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Eindringlinge in der Milchstraße: Forscher entdecken eine fremde Sternpopulation

Fremde Sterne bevölkern das Zentrum der Milchstraße, sagen Forscher.
Fremde Sterne bevölkern das Zentrum der Milchstraße, sagen Forscher.
Foto: iStock.com/den-belitsky
Man könnte meinen, dass die Milchstraße im Vergleich zum Rest des Universums gut erforscht ist. Doch nun entdecken Forscher Eindringlinge in ihrem Zentrum.

Im uns bekannten Universum ist das Zentrum der Milchstraße eines der sternreichsten Gebiete. Dort haben Astronomen nun eine unbekannte Gruppe an Sternen entdeckt, die sich merkwürdig verhalten. Sie bewegen sich unter anderem viel schneller als der Rest. Älter scheinen sie auch zu sein. Doch wo kommen diese Eindringlinge her? Forscher haben zwei Theorien.

Galaktisch verformt: Die Milchstraße hat eine Beule
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Universum: Fremde im Zentrum der Milchstraße

Forscher gehen davon aus, dass die Eindringlinge von woanders aus in das Zentrum der Milchstraße gelangt sind. Die Frage ist nur woher. Schließlich umfasst das Zentrum unserer Galaxie um das Schwarze Loch Sagittarius A* herum in einem Umkreis von 26 Lichtjahren etwa 20 Millionen Sterne. Galaxiekollisionen oder die Einwanderung fremder Sterne ist natürlich nicht ungewöhnlich.

Diese fremde Sternpopulation ist den Forschern der Universität Heidelberg allerdings besonders aufgefallen. Die Sterngruppe weist eine sehr geringe Metallizität auf und bewegt sich sehr schnell. Zudem ist sie besonders im galaktischen Norden aufzufinden. Das Aufkommen dieser besonderen Population ist dort doppelt so hoch wie im galaktischen Süden. Einen geringen Metallgehalt weisen alte Sterne auf und werden dadurch schneller. Die fremde Sternpopulation unterscheidet sich vom Rest der zentralen Sterne unserer Galaxie. Die Forscher denken aber, dass sie einen gemeinsamen Ursprung haben.

Fremde in der Milchstraße: Es gibt zwei Herkunftstheorien

Wo kommen sie also her? Um das herauszufinden, haben Anja Feldmauer-Krause, Manuel Sedda und ihr Team von der Universität Heidelberg die Herkunft der fremden Sterne simuliert. Die Simulation ihrer Geschichte resultierte dann in zwei Herkunftstheorien. Entweder die Fremdsterne kommen aus einem Kugelhaufen, der weiter außerhalb der Milchstraße gelegen hat und sind durch Gravitation in ihr Zentrum gelangt, oder sie wurden von einer Galaxienkollision in die Mitte unserer Galaxie katapultiert. Dann wären sie extragalaktisch.

Diese Theorie ist wahrscheinlicher

Koautorin Nadine Neumayer vom Max-Planck-Institut für Astronomie in Heidelberg erklärt: "Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass ein Einfall eines eher näher gelegenen Sternhaufens aus der Milchstraße selbst wahrscheinlicher ist." Bisher gehen die Astronomen nämlich davon aus, dass der Sternhaufen etwa 10.000 bis 16.000 Lichtjahre vom galaktischen Zentrum entstanden ist und dann in die Mitte zog. Dennoch kann ein extragalaktischer Ursprung nicht ausgeschlossen werden, so Scinexx.

Das Universum lässt Astronomen tagtäglich rätseln. So sorgte der Tanz der Milchstraße kürzlich für Aufregung. Ein weiteres Mysterium, das jüngst von Forschern gelöst wurde, ist das Rätsel um den Gasstrom der Milchstraße.

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