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Antarktis: Hinweise auf Leben gefunden – tief unter dem Eis

Unter die dicken Eisschichten der Antarktis dring kein Sonnenstrahl durch. Zumindest dachte man das, bis man einen überraschenden Fund machte.

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Die Antarktis – wer hat sie eigentlich entdeckt?

Im Jahr 1820 stieß eine russische Expedition erstmals auf Ausläufer der Antarktis. Gerade mal ein Jahr später entdeckten amerikanische Forscher ihr Festland.Doch waren sie tatsächlich die ersten Menschen, die den Kontinent erforschten? Tatsächlich scheint es, als sei sie schon lange vorher besucht worden.

Das Meer unterhalb des Antartkis ist kalt und dunkel. Bislang ging man davon aus, dass es sogar derartig dunkel sei, dass selbst die angepasstesten Pflanzen dort keine Fotosynthese betreiben könnten. Allerdings stellt eine Studie diese Annahme nun gehörig auf den Kopf. Und wo Licht und Nahrung ist, könnte sich auch noch eine weitere Sache verbergen: Leben.

Phytoplankton in Antarktis entdeckt

Phytoplankton, auch pflanzliches Plankton genannt, stellt die Grundlage des Nahrungsnetzes in den nass-kalten Gefilden der unterirdischen Antarktis dar, ordnet t3n ein. Doch damit es wächst, braucht es Licht. Um festzustellen, ob dieses – entgegen geltender Annahmen – unter den dicken Eisschichten des Südpols zu finden ist, kamen mehrere Methoden zum Einsatz.

So nutzte das Team um den Ozeanografen Dr. Christopher Horvat mehrere spezielle Bojen zur Probeentnahme, die im Meer um die Antarktis verteilt sind. Die Funde der BGC-Argo-Floats glichen sie dann wiederum mit Klimamodellen ab. Mit Daten des NASA-Satelliten ICESat-2 vervollständigten die Forschenden dann ihre Studie.

Sie kamen zu dem Ergebnis, dass es in der abgesuchten Region fast überall zu einer „Zunahme der Phytoplankton-Biomasse“ gekommen ist, und das noch „vor dem saisonalen Rückgang des Meereises“, heißt es in dem wissenschaftlichen Paper.

Ganzes Ökosystem denkbar

Dieser Fund deutet „auf eine wenig erforschte ökologische Variabilität unter dem Meereis des Südlichen Ozeans und auf mehrere Millionen Quadratkilometer des eisbedeckten Südlichen Ozeans hin, die möglicherweise eine Phytoplanktonblüte vor dem saisonalen Eisrückgang ermöglichen.“

Die Forschenden wollen diesen ersten Indizien für Leben unter den Eisschichten der Antarktis weiter auf den Grund gehen. In einem nächsten Schritt müsste man die Untersuchungen während der meereisbedeckten Jahreszeit wiederholen. Jedoch heben Horvat und Kolleg*innen hervor, dass es an geeigneten Methoden dazu mangelt. Bekannte Fernmessungstechnologien funktionieren beispielsweise nicht unter dem Eis.

Doch mit ferngesteuerten Methoden sowie weiteren ICESat-2-Messungen zeigt man sich optimistisch, händische Probenentnahmen vom Boot aus gewinnbringend analysieren zu können.

Quelle: „Evidence of phytoplankton blooms under Antarctic sea ice“ (Frontiers in Marine Science, 17. November 2022), t3n

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