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Überschwemmungen in Deutschland: Warum die Warnsysteme versagten

Ein dauerhafter Starkregen hat in Regionen Deutschlands zu Überschwemmungen geführt.
Ein dauerhafter Starkregen hat in Regionen Deutschlands zu Überschwemmungen geführt.
Foto: SEBASTIEN BOZON/AFP via Getty Images
Viele Menschen wurden von den Überschwemmungen in Deutschland völlig überrascht. Laut einer Klimawissenschaftlerin sind die Warnsysteme nicht mehr stark genug.

Ein Sturmtief, das in den letzten Tagen tobte, hat für Überschwemmungen in Deutschland gesorgt. Obwohl zuvor vor dem Unwetter gewarnt wurde, haben Klimaforscher:innen zugegeben, dass das Ausmaß der Katastrophe falsch eingeschätzt wurde. Doch was ist schiefgegangen?

Der Klimawandel hat Deutschland längst erreicht
Der Klimawandel hat Deutschland längst erreicht

Überschwemmungen treffen Deutschland hart

Noch vor wenigen Tagen hätte niemand voraussagen können, dass Teile von Deutschland im Wasser versinken würden. Die gigantischen Wassermassen, die durch das Sturmtief Bernd niedergingen, sorgten vor allem in Westdeutschland für verheerende Zerstörung und forderten zahlreiche Todesopfer. Seit Tagen kämpfen Tausende von Helfern gegen die Überschwemmungen in Deutschland. Die Wucht der Naturkatastrophe traf viele Menschen völlig unvorbereitet.

Hochwasser wie dieses waren in diesem Jahr kein Einzelfall. Auch in Amerika kam es zu Überflutungen, deren Ausmaß von Klimaforschern unterschätzt wurde.

Warnsysteme sind nicht mehr stark genug

Doch wie konnte es so weit kommen? Warum reagierten die konventionellen Warnsysteme nicht richtig? Wie BBC berichtet, sind die heutigen Computersysteme laut einer Klimaforscherin schlichtweg nicht mehr stark genug. Sie können die Stärke der Extreme, mit denen sich die Welt konfrontiert sieht, nicht mehr akkurat voraussagen. Die neue Unberechenbarkeit von Naturkatastrophen wird vor allem durch den immer schneller fortschreitenden Klimawandel forciert.

Professor Dame Julia Slingo, frühere Chef-Wissenschaftlerin des Met Office, sagte dem Nachrichtensender: "Wir sollten alarmiert sein, weil die Klima-Computer-Modelle einfach nicht gut genug sind."

Ein Supercomputer soll Klimakatastrophen erkennen

Aus diesem Grund fordert sie den Aufbau eines international geteilten Klima-Supercomputers. Er könnte nicht nur berechnen, wie Extremereignisse ausfallen, sondern auch ermitteln, wie häufig sie auftreten werden. Ohne ein solches Gerät würden Intensität und Häufigkeit von solchen Extremen wie den Überschwemmungen in Deutschland in Zukunft weiter unterschätzt werden.

Ein Supercomputer würde laut der Wissenschaftlerin mehrere Hundert Millionen Pfund kosten. Eine solche Zahl sei jedoch nichts im Vergleich mit dem Preis, der zu zahlen wäre, wenn Klimakatastrophen die Gesellschaft weiter unvorbereitet treffen würden. Im November will die Forscherin ihren Vorschlag auf der COP26 Klimakonferenz bewerben.

Mehr zum Klima

Extreme Wetterereignisse wie die aktuellen Überschwemmungen in Deutschland könnten laut Wissenschaftler:innen in Zukunft deutlich häufiger werden. Das hängt auch mit unserem Mond zusammen. Doch auch der Klimawandel trägt einen großen Teil dazu bei, dass solche Katastrophen immer häufiger werden. Hier erklären wir dir, wie der Treibhauseffekt den Klimawandel anfeuert.

Quelle: BBC

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