Ein spannendes Rätsel der letzten Tage scheint gelöst worden zu sein. So nahm die erste Bohrung des Mars-Rovers auf dem roten Planeten am 6. August zunächst eine unerwartete Wendung. Dabei war die Messsonde leer geblieben, obwohl die Probenahme und die beteiligten Gerätschaften und Prozesse einwandfrei funktioniert hatten. Genauere Untersuchungen durch die NASA führten nun zu einer möglichen Erklärung.

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NASA-Update: Das steckt hinter dem Mars-Rätsel

In einem aktuellen Statement des Jet Propulsion Laboratory (JPL) der NASA, erklärte Louise Jandura, dass der Stein, in den der Mars-Rover gebohrt hatte, wahrscheinlich zu pulverig und nicht robust genug gewesen ist. Dadurch konnte sich kein Kern bilden, der in der Sonde steckenbleibt.

Ein Bild des gebohrten Lochs, das dem Blogpost beigefügt ist, zeigt die sandige Struktur des Bodens. „Das Material des gewünschten Kerns befindet sich wahrscheinlich entweder am Boden des Lochs, im Haufen, der durch das Einschneiden entstanden ist, oder es ist eine Kombination aus beidem“, sagt Jandura.

Mars-Rovers ursprüngliche Mission

Noch am 5. August twitterte die NASA im Namen des Mars-Rovers ein Video über die bevorstehende Steinsammlung. Der Post dazu lautete: „Das ist es — das Ziel meiner ersten Kernprobe. Dieser Stein könnte der älteste sein, den ich erforsche, er wird also ein toller Start meiner Steinsammlung.“

Ziel der Bohrung war der Jezero-Krater, in dem die NASA die tiefsten und ältesten Schichten offengelegten Grundgesteins vermutet. Dieses zu untersuchen, könnte helfen, die Frage nach jemals auf dem Mars existierendem Leben zu beantworten. Insgesamt zielt das Jet Propulsion Laboratory (JPL) auf rund 38 Proben aus unterschiedlichen geologischen Einheiten und Oberflächenmaterialien, wie Digital Trends berichtet.

Mars-Rover und NASA scheitern ganz unerwartet

Wie geplant bohrte der Mars-Rover dazu am 6. August im Krater ein erstes Loch für die Steinprobe. Die Probenahme verlief zunächst scheinbar wie geplant. Der autonome Prozess beinhaltet allerdings auch eine Überprüfung der Sonde, um zu Messen, wie viel Gestein sich darin befindet.

An dieser Stelle trat dann das Problem hervor: „Die Sonde stieß nicht auf den erwarteten Widerstand, der vorhanden wäre, würde sich eine Probe im Inneren befinden“, erklärt Jessica Samuels, Managerin der Oberflächenmission des Mars-Rovers (via Cnet). Entsprechende Daten dazu, die Perseverance an die Erde geschickt hatte, deuteten zumindest an, dass sich in der Messonde kein Gestein oder Staub angesammelt hatte.

Komplettes Neuland für NASA

Wie NASA-Offizielle später in einem Statement erklärten, müsse man immer mit einem gewissen Risiko rechnen, wenn man Neuland betritt. Ungewöhnlich ist der Vorfall dennoch. So hätten die Daten des Mars-Rovers gezeigt, dass dessen Bohrer wie erwartet funktioniert habe. Und auch die Handhabung der Messsonde war laut NASA normal.

Ein Ergebnis wie das aktuelle — also ein erfolgreich gebohrtes Loch, aber eine leere Messsonde — kam während vorheriger Probeläufe so nie zustande: „Etwas, das wir nie gesehen haben bei Tests auf der Erde. Der Mars überrascht uns weiter“, twitterte das Perseverance-Team.

Bisherige Erfolge des Mars-Rovers

In den Tagen nach dem Fehlversuch analysierte das Team um Perseverance die Daten genauer, um die Ursache für die leere Messsonde zu klären. Bis zur aktuellen Lösung vermuteten die Forschenden bereits, dass sich der Stein, in den der Mars-Rover bohrte, irregulär verhalten hatte. Diese Annahme konnte schließlich bestätigt werden.

Trotz des jüngsten Rückschlags konnte die NASA mit Perseverance und der Mars-Mission aber bereits einige große Erfolge feiern. Immer wieder sorgen nicht nur spannende Funde wie ein „seltsames Bauwerk“ auf dem Mars für Aufmerksamkeit. Auch der Helikopter, der den Mars-Rover unterstützt, hat schon einen Meilenstein erreicht.

Quellen: NASA, Digital Trends, Cnet

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