Science

Echoortung lernen: Es geht viel schneller, als du denkst

Menschen können offenbar binnen weniger Wochen Echoortung lernen.
Menschen können offenbar binnen weniger Wochen Echoortung lernen.
Foto: Getty Images/franz12
Artikel von: Philipp Rall
Ein neues Experiment zeigt auf, dass es offenbar weit schneller geht, Echoortung zu lernen, als bislang angenommen.

In den vergangenen Jahrhunderten haben sich Menschen vieler Mechanismen bedient, die wir aus der Tierwelt kennen. Selbst Echoortung zu lernen ist bereits binnen weniger Wochen möglich. Auf diese Weise können sich etwa Blinde, aber auch Menschen mit gesunden Augen in der Dunkelheit zurechtfinden.

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Echoortung lernen: Wie schnell geht's wirklich?

Forscher der Universität Durham brauchten gerade einmal zweieinhalb Monate, um 26 Probanden die Technik der Echoortung beizubringen. 12 von ihnen waren sogar von Geburt an blind.

Der Kurs bestand aus 20 Sitzungen, die jeweils zwei bis drei Stunden andauerten. Den Teilnehmer:innen des Experiments lernten, in Korridoren mit komplexer Konfiguration zu navigieren und die Größe und Position von Objekten mit Hilfe von Sprachklicks zu bestimmen.

Was mit Echoortung möglich ist

Man fand heraus, dass Teile des Gehirns, die für das Sehen verantwortlich sind, die umgebende Welt mittels der Echoortung in gewissem Sinne ebenfalls "sehen" können, obwohl vor Beginn des Experiments unklar war, ob die Gehirne von Teilnehmern, die blind geboren wurden, die gleichen neuronalen Verbindungen nutzen können, wie die von gesunden Menschen.

Sehr positives Feedback für Echoortung

"Ich kann mich an keine andere Arbeit mit blinden Teilnehmern erinnern, die ein so enthusiastisches Feedback erhalten hat", erklärte die Psychologin Lore Thaler von der britischen Universität. Der Vorgang dauerte insgesamt gerade mal zehn Wochen.

Im Laufe der vergangenen Jahrzehnte hat die Hirnforschung einige erstaunliche Fortschritte gemacht. So zeigt die Neurowissenschaft mitunter auf, wie dein Gehirn entscheidet, welche Musik du magst. Auch zu der Behauptung, wir würden nicht das gesamte Potenzial unseres Hirns nutzen, haben Forscher:innen gespaltene Meinungen.

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