Die weite Verbreitung von Smartphones ist ein noch relativ junges gesellschaftliches Phänomen. Dementsprechend gibt es in diesem Feld noch so einiges zu erforschen. Insbesondere die regelmäßige Handynutzung und ihr Einfluss auf die menschliche Gesundheit schauen sich Forscher:innen wiederholt an. Eine neue Studie legt nun nahe, dass Männer ihre Geräte besser weglegen sollten. Ganz besonders, wenn sie konkrete Familienpläne haben.

Studie: Handynutzung gefährdet Spermien

Eine Forschungsgruppe aus Südkorea hat sich jetzt mit Handystrahlung und ihren Einfluss auf die Spermien im Manne auseinandergesetzt. Dazu hat sie eine neue Metastudie durchgeführt, um einen negativen Effekt ausfindig zu machen. Das Projekt basiert auf einer vorangegangenen Analyse von 2011, allerdings sind jetzt neue Daten von 2012 bis einschließlich 2021 dazugekommen.

435 Untersuchungen hat das Team dafür genauer beleuchtet, aus denen es 18 mit insgesamt 4.200 Proben herausfilterte. Dabei kamen sie zunächst einmal zum selben Ergebnis wie die alte Metastudie: Statistisch ergibt sich tatsächlich ein relevanter Zusammenhang zwischen Handynutzung und verminderter Spermaqualität mit Hinblick auf die Spermienkonzentration, Motilität (Beweglichkeit) und Lebensfähigkeit.

Handystrahlung: Je länger, desto schädlicher

Zusätzlich deuten die Resultate darauf hin, dass der reine Zeitfaktor zunächst eine untergeordnete Rolle spielt. Es kommt nicht einzig darauf an, dass man lange der Strahlung ausgesetzt ist. Die Nutzung allein reicht schon aus, um die Qualität des Spermas allgemein zu mindern. Das ergaben die Forschungen sowohl am lebenden Testsubjekt als auch in vitro.

Nichtsdestotrotz konnte man eine stärkere Verminderung bei untersuchten Probandengruppen mit hoher Mobilfunknutzung feststellen. Der langfristige Effekt muss also definitiv als Ursache für die Reduktion der Spermienqualität bei Männern in Betracht gezogen werden. Die exakten Gründe für den negativen Einfluss von Handystrahlung auf die Spermien ist hingegen noch immer unklar, lediglich dass ein Zusammenhang besteht, scheint deutlich. Mehr Untersuchungen sind deshalb vonnöten. Zumal eine nur geringe Handynutzung für viele im Alltag eher schwer zu realisieren sein dürfte.

Dass die Allgegenwart von Smartphones viele potenzielle Gesundheitsrisiken birgt, ist besorgniserregend. So könntest du wegen WLAN- und Handystrahlung auch Gedächtnisschäden erleiden.

Quelle: „Effects of mobile phone usage on sperm quality – No time-dependent relationship on usage: A systematic review and updated meta-analysis“ (2021, Environmental Research)

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