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"Potenzielle Gefährdung" durch Schwarmbeben: Forscher untersuchen Phänomen in deutscher Region

Erdbeben sind auch in Deutschland keine Seltenheit.
Erdbeben sind auch in Deutschland keine Seltenheit.
Foto: [Futurezone.de] via Canva.com
Artikel von: Dana Neumann
Wiederkehrende Erdbeben in Deutschland lassen Forschende gerade aufhorchen. Sie untersuchen mögliche aktive Magmakammern unter der Erde.

Im Vogtland in Sachsen und Westböhmen beobachten Wissenschaftler:innen derzeit ein besonderes Vorkommnis ganz genau. Sich wiederholende Erdbeben, die in Deutschland an dieser Stelle schon seit Jahren auftreten. Neue Erkenntnisse führen zu der Annahme, dass die Aktivität durch brodelndes, flüssiges Gestein dort die Ursache sein könnte.

So funktionieren Vulkane
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Wiederkehrende Erdbeben in Deutschland: Das ist der Grund

Regelmäßig bebt die Erde in besagter Region. Jetzt allerdings haben Untersuchungen gezeigt, warum das der Fall sein könnte. So werden unter dem Gebiet drei unterirdische Kammern vermutet, die mit Magma gefüllt sind. Mindestens eine davon soll laut Horst Kämpf vom Geoforschungszentrum Potsdam (GFZ) aktiv sein und diese Erdbeben in Deutschland verursachen: "Das heißt, sie köchelt nicht einfach nur vor sich hin", wie die Deutsche Presse-Agentur dpa den Geologen zitiert.

Schon seit 1985 forscht Kämpf in der deutsch-tschechischen Erdbebenregion. Um einschätzen zu können, "ob sich langfristig eine potenzielle vulkanische Gefährdung für das Gebiet ergibt", fordert er die dauerhafte Beobachtung der unterirdischen Prozesse mittels sogenannter Heliumisotopenuntersuchung. Nur so ließe sich feststellen, ob sich das Magma nicht auch einfach wieder beruhigt.

Dabei können Forschende in Erdbebenphase die Veränderung der Heliumisotope messen. Obwohl sie alle zum Element Helium gehören, differenzieren sie sich in ihrer Masse. Auf diese Weise kann ermittelt werden, ob aufsteigende Gase aus der oberen Erdkruste oder einer tieferliegenden Schicht stammen. "Eine Änderung während der Erdbeben ist nur erklärbar durch Magma, das nach oben steigt", erklärt Kämpf dazu.

Schwarmbeben alle zwei bis fünf Jahre

Die Regelmäßigkeit der wiederkehrenden Erdbeben in Deutschland ist relativ hoch. So konnten Wissenschaftler:innen seit 1997 beobachten, dass die Schwarmbeben in besagtem Gebiet alle zwei bis fünf Jahre auftreten. Zwar gebe es keinen erkennbaren Trend was eine Zu- oder Abnahme betreffe. Allerdings sei eine gewisse örtliche Wanderung sowie ein deutliches Auf und Ab der Schwärme innerhalb der vergangenen 200 Jahre zu sehen.

"Die ganze Region ist als Erdbebenrisikozone eingestuft", heißt es vom Landesamt für Geologie. Trotzdem sind Erdbeben der Magnitude 6,5, die sie laut Untersuchungen älterer Erdschichten durchaus erreichen können, ein eher seltenes Ereignis.

Vier Spezialbohrungen zum Teil bis 403 Meter Tiefe dienten bislang dazu, den Boden unter dem Gebiet abzuhören. Zwei weitere seien im Grenzgebiet Bayern-Tschechien noch geplant. Beteiligt an dem Grobprojekt sind das sächsische Geologie-Landesamt, das Postdamer GFZ, die Universität Freiberg und die Universität Leipzig sowie tschechische Akademien.

Neben Erdbeben kann Deutschland übrigens noch mit anderen Naturphänomenen aufwarten. So zeigt der Vulkan in der Eifel eine gewisse Aktivität. Tatsächlich gibt es in Deutschland sogar 14 Vulkangebiete.

Quellen: Deutsche Presse-Agentur dpa

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