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Das Verhängnis der roten Riesen: So könnte Dunkle Materie ihre Lebenszeit drastisch verringern

Rund 80 Prozent des Universums besteht aus Dunkler Materia. Kommt Dunkle Materie in Verbindung mit massereichen Himmelskörpern, kann sie ihre Lebensdauer erheblich reduzieren.

Roter Riese
Wenn sich Dunkle Materie in einem Roten Riesen befindet kann sich seine Lebensspanne enorm verändern. Foto: iStock.com/Pr3t3nd3r

Dunkle Materie ist die wohl mysteriöseste Substanz des Universums. Forscher wissen nur sehr wenig über sie. Fakt ist, dass das Universum hauptsätzlich aus ihr besteht. Sterne, Planeten, Nebel und Galaxien machen immerhin nur 20 Prozent aus. Dunkle Materie interagiert mit den anderen Himmelskörper durch Schwerkraft und kann sich auch in diversen Weltall-Geschöpfen sammeln. Zum Beispiel in Sternen. Forscher erklären in einem neuen Aufsatz wie Dunkle Materie einem Roten Riesen zum Verhängnis werden könnte.

Das Verhängnis der roten Riesen: So könnte Dunkle Materie ihre Lebenszeit drastisch verringern

Rund 80 Prozent des Universums besteht aus Dunkler Materia. Kommt Dunkle Materie in Verbindung mit massereichen Himmelskörpern, kann sie ihre Lebensdauer erheblich reduzieren.

Dunkle Materie im Roten Riesen: Ein verheerendes Ereignis

Verheerend ist das Ereignis für den Roten Riesen deshalb, weil eingedrungene Dunkle Materie seine Lebenserwartung erheblich reduzieren könnte. Die Materie würde dann eingreifen, wenn der Stern sich seinem Ende nähert. Um zu verstehen, wann genau die Dunkle Materie als enormer Sterbe-Katalysator eingreift, muss erst einmal der terminierende Prozess eines roten Riesens erläutert werden.

So wird ein Stern zum Roten Riesen

Wenn ein Stern wie unsere Sonne sich seinem Ende nähert, dann hört er auf Wasserstoff in seinem Kern zu verschmelzen. Die Verschmelzung findet dann in einer Hülle statt, die einen dichten Kern aus inertem Helium umgibt. Als inert werden Gase bezeichnet, die reaktionsträge sind. Da nun keine Energie mehr im Kern ist, die ihn aufbläst, zieht er sich zusammen. Dieser Prozess kann Millionen von Jahren dauern. Gleichzeitig wird der Kern aufgeheizt.

Weil die innere Temperatur anfängt zu steigen, schwillt auch der komplette Außenkörper enorm an und der Stern wird dadurch zum Roten Riesen. Astronomen können die Lebenszeit Roter Riesen berechnen, indem sie verfolgen, wie lang sich das Helium erwärmen kann, bis die eigene Kernfusion eintrifft, die wiederrum die finalen Phasen des Sterns einleitet. Wissenschaftler haben bereits erforscht, was mit gewöhnlichen beziehungsweise jüngeren Sternen erfolgt, wenn sie mit zu viel Dunkler Materie in Kontakt kommen, doch die neue Studie zu Roten Riesen begeistert die Astronomie-Welt.

10 Prozent Dunkle Materie können viel verändern

Forschende des Christ Junior College in Indien und des indischen Instituts für Astrophysik haben nun herausgefunden, wie stark Dunkle Materie auf „sterbende“ Sterne einwirken kann. Wie Universe Today berichtet, kann Dunkle Materie im Inneren des Sterns dazu führen, dass der Heliumkern sich stärker zusammenzieht als normalerweise. Der Körper erwärmt dadurch schneller und kommt seinem Ende nun schneller entgegen.

Die Lebensspanne des Roten Riesens wird um die Hälfte halbiert, wenn nur 10 Prozent des Sterninneren Dunkle Materie ist. Solche beeindruckende Forschungsergebnisse bringen Wissenschaftler der Lösung des Rätsels um Dunkle Materie etwas näher. Wie das Universum genau zwischen Dunkler Materie und regulärer Materie aufgeteilt ist, erfährst du hier. Auch diese sechs Theorien zu Dunkler Materie sind enorm spannend.

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