Ob nach dem Aufstehen, am Nachmittag oder einfach zwischendurch, das braune Getränk gehört für viele einfach dazu. Und das nicht nur zu Hause oder im Büro. Der Coffee-to-go ist ein ebenso beliebter Begleiter. Aber: Wann wir Kaffee trinken, scheint ungeahnten Einfluss auf unser Verhalten zu nehmen.

Wann Kaffee trinken? Nie vor dem Einkaufen

Geht es nach einer neuen Untersuchung, reicht bereits ein Becher koffeinhaltiger Kaffee aus, um deine Einkaufsgewohnheiten maßgeblich zu beeinflussen. Und zwar in der Summe, die du ausgibst und der Zahl an Waren, die du shoppst.

Wer anstelle von Wasser oder entkoffeiniertem eine normale Tasse Kaffee zu sich nimmt, könnte demnach am Ende 50 Prozent mehr Geld ausgeben und zudem 30 Prozent mehr Artikel kaufen als eigentlich geplant war. Das melden Forschende in einer am 11. Juni 2022 im Journal of Marketing veröffentlichten Studie.

Verantwortlich für den überraschenden Effekt ist das Koffein im Getränk, wie der leitende Autor Dipayan Biswas in einem Statement dazu erklärt:

„Koffein, als kraftvoller Stimulus, setzt Dopamin im Gehirn frei, das Körper und Geist in Aufregung versetzt. Das führt zu einem höheren energetischen Level, der wiederum Impulsivität steigert und Selbstkontrolle zurückfährt.

Als Resultat führt Koffeinzufuhr zu Impulskäufen, die sich in einer höheren Zahl an Produkten und größeren Ausgaben niederschlagen.“

Dipayan Biswas, leitender Autor der Studie

So wurde der Einfluss von Kaffee und Koffein untersucht

Um zu ihren Ergebnissen zu gelangen, positionierten sich die Forschenden mehrfach vor einem Haushaltswarengeschäft in Frankreich und einem Kaufhaus in Spanien. Dort reichten sie vorbeigehenden Kundinnen und Kunden (insgesamt über 300 Personen) einen Becher koffeinhaltigen Espresso, entkoffeinierten Espresso oder Wasser.

Diejenigen, die die erste Kaffeevariante zu sich genommen hatten, gaben am Ende im Durchschnitt mehr aus und kauften mehr Artikel als die Proband*innen, die die Getränke ohne Koffein gewählt hatten.

Dabei zeigte sich der Unterschied vor allem in Produkten, die nicht essentiell sind, wie Kerzen oder Düfte. Bei Gebrauchsgegenständen wie Küchenutensilien gab es dagegen keine signifikanten Abweichungen.

Hoher Konsum von Kaffee schwächt das Risiko ab

Auch andere Studien zeigten ähnliche Ergebnisse, wie IFL Science berichtet. Hierbei neigten von 200 Teilnehmenden jene mit zuvoriger Koffeinzufuhr eher zu Impulskäufen und -artikeln, wie Massagegeräte. Die restlichen Personen trafen dagegen mehr praktische Kaufentscheidungen.

Interessant ist, dass anscheinend eher moderate Kaffeetrinker, die rund zwei Tassen am Tag konsumieren, von den Einkaufseffekten betroffen sind. Wer regelmäßig und viel Kaffee trinkt, scheint von den Auswirkungen weniger zu spüren.

Quellen: IFL Science, Journal of Marketing: „Caffeine’s Effects on Consumer Spending„, University of South Florida (Newsroom)

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