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Gruselige neue Spinne entdeckt: Dieses Tier hat einen gespenstischen Körper

Auch unter den Arachniden gibt es noch einige unentdeckte Arten. Manche davon können aufgrund ihres Aussehens allerdings Stoff für Alpträume sein.

Große Zitterspinne
u00a9 Zeabi - stock.adobe.com

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Die Angst vor Spinnen teilen viele Menschen. Diese ist zwar völlig normal, führt dennoch im Alltag aber zu unschönen Begegnungen. Forschende haben nun an unterschiedlichen Orten gleich zwei neue Spezies entdeckt. Wahrscheinlich aufgrund ihres Lebensraums ist ihr Erscheinungsbild besonders unheimlich.

Gespenstische neue Spinne: Dieses Tier ist ein „Relikt“

In dem am 24. Juli in Subterranean Biology veröffentlichten Bericht erklären die beteiligten Wissenschaftler*innen, dass sie zwei neue Arten von blinden und farblosen Weberknechten-artigen Spinnen entdeckt haben. Eine davon im trockenen Westen Australiens und eine auf der Tropeninsel La Réunion vor der Küste Madagaskars im Indischen Ozean.

Beide Arten leben in unterirdischen Umgebungen, was wahrscheinlich zu ihren farblosen Körpern und ihrer Blindheit geführt hat. Die Forschenden glauben, dass sie eine Einblick geben könnten, wie sich Arten im Laufe der Zeit entwickeln und bewegen. Zumindest bei dem in Australien eingefangenen Tier soll es sich um ein Relikt handeln, dessen Vorfahre vor rund 60 Millionen Jahren und vor der Verbreitung von Trockenklima in Australien in diesem Gebiet lebte.

Aussehen ähnelt dem Weberknecht

Beide Spezies sind demnach Spinnen aus der Familie der Pholcidae. Diese finden sich auf der ganzen Welt und zeichnen sich durch ihre langen, dünnen Beine aus. Im Amerikanischen haben sie deshalb den Spitznamen „Daddy Longlegs“ erhalten.

Zu verwechseln sind sie dennoch nicht mit herkömmlichen Weberknechten. Im Gegensatz zu diesen Spinnen, besitzen die neu entdeckten Tiere zwei verschiedenen Körperteile. Weberknechte verfügen dagegen nur über einen einzigen, runden Körperteil, der von ihren dünnen Beinen in die Höhe gezogen wird.

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Das weiß man bisher über die Spinnen

Die erste neue Pholcidenspinne wurde in Bergbaubohrlöchern in der Pilabra entdeckt, einem trockenen und felsigen Gebiet in Westaustralien. Die Art gehört zur Gattung Belisana, von der man bis zu dieser Studie annahm, dass sie nur Hunderte von Kilometern entfernt in Asien und in der vegetationsreicheren nordöstlichen Region Australiens lebt.

Die andere neue Art, die in der Studie beschrieben wird, wurde ebenfalls unter der Erde gefunden, jedoch in einer Lavaröhre (einem von geschmolzener Lava gebildeten Tunnel). Sie gehört zur Gattung Buitinga, deren nächste Verwandte auf dem afrikanischen Festland leben.

Es ist jedoch nicht bekannt, dass Buitinga-Spinnen auf Madagaskar ansässig sind. Da Pholcidenspinne nicht „ballonieren“ – dabei weben Babyspinnen Fallschirme aus Seide, um sich vom Wind herumwehen zu lassen –, ist die Verbreitung auf der Insel umso ungewöhlicher.

Man vermutet derzeit, dass die Buitinga-Spinnen von La Réunion durch ein einziges, einmaliges Ereignis auf die Insel gelangten, etwa durch einen Baumstamm, der eine Gruppe von Spinnen über das Meer trug. Denkbar ist auch ein Sturm, der die Spinnen in heftigen Windböen vom Festland wehte.

Quellen: „First blind daddy long-legs spiders from Australia and Réunion“ (2023, Subterranean Biology)

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