Im Sonnenfleck AR2908 gab es eine Explosion. Daraus resultierte bereits am 20. Dezember ein Solarsturm, der sich in Richtung Erde bewegt und spätestens am heutigen frühen Morgen unseren Planeten erreicht. Während die Sonneneruption vergleichsweise stark war, werden dem Sturm selbst nur wenig geomagnetische Effekte zugeschrieben. Expert:innen der US-Wetter- und Ozeanografie­behörde NOAA (National Oceanic and Atmospheric Administration) schließen diese jedoch keineswegs aus und beobachten das Phänomen entsprechend.

Nach M1-Sonneneruption: So trifft der Solarsturm auf die Erde

Forschende klassifizieren den Solarsturm als M1. Damit gehört er zur zweitstärksten Gruppe an Sonnenstürmen. Diese werden in die Klassen A, B, C, M oder X eingeteilt. Erst am 31. Oktober traf ein Solarsturm der Klasse X, also der höchsten für derartige Phänomene, auf die Erde.

Erreicht uns ein solcher Solarsturm, kann das verschiedene Folgen haben. Auf der einen Seite sind Störungen von Satelliten, Kommunikations- und Energieversorgungssystemen möglich. Auf der anderen Seite kann das Ereignis auch einfach nur zu Polarlichtern führen.

Nach der Analyse der aktuellen Sonneneruption am 20. Dezember geht die NOAA davon aus, dass die durch die Sonneneruption ausgestoßenen Partikel zum größten Teil südlich an der Erde vorbeiziehen werden. Dennoch schließen die Forschenden einen Aufprall auf das Erdmagnetfeld am 24. Dezember nicht aus.

„Modelle lassen eine baldige Ankunftszeit zwischen dem späten 23. Dezember und dem frühen 24. Dezember vermuten.“

„(…) ein möglicher flankierender Einfluss, wenn es [der Solarsturm] auf die Orbitalposition der Erde trifft.“

NOAA (National Oceanic and Atmospheric Administration)

NOAA behält Solarsturm nach Sonneneruption unter Beobachtung

Mit großen Beeinträchtigungen auf der Erde durch die jüngste Sonneneruption wird nicht gerechnet. Die NOAA hat deshalb nur eine als „unerheblich“ eingestufte Beobachtung der geomagnetischen Effekte des Sturms (G1 Geomagnetic Storm Watch) für den 24. Dezember angesetzt.

Generell werden Solarstürme neben der Beurteilung ihrer Stärke durch die oben genannten Klassen auch anhand ihrer Auswirkungen auf der Erde gemessen. Dazu dienen die drei Kategorien R (Radiostörungen), S (Strahlungseffekte) und G (geomagnetische Effekte), die wiederum jeweils in fünf Stufen eingeteilt werden. Wie das Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung erklärt, entspricht die Stufe 1 dabei einem schwachen, die Stufe 5 einem starken Effekt.

Sollte es am 24. Dezember also zu Auswirkungen durch die Sonneneruption kommen, liegen diese in eher harmlosen Bereichen. Dazu zählen mögliche, aber schwache Schwankungen im Stromnetz, geringe Beeinträchtigungen des Satellitenbetriebes und Polarlichter in hohen Breiten.

Quellen: NOAA, Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung, spaceweather.com

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