.

Diese Erfahrung zieht ihren Aussagen zufolge einen enormen Perspektivwechsel auf das Leben selbst und die auf ihr hausende Menschheit nach sich, denn der Blick löse Gefühle der Ehrfurcht, Demut sowie ein tiefes Verstehen der Verbundenheit allen Lebens auf der Erde aus.

Am 24. Dezember 1968 schoss ein Astronaut der ersten bemannten Mond-Mission Apollo 8, William Anders, das erste Foto der Erde, das den klangvollen Namen „Earthrise“ trägt und unseren Planeten in seiner vollen Schönheit darstellt. Die bisher letzte Gesamtansicht der Erde schufen die Astronauten der Apollo 17-Mission im Jahr 1972, hier entstand das ebenfalls weltbekannte Foto „Blue Marble“. Von der Internationalen Raumstation ISS kann die Besatzung hingegen nur eine Teilansicht der Erde genießen.

Studie stuft das Phänomen als wichtigsten Aspekt der Raumfahrt ein

Eine im Jahr 2016 veröffentlichte Studie der American Psychological Association, die sich vorwiegend mit den negativen Auswirkungen der menschlichen Raumfahrt befasste, namentlich den langen Perioden der Isolation sowie Streitpunkte unter Crew-Mitgliedern, stuft den Overwiew-Effekt tatschlich als einen der bedeutendsten Aspekte des Erlebnisses selbst ein. Denn die Erfahrung der Ehrfurcht und Demut agiere als eine Art „mentale Puffer“ für die psychologischen Risiken, die das Leben im All für Astronauten mit sich bringe und schweiße Crew-Mitglieder somit enger zusammen.

„Du siehst einen einzelnen Planeten mit einer gemeinsamen Atmosphäre. Es ist unser gemeinsamer Platz in diesem Universum. Wir mögen eine Pandemie durchleben und Herausforderungen innerhalb unserer Nationen und auf der ganzen Welt begegnen, doch aus dieser Perspektive können wir sehen, dass wir sie alle zusammen durchstehen“, erklärte Behnken auf einem kürzlich stattfindenden Medien-Event der NASA – und fasst somit die bedeutungsvolle Wirkung des Perspektivwechsels und somit des Überblicks als Sinngarant eingehend zusammen.

Das Leben im All ist sicherlich kein Zuckerschlecken: Eine Studie aus dem Jahr 2017 suggeriert nämlich, dass ein längerer Aufenthalt im All das Gehirn verengen könnte. Sollte das Problem nicht gelöst werden, sind zukünftige Mars-Missionen in Gefahr. Demnach erscheint der Beruf des Astronauten ganz schön gefährlich. Prompt stellt sich die Frage: Wie viele Menschen hat das Universum bisher das Leben gekostet? Wir verraten dir die Antwort.

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