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Coronavirus: Forscher entkräften überraschend bisherige Erkenntnisse

Bisher bekannte Informationen zur Corona-Immunität könnten nun durch Forscher umgeworfen worden sein.
Bisher bekannte Informationen zur Corona-Immunität könnten nun durch Forscher umgeworfen worden sein.
Foto: imago images / ZUMA Wire
Corona-Immunität könnte anders funktionieren als gedacht. Eine neue, umfangreiche Studie zumindest widerspricht bisher angestellten Vermutungen.

Aus Island stammt die aktuelle und umfassende Untersuchung zum Covid-19-Erreger. Sie könnte zu den bisher relevantesten Analysen gehören, die sich mit der weiterhin diskutierten Corona-Immunität befassen, da sie auf den Erkenntnissen basiert, die Island durch strikte Maßnahmen bereits zu Beginn der Pandemie gesammelt hat. Einige der bisher bekannten Erkenntnisse widerlegt sie bereits. Das wiederum sind gute Coronavirus-Nachrichten.

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Gute Coronavirus-Nachrichten: Eine Corona-Immunität ist sehr wahrscheinlich

Was die Forscher feststellen konnten, sind positive Coronavirus-Nachrichten, was in letzter Zeit eher selten der Fall war. Zumindest rund um das Thema Corona-Immunität gab es bislang einige Entdeckungen, die weniger Mut machten. So fanden Wissenschaftler heraus, dass sich Antikörper bereits drei Monate nach einer Covid-19-Infektion wieder abbauen können. Dazu kommen jüngste Forschungsergebnisse, die die Möglichkeit einer zweiten Infektion mit dem Coronavirus belegen.

Die aktuelle Studie aus Island widerlegt jedoch einen Teil davon. Die guten Coronavirus-Nachrichten: Neben Einblicken in die Evolution der Krankheit innerhalb einer Gemeinschaft trifft sie auch vielversprechende Aussagen zur Corona-Immunität. So sollen Antikörper, anders als bisher angenommen, typischerweise überleben und für mehr als vier Monate im Körper verbleiben nach der Erstinfektion.

Diese Erkenntnisse zur Corona-Immunität gibt es aus Island

Dass Islands Forscher wahrscheinlich fundierte Erkenntnisse sammeln konnten, lassen die im Land früh und strikt durchgeführten Maßnahmen vermuten. Bereits im April hatten dortige Experten ordnungsgemäße Verfahren zum Testen und zur Kontaktverfolgung etabliert. Wie erfolgreich die Strategie ist, zeigen die bislang wenigen Todesfälle (10, Stand 04.09.2020) und insgesamt erkrankten Personen (2.128, Stand Stand 04.09.2020) bei einer Bevölkerungsgröße von rund 365.000 Einwohnern.

Genauer spricht die aktuelle Studie, die im The New England Journal of Medicine veröffentlicht wurde, detailliert von der Corona-Immunität in Island. Dazu wurden Tests von rund acht Prozent der Bevölkerung (mehr als 30.000 Personen) analysiert. Die folgenden Resultate und Coronavirus-Nachrichten ergaben sich daraus:

  • rund 0,9 Prozent der Bevölkerung infizierten sich in der ersten Welle
  • die Sterblichkeitsrate lag bei 0,3 Prozent
  • die meisten Betroffenen steckten sich zu Hause bei einem Familienmitglied mit Covid-19 an
  • mehr als 90 Prozent der getesteten Personen entwickelten Antikörper, die bis zu 120 Tage nach der Diagnose nachweisbar waren
  • es konnte kein Abfall im Antikörper-Level festgestellt werden
  • Antikörper-Level waren höher bei älteren Personen und bei jenen, die einen schwereren Krankheitsverlauf verzeichneten
  • bei Frauen war das Level geringer als bei Männern
  • Raucher entwickelten weniger Antikörper

Die Forscher wiesen zu ihrer Studie über Corona-Immunität aber auch daraufhin, dass verschiedene Faktoren Einfluss auf die Ergebnisse haben könnten, wie BGR berichtet. Darunter die Empfindlichkeit der genutzten Testmethoden, aber auch Unterschiede der betrachteten Patienten. Zudem betonten sie trotz der vorläufig guten Coronavirus-Nachrichten, dass Corona-Immunität im Menschen noch nachgewiesen werden müsse, auch wenn Untersuchungen an Tieren bereits belegen würden, dass es Resistenz gegen eine zweite Infektion geben kann. Andere Forscher sind sich indes sicher, dass das Ende der Corona-Pandemie womöglich früher kommen könnte als gedacht.