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Über 37.000 Plagen auf der Erde: Diese Angriffe auf Natur und Umwelt finden gerade statt

Plagen gibt es nicht nur in der Bibel, sondern auch in der Realität. Und wie jetzt mitgeteilt wurde, gibt es mehr als 37.000 Spezies weltweit, die andere Gebiete und Regionen befallen.

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Klimawandel: Die Auswirkungen auf Natur und Gesellschaft

Der menschengemachte Klimawandel verändert unsere Welt mit vielfältigen Folgen. Welche Bereiche sind akut betroffen?

Auf der Erde hat eigentlich alles seinen angestammten Platz, damit die Natur und die verschiedenen Ökosysteme einwandfrei funktionieren können. Durch verschiedene Einflüsse entwickeln sich aber immer mehr Tier- und Pflanzenarten zu regelrechten Plagen für ganze Regionen. Sie befallen Orte, von denen sie ursprünglich gar nicht stammen und sorgen für langfristig verheerende Folgen – die man schon jetzt zu spüren bekommt.

Plagen auf der ganzen Welt gefährden Ökosysteme

In einem neuen wissenschaftlichen Bericht der Intergovernmental Platform on Biodiversity and Ecosystem Services (IPBES) kommen Forscherinnen und Forscher zu dem Ergebnis, dass sich weltweit mehr als 37.000 Spezies – Tiere wie Pflanzen – in Regionen wie Plagen ausbreiten, aus denen sie nicht ursprünglich stammen und die Zahl wächst stetig an. Ursachen dafür sollen unter anderem der Klimawandel, das Bevölkerungswachstum und wirtschaftliche Expansionen sein.

Die Folgen, die sich jetzt schon zeigen, sind verheerend: Ernten werden vernichtet, Wälder sterben, Krankheiten verbreiten sich und ganze Ökosysteme kippen – und noch gibt es keine effektive Lösung dafür. Einer Schätzung nach würden sich die jährlichen Kosten, die dadurch entstehen, auf deutlich über 400 Milliarden US-Dollar belaufen, was man sogar noch eine Unterschätzung nennt. Das entspricht dem gesamten Bruttoinlandsprodukt von Dänemark oder Thailand, wie ScienceAlert einordnet. Alle zehn Jahre würde sich diese Summe vervierfachen.

Auch interessant: Die Veränderungen auf der Erde könnten langfristig auch bizarre Folgen nach sich ziehen. So könnten durch den Klimawandel „Ratten in Menschengröße“ entstehen.

Überall ungebetene Gäste in Flora und Fauna

Beispiele gibt es viele, zu denen unter anderem bestimmte Mücken als gefährliche Krankheitserreger gelten. Diese breiten sich mittlerweile auch in Deutschland aus. In Afrika wiederum wuchert die Dickstielige Wasserhyazinthe ungehindert – eine Schwimmpflanze, die in nur zwei Wochen ihre Fläche verdoppeln kann und unter deren dicken Teppich Fische, Pflanzen und ganze Gewässer eingehen können. Anderswo gelten Ratten als gefährlich Hornissen – hier gibt es eine Liste der 100 schlimmsten invasiven Arten der Welt.

Invasive Spezies können manchmal intentional in andere Regionen eingeführt worden sein, doch in den meisten Fällen handelt es sich um unbeabsichtigte Ankünfte durch Reisende oder Container-Lieferungen. Auch der Klimawandel begünstigt die Ausbreitung, da sich verschiedene Arten durch die veränderten Verhältnisse auch anderswo heimisch fühlen können und dort die einheimischen Arten verdrängen oder regelrecht ausrotten können.

Strategien zur Eindämmung

Europa und Nordamerika sollen aufgrund ihrer besonders ausgiebigen internationalen Handelsaktivitäten stark betroffen sein. Außerdem sollen kleine Inseln sehr anfällig sein. Allerdings bieten sie auch die größten Chancen, der Bedrohungen Herr zu werden.

Vergangene Versuche, eine invasive Spezies loszuwerden, waren auf kleinen Inseln am erfolgreichsten. Gescheitert ist man aber bei großen Wassermengen beziehungsweise offenen Wasserwegen sowie bei großen zusammenhängenden Landflächen.

Ende 2022 wurde ein Abkommen zur Eindämmung der tierischen wie pflanzlichen Invasoren unterzeichnet. Das Ziel ist es, ihre Ausbreitungsrate bis 2030 zu halbieren. Im IPBES-Bericht schlägt man dazu drei allgemeine Strategien vor: Prävention, Auslöschung, Eindämmung. Wie gut die Chancen auf Erfolg gegen diese Plagen stehen, ist aber nicht klar. Zudem gibt es nur 17 Nationen, die darüber hinaus Gesetze haben, um dagegen vorzugehen.

Quellen: „IPBES Invasive Alien Species Assessment: Summary for Policymakers“ (Zenodo 2023), ScienceAlert, Wikipedia

Seit dem 24. Februar 2022 herrscht Krieg in der Ukraine. Hier kannst du den Betroffenen helfen.

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