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Unter dem Eis der Antarktis: Forscher finden Hinweis auf eine historische Katastrophe

Immer wieder entdecken Forschende unter dem Eis der Antarktis neue Geheimnisse. Dazu gehören auch Hinweise auf längst vergangene Katastrophen.

Person steht in einer Eis-Höhle
© Andrus Ciprian - stock.adobe.com

Die Antarktis – wer hat sie eigentlich entdeckt?

Im Jahr 1820 stieß eine russische Expedition erstmals auf Ausläufer der Antarktis. Gerade mal ein Jahr später entdeckten amerikanische Forscher ihr Festland.Doch waren sie tatsächlich die ersten Menschen, die den Kontinent erforschten? Tatsächlich scheint es, als sei sie schon lange vorher besucht worden.

Wissenschaftler haben in den eisigen Weiten der Antarktis Glasscherben entdeckt, die von der gewaltigen Eruption des Taupō-Vulkans stammen. Fast 2.000 Jahre nach dem Ausbruch des Vulkans auf der Nordinsel Neuseelands hat ein Team unter der Leitung von Stephen Piva von der Victoria University of Wellington diese kleinen Fragmente analysiert, die 5.000 Kilometer von ihrem Ursprungsort entfernt gefunden wurden.

„Unschätzbare Aufzeichnungen“ in der Antarktis

Obwohl der Taupō-Vulkan seit etwa 300.000 Jahren aktiv ist, hat die genaue Datierung seiner letzten großen Eruption Forschende vor Herausforderungen gestellt. Historische Berichte aus Rom und China im Jahr 186 nach Christus (n. Chr.) zeichnen lebendige Bilder eines entfernten vulkanischen Ereignisses, das die Himmel trübte. Jedoch verweisen geologische Datierungen durch Schwefelablagerungen in Eisbohrkernen und Radiokarbondaten von in vulkanischen Strömen eingeschlossenen Baumstämmen auf eine etwas spätere Zeitspanne, um das Jahr 230.

Um diese zeitliche Diskrepanz zu klären, untersuchte Pivas Team einen 764 Meter langen Eisbohrkern aus dem Ross-Eisschild in der Westantarktis. Er birgt rund 83.000 Jahre Klima-Informationen. Sieben Glasscherben, 279 Meter unter der Oberfläche entdeckt, davon sechs von der Taupō-Eruption und eine von der älteren Ōruanui-Eruption, lieferten neue, wichtige Anhaltspunkte. Die Scherben, bestehend aus dem Mineral Rhyolith, fungierten als doppelter Fingerabdruck, der sowohl auf die Herkunft als auch auf das zeitliche Auftreten der beiden Ereignisse hinwies.

„Eisbohrkerne sind unschätzbare Aufzeichnungen der Vergangenheit“, betonte Piva. „Wenn wir im Eis eingeschlossene vulkanische Trümmer finden und ihren Fingerabdruck bestimmen, können wir den Zeitpunkt des Ausbruchs datieren, weil wir ihn mit dem modellierten Alter des Eises in Verbindung bringen können.“

Eisbohrkern ermöglicht Altersschätzung

Die Geochemie der Scherben entsprach anderen Proben, die vom Taupō-Ausbruch in Neuseeland stammen, und bot somit eine solide Verbindung zu dieser speziellen vulkanischen Aktivität. Interessanterweise zeigen die uralten Ōruanui-Glasscherben, dass Material aus früheren Eruptionen während neuerer Ereignisse wieder ausgestoßen werden kann. Dieses Detail offenbarte, dass beim jüngeren Ausbruch im Jahr 230 n. Chr. Materialien aus der Stratosphäre bis in die Antarktis transportiert wurden.

Trotz des gewissen Spielraums bei der Eisbohrkern-Datierung betonen die Forschenden, dass ihre Entdeckungen die Altersschätzung der in den vulkanischen Flüssen eingebetteten Baumstämme bestätigen. Piva betont die Relevanz dieser Erkenntnisse für das Studium der globalen Auswirkungen von Vulkanausbrüchen und für das Verständnis ihrer Eruptionsgeschichte und -dynamik. Solche Forschung wirft nicht nur Licht auf die Vergangenheit unseres Planeten, sondern bietet auch potenziell wertvolle Einblicke in die Zukunft der vulkanischen Aktivität und ihrer globalen Folgen.

Quellen: „Volcanic glass from the 1.8 ka Taupō eruption (New Zealand) detected in Antarctic ice at ~ 230 CE“ (Scientific Reports, 2023); Victoria University of Wellington

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