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Forscher staunen über massive galaktische Wand bei der Milchstraße – sie ist und ganz nah

Forscher staunen über eine der größten Strukturen des Universums, die sich direkt hinter der Milchstraße befindet. (Symbolbild)
Forscher staunen über eine der größten Strukturen des Universums, die sich direkt hinter der Milchstraße befindet. (Symbolbild)
Foto: iStock.com/Trifinov_Evgeniy
Unsere Milchstraße leuchtet enorm hell. So hell, dass ein internationales Team von Forschern erst jetzt entdeckt haben, was sich direkt hinter ihr verbirgt. Eine massive, galaktische Wand.

Über 1,4 Milliarden Lichtjahre erstreckt sich die enorme Galaxie-Struktur hinter der Milchstraße. Forscher staunen darüber, dass die massive Wand noch nicht früher entdeckt wurde, vor allem, weil sie ganz nah liegt. Die mystische Struktur im Universum beherbergt Tausende Galaxien und enorm viel Gas und Staub. Astronomen glauben, eine der größten galaktischen Strukturen entdeckt zu haben: die Südpolwand.

Südpolwand ist direkt hinter der Milchstraße: Das macht sie so besonders

Bei der Struktur handelt es sich im Prinzip um einen Vorhang, der sich, von der Erde aus gesehen, entlang des südlichen Bereiches unseres Universums streckt. Wegen der für uns südlichen Lage, bezeichnet das internationale Forscherteam den Galaxienstreifen als Südpolwand. Der Vorhang hält Tausende von Galaxien netzartig zusammen. Die Struktur gehört damit zum Teil des kosmischen Netzes. Galaxien sammeln sich auf der Struktur zu größeren Gruppen und bilden Filamente auf riesigen Wasserstoffsträngen. Jedes Filament an sich ist eigentlich schon eine galaktische Wand, die sich über mehrere Millionen Lichtjahre erstreckt. Alle zusammen ergeben sie die gigantische Südpolwand, die sich, wie Forscher jetzt feststellen, direkt hinter unserer Milchstraße befindet.

Ihre Nähe zur Milchstraße macht die Südpolwand für uns auch so besonders. Deswegen war es auch so schwierig, auf die galaktische Struktur aufmerksam zu werden. Die Südpolwand befindet sich nämlich hinter der Zone der galaktischen Verschleierung. Diese heißt so, weil ihre Helligkeit genauere Betrachtung kaum zulässt. So wurde auch die neu entdeckte Struktur bisher verschleiert.

Wie sind die Forscher jetzt auf die Struktur aufmerksam geworden?

Die Wissenschaftler haben für die Entdeckung der Südpolwand die Methode der Rotverschiebung-Messung genutzt. Diese wird bei kosmologischen Untersuchungen recht häufig genutzt. Da das Universum expandiert, können die Astronomen messen, mit welcher Geschwindigkeit Objekte sich von der Erde wegbewegen. Wie die MIT Technology Review berichtet, war es dir eigentliche Aufgabe der Astronomen den Himmel zu vermessen und zu untersuchen, mit welcher Geschwindigkeit sich bereits bekannte Galaxien fortbewegen. Die Methode wird aber auch gern genutzt, um noch nicht entdeckte Strukturen ausfindig zu machen.

Dies ist dem internationalen Forscherteam spektakulär gelungen. Der Fund der Südpolwand hinter der Milchstraße ist bahnbrechend und kann enorm dazu beitragen, die kosmischen Strukturen des Universums besser zu verstehen. Alle anderen Großstrukturen wie zum Beispiel die Große Mauer oder die Hercules-Corona Borealis Great Wall sind viel weiter von uns entfernt und daher schwieriger zu untersuchen. Im letzten Jahr konnten Forscher das kormische Netz sogar fotografisch einfangen. Das Bild ermöglichte erstaunliche Einblicke.

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