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Von den Maya: Das wurde inmitten einer unterirdischen Knochenlandschaft aufgespürt

Forschende haben unter Wasser inmitten von Knochen einen atemberaubenden Fund gemacht. Man soll ihn für spezielle Maya-Rituale verwendet haben.

Maya Tempel
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Die 5 wichtigsten archäologischen Funde aller Zeiten

Forscher sind auf einen wahren Gruselfund gestoßen, der aus dem Maya-Zeitalter stammen muss. Das gut erhaltene Holzkanu allein sorgt noch nicht für Gänsehaut. Allerdings ist es von etlichen Knochen umgeben. Der Fundort hat zudem eine düstere Bedeutung.

Maya-Kanu im „Portal zur Unterwelt“

Das Kanu befindet sich in einer Unterwasserhöhle in Mexiko. In circa 4,6 Metern Tiefe fanden es Taucher im Jahr 2021 auf der Halbinsel Yucatán. Da diese nahe der antiken Maya-Stadt Chichén Itzá gelegen ist, freuten sich Archäolog*innen entsprechend über die Entdeckung. Genauere Untersuchungen des Fundorts brachten noch weiteres Wissen zutage. Das antike Kanu war von 38 Skelettresten umgeben. Darunter nicht nur tierische, sondern auch menschliche.

Nach einer zwei Jahre anhaltenden Untersuchung haben Expert*innen im Rahmen des 12. Internationalen Maya-Kongresses nun verlautbart, dass das Kanu in der Unterwasserhöhle einen rituellen Nutzen gehabt haben könnte. Erster Hinweis dafür ist eine übermäßige Anzahl an gefundenen Gürteltierknochen am Bergungsort, fasst das Instituto Nacional de Antropología e Historia zusammen.

Die gepanzerten Tiere sollen bei den Maya eine ganz besondere Bedeutung gehabt und den Übergang in die Unterwelt symbolisiert haben. In anderen Beschreibungen erscheint das Gürteltier auch als „Hocker der Götter“. Der Fundort könnte also ein „Portal zur Unterwelt“ für das indigene Volk symbolisiert haben.

Das deutet auf die symbolische Nutzung hin

Das Boot verfügt über 2,15 Meter Länge , 45 Zentimeter Breite und 36,5 Zentimeter Tiefe. Außergewöhnlich am Maya-Fund sind der besonders schwere Bug und Heck des Bootes. Entsprechend muss es über eine geringe Wendigkeit verfügt haben. Anstatt damit also weite Strecken auf dem Wasser zurückgelegt zu haben, muss es für kurze Fahrten gemacht worden sein. Die Forschenden Alexandra Biar und Jesús Gallegos Flores sehen allein hierin ein weiteres Indiz für einen symbolischen Nutzen.

Dennoch gibt es einige Ungereimtheiten. Ablagerungen von Mikroplastik im Meerwasser und auf dem Maya-Fund machen eine genaue zeitliche Einordnung schwierig. Es ist nach wie vor möglich, dass das Kanu nicht direkt mit der Maya-Stadt Chichén Itzá in Verbindung steht, da sich die organischen Materialien unterscheiden. Das deutet auf unterschiedliche Entstehungszeiten hin. Entsprechend finden aktuell weitere Untersuchungen statt. Das alles passiert wohlgemerkt unter Wasser.

Quelle: Instituto Nacional de Antropología e Historia

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