Die NASA gilt vermutlich als eine der populärsten Organisationen der Welt. Das blaue Logo mit dem ikonischen, roten Schweif ist auf T-Shirts, Hoodys und Basecaps abgedruckt. Und so stellt sich die Frage: Was ist die NASA? Obwohl sie eine staatliche Behörde ist, hat sie den hohen Anspruch der ganzen Menschheit zu dienen. Sie ist vieles und steht vor allem für menschliche Werte, die weit über nationale Interessen hinausreichen.

Was ist die NASA? Mehr als nur Raumfahrt

Am 4. Oktober 1957 umkreiste ein monotones Piepen den Erdball. Erstmals war es Menschen gelungen einen künstlichen Satelliten in den Orbit zu schießen. Der sowjetische Spunik 1 begeisterte und verstörte die Menschheit.  Die einen sahen den technischen Fortschritt, die anderen meinten eine potentielle Gefahr für den Weltfrieden zu sehen. Der „Sputnik-Schock“ ging in die Geschichte ein und der Wettlauf ins All hatte begonnen. Kurz nachdem die Sowjets ihren ersten Satelliten erfolgreich gestartet hatten, gründeten die USA am 01. Oktober 1958 die NASA, die National Aeronautics and Space Administration, die nationale Luft- und Raumfahrtbehörde.

Was zu Beginn eine Antwort auf den sowjetischen Sprung in den Orbit darstellte, ist heute eine Milliarden-schwere Organisation, die weltweit auf Kooperation und Zusammenarbeit setzt. Wie die NASA auf ihrer eigenen Website schreibt, wolle sie vor allem erforschen, entdecken und das Wissen zum Wohle der Menschheit erweitern. Dabei stieß die Behörde im Laufe seiner Geschichte auf viele Widrigkeiten. Nicht zuletzt der Kalte Krieg brachte die NASA um ihr Mondprogramm. Und auch in der Ära Trump musste die Behörde einiges einstecken. Zwar forderte der ehemalige Präsident der Vereinigten Staaten ganze 1,6 Milliarden Doller mehr für eine bemannte Mond-Mission, die sollte jedoch nur dem nationalen Prestige gelten. Die Ideale der NASA standen stehts auf dem Spiel.

40 Missionen zum Wohle der Menschheit

Dabei macht die NASA weitaus mehr, als nur Menschen auf den Mond zu landen oder Satelliten zu bauen. Die nationale Raumfahrtbehörde der USA hat es sich zum Ziel gemacht, den Weltraum friedlich zu nutzen. Wie die Agentur selbst erklärt, sind die Aufgabenbereiche weit gefächert.

So führen Astronaut:innen im erdnahen Orbit wissenschaftliche Experimente durch, die zum Beispiel erklären helfen, wie Leben in der Schwerelosigkeit funktionieren könnte. Proben aus dem All sollen uns helfen zu verstehen, wie das Universum funktioniert; und Sonden suchen auf Monden rund um die Gasriesen Saturn und Jupiter Hinweise und Spuren von Leben; auch erforscht die Behörde Wege, Menschen dauerhaft auf Mond und Mars anzusiedeln. Und schließlich kooperiert sie im Geiste einer globalen Gemeinschaft mit anderen Raumfahrtorganisationen wie der europäischen Weltraumbehörde ESA oder der russischen Behörde Roskosmos. Sinnbild dieser internationalen Zusammenarbeit ist die Weltraumstation ISS.

Das sind nur einige kleine Beispiele dafür, wie viel die NASA eigentlich macht. Allein im Jet Propulsion Labaratoy betreuen Astrophysiker:inne, Geolog:innen und Wissenschaftler:innen aus den verschiedensten Bereichen 40 Missionen. Unter anderem werden hier die Mars-Rover „Peserverance“ und „Curiosity“ gesteuert.

Ein Großunternehmen

Ein besonderes Merkmal der NASA sind die in den USA weit verzweigten Forschungs- und Produktionseinrichtungen. Nach aktuellem Stand beschäftigt die Behörde mehr als 17.000 zivile Angestellte in den verschiedensten Bereichen. Hinzu kommen derzeit mehr als 312.000 Beschäftigte, die die Organisation auf behördlichem Wege oder als Zulieferer unterstützen. Damit gilt die NASA als einer der größten Arbeitgeber in den Vereinigten Staaten. Der Personalkreis umfasst vor allem Ingenieur:innen, Sachbearbeiter:innen und Wissenschaftler:innen.

Dabei ist die Behörde nicht allein auf einen Standort beschränkt. Das ikonische Kennedy Space Center in Florida ist nur einer von vielen Orten, an denen die NASA tätig ist. Insgesamt umfasst die Behörde 20 Standorte verteilt über die gesamten Vereinigten Staaten, bestehend aus Forschungs-, Entwicklungs- und Fertigungsanlagen.

Ein kleiner Schritt für den Menschen…

Was nach über 60 Jahren von den Idealen der NASA geblieben ist, wird die Zukunft zeigen. Ambitionierte Projekte wie die derzeit laufende Mission des Rover „Perseverance“ und seinem fliegenden Begleiter „Inguity“ zeigen jedoch, dass die NASA viel vor hat. Neue Daten des roten Planeten sollen dabei das Fundament schaffen, um noch im kommenden Jahrzehnt Menschen auf den Mars zu bringen.

Eine solche Mission wird die NASA mit ihren Mitteln allein nicht schaffen können und plant bereits jetzt Projekte mit privaten Unternehmen. Bestes Beispiel hierfür liefert die Artemis-III-Mission. Hierfür sucht die öffentlich finanzierte Weltraumbehörde aktive die Unterstützung durch das private Unternehmen SpaceX.

Das führt die NASA jedoch vor ungeahnte Probleme. Weil sie die Kapsel von Jeff Bezos Firma Blue Origin gegen das Modul von SpaceX austauschte, verzögerte eine monatelanger Rechtsstreit die Arbeit am Artemis-Projekt. Nun soll der Mensch anstatt wie geplant 2024 erst 2025 den Mond wieder betreten dürfen.

Es bleibt zu hoffen, dass die nationale Raumfahrtbehörde ihren Zielen treu bleiben kann und gleichzeitig dem Profitstreben privater Unternehmen standhält. Nicht zuletzt schwebt bei der NASA auch immer das Vermächtnis der Geschichte eine Rolle. Weil sie die erste bemannte Mondmission ermöglichte, steht sie stets im Dienste jener Worte, die Neil Armstrong einst bei seinem ersten Schritt auf de Mond setzte: Das ist ein kleiner Schritt für den Menschen, aber ein riesen Sprung für die Menschheit.

Quellen: eigene Recherche, jpl.nasa.gov, nasa.gov, SPIEGEL

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