Zahlreiche Wissenschaftler:innen suchen nach außerirdischen Lebewesen, die hoch entwickelt sind. Ein Forschungsteam scannte dafür einen Teil des nördlichen Himmels und untersuchte 21 Galaxien. Sie glauben, dass zwei von ihnen das Zuhause von einer hochentwickelten außerirdischen Zivilisation sein könnten.

2 Galaxien mit außerirdischen Lebewesen?

Postdoktorantin Chen und Co-Autor Michael Garrett suchten in den Galaxien nicht nur nach irgendwelchen außerirdischen Lebewesen, sondern nach hochentwickelten. Diese Unterscheidung ist wichtig zu treffen.

Es gibt bakterienartige Mikroben, die wir als außerirdisches Leben bezeichnen würden. Doch es könnte auch hochentwickelte außerirdische Zivilisationen geben. Der Astrophysiker Nikolai Kardashev entwickelte 1964 die sogenannte Kardashev-Skala, die den technischen Fortschritt einer hypothetischen außerirdischen Zivilisation misst – basierend auf der Menge der Energie, die sie verbraucht (via Inverse). Drei Arten der Zivilisationen hat diese Skala:

  • Zivilisation-Typ-I nutzt Energie, die ihr auf ihrem Planeten zur Verfügung steht
  • Zivilisation-Typ-II verbraucht Energie im Maßstab ihres gesamten Sternensystems (also auch Planeten, von denen sie umkreist werden)
  • Zivilisation-Typ-III kann so viel Energie wie die gesamte Galaxie nutzen

Übrigens: Die menschliche Zivilisation hat nicht einmal ganz den Typ-I-Status erreicht. Wir sind gerade bei 0,73, weil wir noch nicht fähig sind, die gesamte Sonnenenergie zu nutzen. Um Typ I zu erreichen, dauert es laut Wissenschaftler:innen noch 100 bis 200 Jahre.

Hingegen ist die Kardashev-Typ-III-Zivilisation (K3), so Chen gegenüber Inverse, „eine Art sehr fortgeschrittene Zivilisation, die in der Lage ist, die Energie aus der gesamten Wirtsgalaxie zu tanken“.

Wie können hochentwickelte außerirdische Lebewesen gefunden werden?

Die Typ-III-Zivilisation könnte die Sterne ihrer Galaxie nutzen, um Energie mithilfe von hypothetischen Dyson-Kugeln zu nutzen. Das sind Strukturen, die einen Stern umgeben, um dessen Energieabgaben zu sammeln. Chen und Michael Garrett wollen eine Zivilisation des Typ III finden, indem sie etwa nach ihren Emissionen im mittleren Infrarot nach Anzeichen von mehreren Dyson-Sphären suchen.

Was ist eine Dyson-Sphäre?
– „Sogenannte Dyson-Sphären sind theoretisch beschriebene Strukturen, die einen Stern in einer gewissen Entfernung komplett umschließen könnten, um die gesamte abgegebene Energie zu absorbieren“ (via heise).
– Dyson-Sphären wurden nach dem englischen Physiker und Mathematiker Freeman Dyson benannt

Daher untersuchten die Forschenden die Emissionen von 21 Galaxien. Gegenüber Inverse verrät Chen:

„Zwei von ihnen wurden als natürliche Quellen identifiziert – einer war ein aktiver galaktischer Kern und der andere war eine sternbildende Galaxie, was bedeutet, dass ihre übermäßigen Emissionen im mittleren Infrarot von verschiedenen Mechanismen herrühren.“

Chen

Zwei der Galaxien blieben unidentifiziert. Sie könnten ein mögliches Zuhause für eine Typ-III-Zivilisation sein. Die Forschenden konnten nicht herausfinden, was den Anstieg der Emissionen im mittleren Infrarot verursacht. Es ist unklar, ob eine ungewöhnlich hohe Entstehung von Sternen oder ein außergewöhnlich helles galaktisches Zentrum verantwortlich dafür ist.

Um also festzustellen, ob hochentwickelte außerirdische Lebewesen auf diesen Galaxien tatsächlich zu finden sind, müssen die Wissenschaftler:innen die Quelle ihrer Emission im mittleren Infrarot bestimmen.

Interessantes zu außerirdischem Leben

Nicht nur auf diesen zwei Galaxien könnte es eine außerirdische Zivilisation geben. Auf diesen Objekten könnte es außerirdisches Leben geben. Doch sollte es sie geben: Sehen sie aus, wie Aliens in Science Fiction-Filmen meistens gezeigt werden? Das meint ein Forscher.

Quellen: Inverse; heise online; „Searching for Kardashev Type III civilisations from high q-value sources in the LoTSS-DR1 value-added catalogue“ (2021, Monthly Notices of the Royal Astronomical Society)

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