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Island: Plötzlicher Riss im Boden alarmiert Forscher – er bedeutet Unheil

Es ist eine alarmierende und beunruhigende Situation in Island. Was hat dieser Erdriss zu bedeuten?

Vulkanausbruch in Island
© Veniamin - stock.adobe.com

So funktionieren Vulkane

Lava und Asche: Explosionsartige Vulkanausbrüche sind faszinierend und gefährlich zugleich. Wie es zu einem solchen Natur-Spektakel kommt, zeigt Ihnen das Video.

Es klingt wie in einem Weltuntergangsfilm, aber ist für Island Realität. In der Stadt Grindavik brach urplötzlich der Boden auf und ein langer tiefer Riss zeichnet von nun an die Landschaft. Selbst Wissenschaftler*innen wissen nicht, was jetzt passieren wird.

Island evakuiert 4.ooo Bewohner*innen

Seit dem Wochenende registrierte der Wetterdienst in Island mehr als 900 Erdbeben in der betroffenen Region. Auch zum Riss äußert sich der Bericht: „Satellitenradarergebnisse zeigen eine grabenartige Formation, die einen Teil von Grindavík durchschneidet. Dieses Merkmal wurde erstmals am frühen 11. November von der IMO in Satellitenradarbildern identifiziert.“

Weitere Daten belegen, dass diese Formation vom Vulkansystem Reykjanes-Svartsengi ausgeht. Dies stütze „die schwierige Entscheidung des Katastrophenschutzes, die Stadt Grindavík am späten Freitagabend zu evakuieren“. Insgesamt 4.000 Frauen, Männer und Kinder mussten vorerst ihre Häuser verlassen. Wertsachen und andere wichtige Utensilien mussten sie binnen weniger Stunden zusammenpacken. Ob und wann sie zurückkehren können, ist aktuell ungewiss.

Warten auf den Ausbruch

Selbst Expertinnen und Experten wissen nicht, was nun passieren wird und welche verheerenden Folgen auf das Städchen und damit das Hab und Gut der Leute zukommt. „Das ist in der Region so seit Jahrhunderten nicht mehr beobachtet worden“, erklärt Vulkanologe Thomas Walter vom Deutschen Geoforschungszentrum (GFZ) gegenüber dem Spiegel.

Aktuell wartet man angespannt auf den Vulkanausbruch, den der Wetterdienst als „sehr wahrscheinlich“ erachtet. Dabei soll schließlich heißes Magma durch besagten Schlitz nach oben dringen und die Stadt für immer zeichnen. Aufnahmen zeigen den riesigen Riss in Island, aus dem bereits heißer Rauch strömt:

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Auswirkungen können verheerend sein

Die Lage in Island ist von großer Ungewissheit gekennzeichnet. Neben dem ob, kann auch das wo und wann für den möglichen Vulkanausbruch nicht genau benannt werden. Dass das Magma aus dem Spalt strömt, ist wahrscheinlich, aber nicht die einzige Option. Entsprechend kann man auch über die Folgen nur spekulieren.

Bisher gehen verschiedene Expert*innen davon aus, dass der Ausbruch keine derartig verheerenden Folgen haben, wie jener des Eyjafjallajökulls im Jahr 2010. Dieser sorgte dafür, dass der internatinale Flugverkehr so gut wie lahmgelegt wurde.

Doch diese Prognose bedeutet für Island noch keine Entwarnung. Selbst wenn der Ausbruch unter Wasser stattfindet, könnten giftige Gase über den Wind in Richtung der Hauptstadt transportiert werden und einen weiteren humanitären Notfall auslösen.

Bevölkerung rückt zusammen

Die Bewohnerinnen und Bewohner von Grindavik kommen derweil bei Verwandten oder gänzlich Unbekannten unter. Die gesamte Bevölkerung Islands rückt zusammen. „Nicht nur die Menschen in Grindavik sind schockiert über diese Situation, sondern ganz Island“, gibt ein Bewohner gegenüber Reuters zu verstehen.

Doch nicht nur Menschen, sondern auch Tiere wurden aus der Gefahrenzone evakuiert, weiß die Icelandic Review. Pferde, Katzen, Hunde und auch Nutztiere wie Schafe werden aus dem betroffenen Gebiet herausgeholt und kommen bei tierlieben Menschen oder auf Höfen unter, bis sie womöglich wieder nach Hause zurückkehren können.

Quelle: Icelandic Met Office, Spiegel, Reuters, Icelandic Review

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