Wer wirklich gut schlafen will, braucht eine gute Matratze. Daran führt kein Weg vorbei. Doch auch das komfortabelste Exemplar muss – abgesehen von hygienischen Ansprüchen – aus gleich mehreren Gründen irgendwann weg. Auf die Frage, wie oft eine Matratze gewechselt werden sollte, gibt es auch eine entsprechende wissenschaftliche Antwort.

Wie oft die Matratze wechseln: Häufiger als vielleicht gedacht

Dass wir jede Nacht auf derselben Matratze schlafen, hinterlässt Spuren. Dabei geht es nicht um Verschleiß, sondern um die Ansammlung von Flüssigkeiten und Hautrückständen. Nicht nur von Herstellerseite, sondern auch von der Stiftung Warentest gibt es deshalb eine konkrete Empfehlung, wie oft ein Matratzen-Wechsel am besten erfolgen sollte.

„Aus hygienischen Gründen sollten Sie die Matratze etwa alle 8 bis 10 Jahre austauschen.“

Stiftung Warentest (via BR.de)

Diese wird durch die Wissenschaft gestützt, wobei Forschende neben der Hygiene noch gesundheitliche Gründe anführen. So bestätigt eine Studie aus dem Jahr 2009, die im Journal of Chiropractic Medicine veröffentlicht wurde, dass sich die Schlafqualität der an der Untersuchung Teilnehmenden „signifikant verbessert (habe) mit dem Ersatz der alten Schlaffläche“.

Dabei waren die Betten im Schnitt laut Studie mehr als neun Jahre alt, die Proband:innen haben demnach also ganze drei Jahre darin gelegen. Es sei gemessen an dem beobachteten Zusammenhang zwischen Schlafqualität und Alter der Unterlage sehr wahrscheinlich, dass die Struktur und Stützfunktion einer Matratze sowie der Zeitraum des Komforts wesentlich kürzer sind als allgemein angenommen.

Achte auf 3 Faktoren: Sie beeinflussen Matratzen und wann sie zu wechseln sind

Was sich am Ende auf die Langlebigkeit von Matratzen auswirkt, sind ganz unterschiedliche Dinge. Das heißt neben hygienischen Grundregeln gibt es weitere Dinge zu beachten. Zum Beispiel können Qualität und Material der Matratze den durchschnittlichen Turnus des Austauschens bestimmen.

Matratze wechseln je nach Material (Empfehlung via Bobvila.com)

  • Federkernmatratze: alle 5-8 Jahre
  • Rückstellschaum (Memory Foam)-Matratzen: alle 6-8 Jahre
  • Latexmatratzen: alle 8-12 Jahre

Dazu kommen Faktoren, die eher weniger vermutet werden. Sie können unerwartet Aufschluss darüber gegen, wann es Zeit ist, die Matratze zu wechseln.

#1 Hohes Körpergewicht oder signifikante Veränderung

Medizinerinnen und Medizinern zufolge spielt das Gewicht eines Menschen eine wesentliche Rolle bei der Langlebigkeit. So nutze sich eine Matratze schneller ab, wenn eine schwere Person darauf schläft. Auch der schnelle Verlust von oder die rapide Zunahme an Gewicht kann Einfluss nehmen.

Dem Wissenschaftler Dr. Jonathan S. Kirschner (Krankenhaus für spezielle Chirurgie, New York City) zufolge, sorgen beispielsweise 100 Kilogramm Last und mehr pro Nacht dafür, dass eine Matratze schneller als die typischen acht bis zehn Jahre unbrauchbar wird.

#2 Plötzlich einsetzende Allergien oder verstärktes Asthma

Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass eine durchschnittlich genutzte Matratze zwischen 100.000 und zehn Millionen Hausstaubmilben beherbergen kann. Diese lösen bei vielen Menschen allergische Reaktionen aus oder verstärken Asthmasymptome. Zusätzlich kann durch das Aussondern von Fetten und Körperflüssigkeiten Schimmel entstehen. Das Einsetzen entsprechender Reaktionen oder sichtbarer Spuren ist eine sehr eindeutige Antwort darauf, wann die Matratzen zu wechseln ist.

#3 Unruhiger Schlaf und Müdigkeit nach dem Aufstehen

Wirfst du dich regelmäßig nachts herum und bist nach dem Aufstehen müde und unausgeruht, kann das auf eine in die Jahre gekommene Matratze hindeuten. Oftmals haben sich durch deine Schlafposition nach einiger Zeit Täler und Berge gebildet, die den Schlaf behindern. Aber auch Klumpen in Schaummatratzen können eine ähnlich störende Wirkung haben. Wie in der oben genannten Studie kann ein Tausch dann die Schlafqualität steigern.

Weitere Tipps für Sauberkeit

Neben der Frage, wie oft eine Matratze zu wechseln ist, stellt sich das gleiche Problem für viele in Sachen Bettwaren. So gibt es zum Beispiel Studien, die belegen, wie überraschend oft du Bettwäsche waschen solltest. Ähnliches betrifft Textilien im Bad. Wann Handtücher waschen? Die Antwort dürfte dir nicht gefallen.

Quellen: BR.de, Bobvila.com

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