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Die Rettung oder nur verzweifelte Hoffnung: Coronavirus-Schutz durch Herdenimmunität

Herdenimmunität soll noch nicht aus dem Rennen für einen Coronavirus-Schutz sein.
Herdenimmunität soll noch nicht aus dem Rennen für einen Coronavirus-Schutz sein.
Foto: iStock.com/kzenon
Herdenimmunität sollte für unseren Coronavirus-Schutz sorgen. Doch irgendwann wurde der Faktor ausgeklammert. Nun scheint er wichtiger denn je zuvor.

Unter Herdenimmunität versteht man den Prozentsatz der Bevölkerung, der immun gegen einen Erreger sein muss, damit die Ausbreitung gestoppt werden kann. Bei Covid-19 wurde diese Prozentsatz auf 60 Prozent oder mehr geschätzt. Immunität lässt sich normalerweise durch eine Impfung oder eine Infektion auslösen und bietet damit einen Coronavirus-Schutz. Doch bei Covid-19 rückten andere Faktoren in den Vordergrund, die eine Herdenimmunität auf diesem Weg erst einmal ausschlossen.

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Coronavirus-Schutz: Herdenimmunität könnte wichtig sein

Wir wissen noch lange nicht alles über den neuartigen Erreger. So wissen wir beispielsweise nicht, wie lange eine Immunität anhält und wie ansteckend das Virus ist. Genau diese Komponenten sind wichtig, um die Herdenimmunität zu berechnen. Wie sich zeigt, können die Antworten zu diesen beiden Faktoren je nach Alter, Gesundheitszustand und anderen Einflüssen stark variieren. Dennoch glauben einige Forscher, dass Herdenimmunität immer noch einen Coronavirus-Schutz bilden könnte.

Der Schwellenwert könnte sogar niedriger sein, als bislang angenommen. Immerhin gibt es einige Gebiete, die aktuell einen gewissen Coronavirus-Schutz durch Immunität genießen. In Schweden und Großbritannien versuchten Wissenschaftler bereits ein Modell der Herdenimmunität zu erstlelen. Dabei wurden unterschiedliche Altersgruppen und soziale Interaktion beobachtet. Das Ergebnis wurde in der Fachzeitschrift Science veröffentlicht: Eine Infektionsrate von etwa 43 Prozent könnte schon ausreichen, um eine Gemeinde immun zu machen.

Einige Modelle sind höchst zweifelhaft

Ein anderes Modell senkt die Schwelle zur Herdenimmunität sogar auf 20 Prozent. Dies ist etwas gewagter. Denn so würden schon viele Regionen sich nahe einer Herdenimmunität befinden. Experten gehen davon aus, dass Modelle, die die Schwelle auf unter 40 Prozent legen, eher zweifelhaft sind. Doch immerhin sind viele davon abgekommen, dass eine Herdenimmunität erst erreicht werden kann, wenn über 60 Prozent der Weltbevölkerungen beziehungsweise einer Region infiziert wurden.

Sollten die neuen Schätzungen richtig liegen, sind das gute Nachrichten: Viele Gebiete, die stark betroffen sind, sollten daher bald einen Coronavirus-Schutz haben. Nur wenige Menschen müssen geimpft werden. Dennoch dürfen wir nicht außer Acht lassen, dass auch Herdenimmunität noch lange nicht das Ende der Pandemie bedeutet, weil sich immer noch zahlreiche Menschen anstecken können. Aus diesem Grund dürfen wir nicht mit unseren Vorsichtsmaßnahmen aufhören, die den Erreger stoppen sollen. Wenn Herdenimmunität aber irgendwann besteht, dann ist es eine mathematische Gewissheit, dass das Coronavirus irgendwann verschwindet.

Der Coronavirus-Schutz durch Herdenimmunität wird aber auch viele Opfer verlangen. Denn immerhin müssen sich mehr als 40 Prozent der Menschen infizieren. Es gibt aber keine Garantie, dass diese Menschen den Erreger auch überleben. Selbst mit einem Coronavirus-Impfstoff ist noch unklar, wie lange Menschen wirklich immun bleiben. Diese Blutgruppe könnte nahezu immun gegen das Coronavirus machen.

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