Es klingt wie der Traum vieler: Wir suchen nach Leben im All und finden andere Menschen. Für einen Astrobiologen der University of Cambridge klingt dieses Szenario nicht unbedingt unrealistisch. Laut des Wissenschaftlers ist es wahrscheinlich, dass an anderen Orten im Universum eine menschenähnliche Evolution stattgefunden hat. Der Kern seiner Überzeugung kommt von der Theorie der konvergenten Evolution.

Leben im All: Kann es menschenähnlich sein?

Könnte es sein, dass sich die menschliche Spezies nicht nur auf der Erde, sondern auch auf anderen Planeten unabhängig von uns entwickelt hat? Manche Wissenschaftler:innen finden diese Idee absurd. Etwa Evolutionsbiologe Stephen J. Gould war der Ansicht, dass Evolution nur durch zufälligen Sätze genetischer Mutationen angetrieben würde. Es sei sehr unwahrscheinlich, dass genau die gleichen Auswirkungen zwei Mal auftreten würden. Ein Leben im All, das menschenähnlich ist, wäre in den Augen des mittlerweile verstorbenen Wissenschaftlers unwahrscheinlich. Anders sieht es etwa der evolutionärer Paläobiologe Prof. Simon Conway Morris.

Simon Conway Morris ist Anhänger der Denkschule der „konvergenten Evolution“. In der Biologie versteht man unter Konvergenz „die Entwicklung von ähnlichen Merkmalen bei miteinander nicht verwandten Arten, die im Lauf der Evolution durch Anpassung an eine ähnliche Funktion und ähnliche Umweltbedingungen ausgebildet wurden“ (laut Bionity).

Wer ist Simon Conway Morris?
Der britische Paläontologe Simon Conway Morris entfachte bereits 2005 eine Diskussion unter Evolutionsforschenden. Der Deutschlandfunk schrieb einst, dass der heute 70-Jährige an Gott, Außerirdische und „an den ganz großen Plan hinter den Dingen“ glaube. Seine Überzeugung: Alles wiederholt sich. Alles folge einem Plan und nichts ist zufällig. So erklärte er einst: „Mein Standpunkt ist, dass die Evolution so wie sie verlaufen ist, zwingend sein muss. Es gibt nicht mehrere Möglichkeiten. Warum ich das glaube, nun, würde man annehmen alles ist Zufall, die Evolution eine Möglichkeit von vielen, dann wäre so etwas wie menschliche Intelligenz nur ein glücklicher Zufall, ein Unfall quasi. Ich sage aber, dass so etwas Komplexes wie Intelligenz zwingend entstanden sein muss. Denn wir finden es in sehr ähnlicher Form auch bei Tieren wie Delfinen oder Krähen.“

Das sagt der Wissenschaftler

In einem Interview mit dem BBC Science Focus-Magazin verrät Simon Conway Morris im November 2021:

„Man kann mit ziemlicher Sicherheit sagen, dass die Wahrscheinlichkeit, dass sich etwas Analoges zur Entwicklung eines Menschen entwickelt, wirklich ziemlich hoch ist. Und angesichts der Anzahl potenzieller Planeten, von der wir jetzt guten Grund zu der Annahme haben, dass sie existieren, führt dies, selbst wenn die Würfel nur alle 1 von 100 Würfen in die richtige Richtung fallen, immer noch zu einer sehr großen Anzahl von Intelligenzen, die verstreut sind, die uns wahrscheinlich ähnlich sind.“

Simon Conway Morris

Simon Conway Morris ist nicht der einzige Professor aus Cambridge, der glaubt, außerirdisches Leben könnte sich auf ähnliche Weise wie Menschen entwickelt haben: Anfang 2021 erklärt der Zoologe Arik Kershenbaum gegenüber dem Quanta-Magazin (via Futurism):

„Da die Evolution überall der Erklärungsmechanismus für das Leben ist, sollten die Prinzipien, die wir auf der Erde entdecken, auf den Rest des Universums anwendbar sein.“

Arik Kershenbaum

Doch sollte der Wissenschaftler im Recht sein: Warum sind wir immer noch nicht fündig geworden? Ein Forschungs-Team vermutet, dass der sogenannte „Gorilla-Effekt“ der Grund dafür sein könnte, dass wir kein Leben im All finden. Eine weitere Studie lieferte in der Vergangenheit außerdem eine Antwort auf die Frage, wie wahrscheinlich es ist, dass außerirdisches Leben intelligent ist.

Quellen: BBC Science Focus, Bionity, Futurism, Deutschlandfunk

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