Bereits Weihnachten ist das James Webb-Weltraumteleskop ins All gestartet und hat damit das Jahr 2022 als Jahr der Raumfahrt eingeleitet. Neben dem Hochleistungsteleskop von NASA und ESA sind in diesem Jahr aber noch weitere Raumfahrtmissionen geplant. Die Weltraum-Ziele für 2022 sind ambitioniert wie lange nicht mehr und doch das Ergebnis jahrelanger Planung, die nun zu Ende geht.

Weltraum-Ziele für 2022

Die Erforschung des Weltalls könnte dieses Jahr entscheidend vorangetrieben werden, vor allem auch weil die Planung zahlreicher Projekte in ihre finale Phase geht. Die Weltraum-Ziele für 2022 beinhalten nichts geringeres als die Erforschung von Asteroiden, dem Mond und dem Mars.

Außerdem geht nach dreißigjähriger Plan- und Entwicklungszeit das James Webb-Weltraumteleskop endlich online und wird unser Wissen über das Weltall und unserem Platz darin erweitern. Die NASA erhofft sich vom Hubble-Nachfolger nichts geringeres als Erkenntnisse über die Frühzeit unseres Universums.

Doch nicht nur die Astronomie verfolgt ambitionierte Ziele. Auch Staaten wie Saudi-Arabien, China und die Vereinigten Arabischen Emirate wollen die Erde verlassen und ihren Fußabdruck auf Mond und Mars setzen. Die Weltraum-Ziele für 2022 sind dabei nur der Anfang weitaus größerer Pläne.

Die Weltraum-Ziele 2022 der Raumfahrtnationen

  • Die USA wird auch 2022 auf die Hilfe von Privatunternehmen angewiesen sein. So plant die Firma SpaceX gleich mehrere bemannte und unbemannte Flüge zur Internationalen Raumstation ISS. Das „Starliner“-Raumschiff von Boing soll ebenfalls noch dieses Jahr die Raumstation ansteuern. Wie die GEO weiter berichtet, sollen außerdem Astronauten der Privatfirma Axiom Space die ISS besuchen. Die Missionen zeigen, dass der private Sektor zumindest aus den Raumfahrtmission der USA nicht mehr wegzudenken ist. Nicht zuletzt plant Jeff Bezos Firma Blue Origin eine kommerzielle Raumstation.
  • Russland möchte 2022 endlich den in seit Jahren befindlichen Bau seines Weltraumbahnhofs in Wostotschny abschließen. Künftig sollen von der russischen Anlage neue Raketen vom Typ „Angara“ aus ins All starten. Nach Fertigstellung der Anlage plant Roskosmis die Sonde „Luna 25“ zum Mond zu schießen. Damit würde Russland seit 46 Jahren das erste Mal wieder eine Sonde in die Umlaufbahn des Trabanten bringen. Dazu plant die Behörde den konsequenten Bau von Mondbasen in mehreren Etappen bis 2040.
  • Bereits 2021 brachte China das Kernmodul „Tianhe“ (Himmlische Harmonie) für eine neue Raumstation ins All. Derzeit lebt und arbeitet in diesem Modul die zweite dreiköpfige Astronauten-Crew. Noch dieses Jahr will das Land die zwei verbleibenden Module anschließen und die Station damit voll funktionsfähig machen. Weiterhin plant die nationale Raumfahrbehörde Chinas eine Reihe von Frachtflügen für das Jahr 2022.
  • Auch die Europäische Raumfahrbehörde ESA hat sich für 2022 einige Weltraum-Ziele gesetzt. Zu den Raumfahrmissionen der Behörde zählt unter anderem der Schichtwechsel auf der ISS. Die italienische Astronautin Samantha Cristoforetti wird neue Kommandantin der Raumstation. Noch im Februar soll die Mission „Artemis 1“ in den Weltraum starten und unseren Mond anfliegen. Die unbemannte Mission soll den Trabanten umkreisen und dabei Daten für eine mögliche Landung sammeln. Außerdem soll ich der „Solar Orbiter“ im März diesen Jahres bis auf 50 Millionen Kilometer der Sonne nähern. Ab der Mitte des Jahres hoffen die Astronom:innen der ESA auf eine Zusammenarbeit mit Kanadiern und Amerikanern am James Webb-Weltraumteleskop. Und schließlich soll im September in Zusammenarbeit mit der russischen Raumfahrbehörde Roskosmos die zweite „ExoMars“-Mission Richtung Mars starten. Der auf der Reise mitgeführte Rover soll Erkenntnisse darüber liefern, ob auf dem Mars die Bedingung für die Entstehung von Leben ausreicht haben könnten. Bereits jetzt gehen manche Forschende davon aus, dass der Mars nie für Leben bestimmt gewesen sei.
  • Die Weltraum-Ziele 2022 der Vereinigten Arabischen Emirate sind ebenfalls ehrgeizig. So will das Land bereits bis 2024 auf dem Mond landen, 2028 eine Sonde zur Venus schicken oder im Jahr 2033 eine Sonde auf einen Asteroiden landen. Die Vorbereitungen für diese großen Schritt Richtung Weltall laufen bereits jetzt auf Hochtouren.
Mann untersucht Spiegel
In einer Röntgen- und Kryoanlage werden die Spiegel des James Webb-Weltraumteleskops getestet. Die Spiegel werden Temperaturen von bis zu Minus 248 Grad Celsius aushalten müssen. © imago images / StockTrek Images

