Die Europäische Südsternwarte (ESO von engl. European Southern Observatory) ist ein Forschungsinstitut, das eine Reihe von Teleskopanlagen im südamerikanischen Chile betreibt. Zu ihnen gehört auch das Very Large Telescope (VLT), mit dessen Hilfe Astronomen derzeit den Kometen 2I/Borisov beobachten. Bei ihm könnte es sich um den ersten gänzlich unberührten interstellaren Besucher handeln, den wir zu Gesicht bekommen haben.

Komet 2I/Borisov: Very Large Telescope gibt Aufschluss

Erstmals entdeckt wurde 2I/Borisov im Jahr 2019 durch den Hobbyastronomen Gennady Borisov, wenig später wurde bestätigt, dass der Komet von jenseits unseres Sonnensystems stammt. Doch hatte Borisov nicht die Möglichkeiten, über die die ESO-Forscher verfügen. Mittels des Very Large Telescopes haben sie das Objekt genauer unter die Lupe genommen und dabei eine erstaunliche Entdeckung gemacht.

„2I/Borisov könnte der erste wirklich unberührte Komet sein, der jemals beobachtet wurde“, erklärt Stefano Bagnulo vom Armagh Observatory and Planetarium, der eine Studie leitete, die am Dienstag in Nature Communications veröffentlicht wurde. Ihm und seinen Kollegen zufolge, habe sich der Komet noch nie nahe an einem Stern bewegt, bevor er 2019 die Sonne passierte.

Das Team habe außerdem herausgefunden, dass 2I/Borisov polarimetrische Eigenschaften hat, die sich von denen der Kometen des Sonnensystems, mit Ausnahme von Hale-Bopp, unterscheiden. „Die Tatsache, dass die beiden Kometen bemerkenswert ähnlich sind, legt nahe, dass die Umgebung, in der 2I/Borisov entstanden ist, sich in ihrer Zusammensetzung nicht so sehr von der Umgebung im frühen Sonnensystem unterscheidet“, sagt Alberto Cellino, ein Mitautor der Studie vom Astrophysikalischen Observatorium von Turin.

Astronomen erhoffen sich neue Erkenntnisse

Die Ankunft von 2I/Borisov aus dem interstellaren Raum stelle die erste Gelegenheit dar, die Zusammensetzung eines Kometen aus einem anderen Planetensystem zu untersuchen und zu prüfen, „ob sich das Material, das von diesem Kometen stammt, irgendwie von unserer heimischen Sorte unterscheidet“, ergänzt Ludmilla Kolokolova von der University of Maryland in den USA.

Schon vergangenes Jahr gelang es Wissenschaftlern mittels des Very Large Telescopes wichtige Informationen über Schwarze Löcher zu sammeln. Zum Ursprung dieser dunklen Riesen könnten sie nun wiederum einen neuen Ansatz entdeckt haben. So könnte ein neuer Fund maßgebliche Informationen zur Entstehung Schwarzer Löcher liefern.

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