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Keine Smartphones mehr bis 2030: Studie enthüllt ernstzunehmendes Szenario

Eine Studie prophezeit bis 2030 weltweite Engpässe von mehreren Metallen, die unter anderem bei deinem Smartphone zum Einsatz kommen. Doch es gibt auch Auswege.

Für unsere mobilen Geräte braucht es vor allem Power, damit sie dich durch den Alltag begleiten können. Dafür werden in der Regel Lithium-Ionen-Akkus verwendet. Doch, ob wir das noch so lange durchziehen können, zweifelt eine Studie an. Wir überschreiten unseren globalen Bedarf von Lithium aktuell schon massiv. Bis 2030 prophezeit eine Studie „weltweite Versorgungsengpässe“, die auch Auswirkungen auf unsere Smartphones haben können.

Zwei Metalle für Smartphone-Herstellung werden schon in 8 Jahren sehr knapp

Bei Kobalt und Lithium handelt es sich um zwei Metalle aus der Kategorie der nicht nachwachsenden Rohstoffe. Das bedeutet: Haben wir auf der Welt unsere Reserven ausgeschöpft, ist Schluss. Das Problem ist leider, dass wir beide Stoffe unter anderem für unsere Smartphones brauchen. Doch auch für E-Autos, Windkraftwerke und unzählige andere elektronische Devices wie Laptop, PC, Kopfhörer und Co. werden Lithium und Kobalt verwendet.

Die Wissenschaft prognostiziert schon seit einiger Zeit, dass unser Bedarf die Ressourcen übersteigt. Eine neue Studie der Uni Leuven in Auftrag gegeben von Eurometaux bestätigt diese These und macht darauf aufmerksam, dass wir schon in weniger als 10 Jahren mit ernsthaften Engpässen zu rechnen haben:

Der Studie zufolge könnte es in Europa bis ca. 2030 zu weltweiten Lieferengpässen vor allem bei fünf Metallen kommen: Lithium, Kobalt, Nickel, Seltene Erden, Kupfer. Die Nachfrage nach den Primärmetallen wird um 2040 ihren Höhepunkt erreichen […].

Katholische Universität Leuven via Eurometaux

Ausweg durch neue Technologien und Recycling

Nicht nur für dein Smartphone und andere elektronische Geräte muss der Bedarf vor allem von Lithium gedeckt sein. Die Studie macht außerdem darauf aufmerksam, dass für die Erreichung der Klimaschutzmaßnahmen der Europäischen Union 35 mal mehr Lithium benötigt, als aktuell verwendet wird.

Da es sich um einen nicht-nachwachsenden Rohstoff handelt, müssen also binnen kürzester Zeit Ausweichstrategien entworfen werden. Dafür muss aber jetzt losgelegt werden, untermauern die Autor*innen der Studie:

Bis 2050 könnten 40 bis 75 Prozent des europäischen Bedarfs an sauberen Energiemetallen durch lokales Recycling gedeckt werden, wenn Europa jetzt stark investiert und Engpässe beseitigt.

Katholische Universität Leuven via Eurometaux

Gleichzeitig arbeiten Teams aus Forscherinnen und Forschern aber auch an der Herstellung von Lithium, die unsere Smartphones retten könnten. So berichtet Golem von einem deutschen Unternehmen, welches bis 2025 an fünf Standorten agieren will, um den Lithium-Bedarf zu sichern. Es heißt man könnte mit den fünf Werken „40.000 Tonnen Lithiumhydroxid erzeugen“. Dies reiche etwa für eine Millionen E-Auto-Akkus, aber eben auch für eine Vielzahl an Smartphone-Akkus. Viele Firmen haben sich bereits Lithium von diesem Unternehmen gesichert, sodass diese schon jetzt für die nächsten fünf Jahre ausgebucht sind.

Entwickelt sich die Herstellung in einem größeren Ausmaß binnen der nächsten Jahre in diese Richtung, könnte ein weltweiter Engpass von Smartphones gegebenenfalls umgangen werden. Auch durch eine Verhaltensänderung im großen und kleinen Maßstab ließe sich die Gefahr der Metall-Knappheit ein wenig eindämmen. Anfangen kannst du, indem du dein aktuelles Smartphone nicht so schnell gegen ein neues eintauschst. Um es länger am Leben zu halten, lohnt es sich, das Handy ab und an mal auszuschalten. Das hat nicht nur einen Effekt auf dein Gerät, sondern auch auf deine Psyche, wie eine weitere Studie zur Handynutzung verrät.

Quelle: „Metals for Clean Energy: Pathways to solving Europe’s raw materials challenge“ (April 2022, EurekAlert!), Golem

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