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So schnell war die Pest-Übertragung: Forschern ist ein sensationeller Fund gelungen

Forscher haben etwas Wichtiges herausgefunden. Die Pest-Übertragung habe demnach eine absurde Dynamik gehabt. Der Zeitraum der Verdopplung ist kaum vorstellbar.

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Pest-Übertragung: Forscher haben die Dynamik der damaligen Pandemie herausgefunden. Foto: iStock.com/oyaltystockphoto

Pandemien gab es in der Geschichte der Menschheit schon einige. Auch aktuell wütet mit dem Coronavirus die nächste Infektionskrankheit auf der Welt. Doch vor fast 700 Jahren gab es bereits eine der verheerendsten Pandemien der Weltgeschichte. Über Zentralasien verbreitete sich dies Pest über ganz Europa. Forscher haben nun einen spannender Punkt gefunden, um zu veranschaulichen, welche Dynamik die Pest-Übertragung hatte.

So schnell war die Pest-Übertragung: Forschern ist ein sensationeller Fund gelungen

Forscher haben etwas Wichtiges herausgefunden. Die Pest-Übertragung habe demnach eine absurde Dynamik gehabt. Der Zeitraum der Verdopplung ist kaum vorstellbar.

Pest-Übertragung: Überraschende Dynamik

Der sogenannte „Schwarze Tod“ war in der Zeit des Mittelalters sehr gefürchtet. Konkret ist damit die Pest gemeint. Zwischen 1346 und 1353 sind in Europa schätzungsweise über 25 Millionen an dieser Seuche gestorben. Doch auch im 18. Jahrhundert kam die Pest in Form einer Epidemie wieder zurück und forderte in weiten Teilen Nord- und Osteuropas rund eine Millionen Menschenleben. Forscher haben nun herausgefunden, wie stark die Dynamik der Pest-Übertragung war.

Schuld an der ganzen Pandemie war das Bakterium „Yersinia pestis“. Durch die heutige Wissenschaft beziehungsweise dem Wissensstand ist es möglich die Ausbreitung dieser Seuche mehr oder weniger durch Antibiotika sehr gering zu halten. Doch das war in der „Hochzeit“ der Pest-Übertragung natürlich nicht der Fall. Ein Team um David Earn von der McMaster University in Hamilton haben nun die Dynamik dieser Pandemie untersucht. Und die Ergebnisse sind tatsächlich erschreckend.

So schnell übertrug sich die Pest

Als Referenzpunkt nahmen sie die Stadt London und das Jahr 1665, in der die Pest ebenfalls sein Unwesen trieb. Demnach untersuchten sie persönliche Testamente, Kirchenbücher und die Sterbeurkunden. Statistikern, Biologen und Evolutionsgenetiker werteten die Datenquelle aus und kamen zu erstaunlichen Zahlen. Während der Pandemie im 14. Jahrhundert passierte die Verdopplung der Pest-Übertragung innerhalb von 43 Tagen. Doch in Zeiten der Großen Pest 1665 in London ging es um ein Vielfaches schneller. Alle elf Tage habe sich laut der Forscher die Zahl der Infizierten (beziehungsweise Toten) verdoppelt.

Weshalb die Pest-Übertragung sich so schnell beschleunigte, können die Forscher noch nicht genau sagen. Angenommen wird, dass sich durch die gestiegene Population auch das Infektionsrisiko erhöhte. Aber auch die Zunahme von Ratten und damit einhergehend Flöhe sind womöglich ein Grund für eine schnellere Ansteckung gewesen. Zudem betonen sie, dass die klimatischen Bedingungen, die sich innerhalb der 300 Jahre (14. Jahrhundert bis 17. Jahrhundert) veränderten, ein nicht zu vernachlässigender Grund sein könnten.

Mithilfe solcher Ansätze möchten die Forscher auch mögliche beziehungsweise potentielle Pandemien oder Epidemien in Zukunft untersuchen. Einige Forscher glauben sogar, dass die Pest-Übertragung bereits in der Steinzeit begann. Und das Ende Corona-Pandemie könnte schneller kommen, als gedacht.

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