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Archäologischer Fund: Hier hätte niemand mit einer Flaschenpost gerechnet

Bei einer historischen Flaschenpost denkt man zu erst ans Meer als Fundort. Doch der überraschende archäologische Fund ereignete sich ganz woanders.

Flaschenpost bei Sonnenuntergang am Strand.
u00a9 Bju00f6rn Wylezich - stock.adobe.com

Die 5 wichtigsten archäologischen Funde aller Zeiten

Jahrtausende menschlicher Kultur bringen auch nach langer Zeit immer wieder erstaunliche Erkenntnisse hervor.Wir zeigen dir die fünf wichtigsten archäologischen Funde aller Zeiten.

Bis heute versenden Menschen gerne Nachrichten per Flaschenpost. Das war in der Vergangenheit nicht anders, zeigt ein neuer archäologischer Fund. Ungewöhnlich ist hingegen der Fundort.

Archäologischer Fund: Flaschenpost im Schlossturm

Schloss Friedenstein im thüringischen Gotha befindet sich Kilometer vom nächsten Meer entfernt. Entsprechend groß dürfte die Verwunderung bei Forschenden und Handwerkern gewesen sein, als sie bei Sanierungsarbeiten im Schlossturm plötzlich auf eine fast 150 Jahre alte Flaschenpost stießen.

Wie es in einer Pressemitteilung der dpa (via Zeit) heißt, stießen Mitarbeitende der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten (STSG) am Donnerstag in einer Kammer des Westturms auf eine Glasflasche, in der sich eine handgeschriebene Botschaft befand. Obwohl die Flasche beschädigt war, gelang es den Forschenden die Nachricht im Inneren zu entziffern. Der archäologische Fund konnte auf das Jahr 1891 datiert werden.

Schätze der deutscher Geschichte: Dieser archäologische Fund aus dem Mittelalter brachte „zerbrechlichen Luxus“ zutage.

Das stand in der über 100 Jahre alten Botschaft

„Die Nachricht wirft ein knappes, aber aufschlussreiches Schlaglicht in die Baugeschichte des Schlosses“, urteilt Bauhistoriker Udo Hopf. Wie der STSG-Mitarbeiter erklärt, handelt es sich bei dem archäologischen Fund nicht etwa um eine wichtige Botschaft für die Nachwelt, sondern um Notizen zum damaligen Umbau des Barockschlosses. „Wir erfahren, wie die Räume zuvor genutzt wurden und wer an der Neugestaltung von fünf Räumen 1891 beteiligt war, vom herzoglichen Baurat bis zum Tünchergesellen und der „Reinigungscommission““, führt Hopf aus.

Ein Detail dürfte dabei jedoch besonders herausgestochen sein, weil es Auskunft zum Freizeitvertreib der damaligen Bewohnerinnen und Bewohner liefert. Scheinbar waren diese vom Glücksspiel begeistert. Viermal im Jahr wurden die Räumlichkeiten des Schlosses nämlich für die Ziehung der „gothaischen Geldlotterie“ verwendet.

Auch spannend: Dieser archäologische Fund legte die mögliche Kammer eines Sagen-Königs frei.

Quelle: dpa (via Zeit)

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