Die wichtigsten Missionen für 2022

Auf Axios.com sind die wichtigsten Raumfahrtmissionen für dieses Jahr aufgelistet. Einer der vermutlich wichtigsten Meilensteine für die Astronomie ist die Positionierung des James Webb-Weltraumteleskops knapp 1,5 Millionen Kilometer von der Erde entfernt.

Die Wissenschaftler:innen versprechen sich neue Erkenntnisse von der Frühzeit des Universums. Weil die Kamera im infraroten Lichtspektrum arbeitet, kann sie auch Regionen des Universums sichtbar machen, die bisher verborgen geblieben sind.

Dadurch erhoffen sich Astronom:innen in die Anfänge des Universums blicken zu können. Auch die Suche sogenannter Exoplaneten könnte das neue Teleskop revolutionieren. Bereits im Somme 2022 soll das Teleskop nach mehreren Tests voll einsatzfähig sein.

Weitere wichtige Missionen

  • Psyche-Mission der NASA: Die amerikanische Raumfahrbehörde will noch dieses Jahr eine Sonde zu einem metallreichen Asteroiden entsenden. Dieser Asteroid soll einst Teil eines Planeten gewesen sein.
  • DART-Mission der NASA: Eines der Weltraum-Ziele der NASA für 2022 betrifft präventive Maßnahme zum Schutz der Erde vor Himmelskörpern, die gefährlich werden könnten. Im Zuge DART-Mission könnte noch in diesem Jahr eine Sonde in einen Asteroiden einschlagen. Hiermit will die Behörde herausfinden, wie solche als gefährlich eingestuften Objekte von ihrem Kollisionskurs gebracht werden könnten.
  • Mondmission der NASA: Außerdem plant die amerikanische Behörde eine Rakete Richtung Mond zu befördern. An Bord sollen unter anderem Satelliten mitgenommen werden, die den Mond auf Überreste von Wasser hin untersuchen sollen.

2022 wird ein spannendes Jahr für die Raumfahrt und für die Astronomie. Durch das James Webb-Weltraumteleskop zum Beispiel könnte die Entdeckung immer neuer Exoplaneten eventuell für dieses Jahr möglich sein. Bereits jetzt vermuten Wissenschaftler:innen auf bereits entdeckten Exoplaneten Leben auf Grund gefundener biologischer Fußabdrücke, sogenannter Biosignaturen.

Quellen: Axios, GEO, eigene Recherche

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