Nicht etwa die aktuelle Mars-Mission, sondern die bereits länger andauernde Insight-Mission hat der NASA kürzlich einen weiteren Erfolg beschert. Per Seismometer und Untersuchung sogenannter Marsbeben waren die Forschenden in der Lage, neue Erkenntnisse über den Planetenkern zu gewinnen.

NASAs Insight-Mission
Insight steht für Interior Exploration using Seismic Investigations, Geodesy and Heat Transport. Die Mars-Mission ist Teil des Discovery-Programms der NASA und startete am 5. Mai 2018. Sechs Monate später, am 26. November 2018, erreichte der stationäre Insight-Lander die Oberfläche des roten Planeten.

Das Ende der Primärmission war für 2020 geplant, 2022 ist das Ende der Sekundärmission von Insight angedacht. Als Auftraggeber stehen die NASA, das Deutsche Luft- und Raumfahrtzentrum DLR und die französische Raumfahrtagentur CNES hinter der Mars-Mission.


Mars-Mission: NASAs Insight sorgt für „neue Hinweise“

Schon 2018 erreichte der Insight-Lander der NASA die Oberfläche des Mars. Seine Mission ist es, per Seismometer und Wärmeflusssonde die frühgeologische Entwicklung des Planeten zu erforschen. Die dazu am 23. Juli 2021 in Science veröffentlichte Studie dokumentiert nun den aktuellen Stand und erklärt, dass in Bezug auf die Ursprünge von Tektonik und Vulkanismus „neue Hinweise für den Mars entdeckt“ wurden.

Wie The National Interest berichtet, finden sich darunter auch überraschende Erkenntnisse über das Innere des Mars. So besitzt der Planet nicht nur einen sehr großen Kern. Er weist auch „Marsbeben“ auf, obwohl es keine tektonischen Platten gibt. Diese sind auf der Erde für Erdbeben verantwortlich, weil sie sich aneinander reiben oder untereinander schieben und plötzlich Druck entlassen.

Im Fall des Mars könnten Meteoriteneinschläge oder Vorgänge im Inneren für die Vibrationen, die die Mars-Mission Insight aufgezeichnet hat, verantwortlich gewesen sein.

So überrascht der Kern des Mars die NASA

Während sich Planeten durch das Anhäufen von Materialien in der frühen Entwicklung eines Sonnensystems formen, muss ihr Kern nicht zwingend ein einheitlicher Mix aus diesen Zutaten sein. Leichte Mineralien schweben beispielsweise zur Oberfläche, schwerere wie Eisen sammeln sich eher im Zentrum des Planeten.

Wie sich der Kern des Mars gestaltet war bis zur aktuellen NASA-Studie nicht bekannt. Bisher gingen Expert:innen von einem eisenreichen Silikat-ummantelten Kern aus, der außen von der sogenannten Kruste umschlossen ist. Zur Erforschung der tatsächlichen Zusammensetzung mussten die Forschenden auf die sehr langsamen, seitlich wandernden S-Wellen schauen, die von der Verbindung zwischen Kern und Mantel zur Oberfläche zurückreflektiert werden.

Diese Informationen in Verbindung mit internationalen seismologischen Erkenntnissen über sechs Marsbeben in der Nähe des NASA-Insight-Landers und dem Wissen über Mineralienphysik erlaubte die Schätzung der Kerngröße des Mars: rund 1,830 Kilometer im Durchmesser (+/- 40 km) und damit deutlich größer als angenommen. Dies entspricht zudem dem halben Radius des gesamten Planeten.

Weitere Neuigkeiten der Mars-Missionen

Dazu kommt, dass der Mars anders als die Erde keinen festen Kern zu haben scheint. Dies würde erklären, warum der rote Planet heute kein umfassendes Magnetfeld besitzt. Grund ist, dass ein Kern dieser Größe einen sehr viel höheren Anteil leichterer Elemente verlangt, die sich mit dem Eisen vermischen. Dabei könnte es sich unter anderem um Schwefel handeln. Aus Experimenten ist bekannt, dass sich flüssiges Eisen mit hohem Schwefelanteil bei den im Marsinneren zu erwartenden Temperaturen wahrscheinlich nicht verfestigt.

Neben den Entdeckungen rund um Insight ermöglichte kürzlich auch ein anderes NASA-Gerät spannende Neuigkeiten. Dank dem Helikopter Ingenuity konnte die aktuelle Mars-Mission ein großes Ziel bereits erreichen. Zudem gibt es bereits erste Ankündigungen zu zwei weiteren Mars-Missionen. Und selbst hier ist nicht Schluss, denn die NASA hat auch schon „vielversprechende Zeichen von Leben“ auf dem Mars entdeckt.

Quellen: The National Interest

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