Ursprünglich hatten Forschende bei der Untersuchung unserer Atmosphäre etwas ganz anderes im Sinn. Sie sollten herausfinden, inwiefern diese sich durch die Einflüsse des Klimawandels weiter verändert hat. Dabei entdecken sie jedoch überraschend eine potentielle Möglichkeit für die Gewinnung von Energie durch Kernfusion. Die Quelle des entdeckten Isotops bleibt jedoch unklar.

Durchbruch in Kernfusion? Überragender Helium-3 Vorrat entdeckt

In einer Studie, veröffentlicht am 09. Mai 2022 im Magazin nature geoscience, berichten Benjamin Birner und seine Co-Autoren von einem Überraschungsfund: viel Helium-3 (3He) in unserer Atmosphäre.

3He wird schon seit einiger Zeit als wertvolle Methode für eine saubere Kernfusion und entsprechender Energiegewinnung gehandelt. Allerdings musste man ernsthafte Überlegungen bisher ausschließen, da das Vorkommen des Isotops auf der Erde als zu gering eingestuft wurde. 3He ist beispielsweise auf dem Mond zur Genüge vorhanden, doch von der Energiegewinnung unseres nächtlichen Leuchtkörpers sind wir noch entfernt. Der Überraschungsfund seitens der Forscher lässt jedoch neue Hoffnung auf eine saubere Kernfusion mit Helium-3 auch ohne Weltraumtechnik entstehen.

Ein bisschen Chemie: Bei Helium-3 handelt es sich um ein Isotop vom Element Helium. Ein Isotop beschreibt ein Atom mit gleich vielen Protonen wie im Atomkern, aber einer unterschiedlichen Anzahl an Neutronen. So hat 3He genauso wie das Element Helium zwei Protonen, aber nur ein Neutron im Atomkern. Helium hingegen verfügt über zwei Neutronen. Helium-3 gilt im speziellen als stabiles Isotop von Helium.

Helium-3 würde Fusionsprozess verändern

Bisher ist allerdings unklar, woher das neu entdeckte Helium-3 rührt. Benjamin Birner gibt gegenüber vice zu: „[…] es war für mich ebenfalls eine Überraschung.“ Das Besondere an Helium-3 ist, dass es Fusionsenergie wesentlich sauberer und konstanter ermöglichen würde, wie Spektrum erklärt.

Würde man 3He in einem Fusionsprozess mit Deuterium nutzen, würde zum einen mehr Energie im Vergleich zu bisherigen Methoden entstehen. Zum anderen könne man auf den radioaktiven Stoff Tritium ebenso verzichten. Auch schwer kontrollierbare Abfallprodukte würden beim Prozess entfallen. Insbesondere letzter Punkt würde die Kernfusion auch um einiges sicherer für Mensch, Tier und Umwelt machen.

  • Weiterlesen: Was genau bei einer Kernfusion passiert, erklären wir dir in unserem separaten Artikel zum Thema.

Quellen: nature, vice, Spektrum

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